Dienstag, 6. Januar 2026
Too much information
anje, 23:40h
Als ich meinen Westfalenmann kennenlernte, sagte er mir, dass er es es für unabdingbar hält, regelmäßig wenigstens eine Tageszeitung zu lesen.
Menschen, die keine Zeitung lesen, wären grundsätzlich nicht richtig informiert und bekämen viele wichtige Dinge nicht mit.
Er selber las früher drei-vier verschiedene, heute mindestens noch zwei ausführlich und zwei-drei weitere kursorisch.
Ich glaube, ich habe in meinem Leben vielleicht 100x eine Tageszeitung komplett durchgeblättert - früher noch analog, wenn ich durch Zufall irgendwo eine Tageszeitung in die Finger bekam, heute wische ich ab und zu (vielleicht einmal im Jahr, wenn mir sehr langweilig ist) auf dem iPad durch eine der Tageszeitungen, für die ich einen digitalen Zugang habe. (Nicht selbst bezahlt, natürlich, sondern über weitergegebene Zugangsdaten, was mir keinerlei schlechtes Gewissen macht, da ich sie ja üblicherweise nicht benutze.)
Was ich sagen will: Ich lese keine Tageszeitungen, obwohl ich es theoretisch könnte. Habe ich aber noch nie getan, denn es gelingt mir nicht, ich finde den allermeisten Kram, der da drin steht, unsäglich uninteressant, langweilig, schlecht geschrieben und vor allem redundant, so dass ich mich beim Lesen schon innerlich weigere, so etwas zu lesen, was das Vorhaben "Zeitunglesen" unweigerlich zum Scheitern bringt.
Gleichzeitig bin ich aber auch der festen Überzeugung, dass die Quellen, aus denen ich meine Informationen beziehe, ausreichen, um mir alle wichtigen Informationen mundgerecht anzureichen und ich gleichzeitig ein gut funktionierendes Gespür dafür entwickelt habe, bei welchen Informationshäppchen es sich lohnt, aktiv hinterherzurecherchieren.
Meine Hauptinformationsquelle sind Überschriften. Ich behaupte, dass die wesentliche Nachricht in 80% der Fälle ausreichend durch die Überschrift transportiert wird. Deshalb lasse ich mir auch von vielen verschiedenen Nachrichtendiensten/Zeitungen Push-Nachrichten aufs Handy schicken. Wichtige Nachrichten (Trump überfällt Venezuela) greifen alle Medien auf, dazu bekommt man 20x die gleiche Pushnachricht von 20 verschiedenen Diensten, da muss man sich dann nicht weiter drum kümmern, bei solchen Themen verfolgen einen die entsprechenden Informationen eh überall.
Überschriften, die nur eine Zeitung hat, klicke ich dagegen ab und zu gezielt an, weil ich mir davon interessante Infos zu einem speziellen Thema verspreche. (Das Problem von Wärmepumpen im Winter)
Außerdem verfolge ich (einige) Links zu Zeitungsartikeln, die mir in Blogs oder Newslettern empfohlen werden und ich habe das Gefühl, dass ich damit ausgesprochen breit und gut informiert durchs Leben komme.
Weshalb ich das jetzt so ausführlich beschreibe? - Weil ich es interessant finde, dass in den Blogs und Newslettern, die ich verfolge, immer häufiger das Thema behandelt wird, dass Leute aktiv keine Nachrichten mehr wahrnehmen wollen, weil alles immer nur noch schrecklicher wird um uns herum.
Spontan erinnert mich das an so ein Kleinkindverhalten: Finger in die Ohren und laut lalala singen, dann kriegt man keinen Ärger.
Gleichzeitig stelle ich aber auch für mich fest: Infos über alles, was Herr Trump so treibt, ignoriere ich genauso wie alles, was Herr Putin so macht und andere Gegenden der Welt, wo sich die Menschen prügeln. Ich bekomme die Überschriften per Push-Nachricht auf mein Handy, schaue inzwischen aber kaum noch hin, weil es ja doch immer dasselbe ist und igendwann ist man eben einfach abgestumpft. Da werden mir selbst die Überschriften schon zu viel und dann frage ich mich: Liest das überhaupt noch irgendwer?
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(Abgelegt in anjesagt und bisher 264 x anjeklickt)
Menschen, die keine Zeitung lesen, wären grundsätzlich nicht richtig informiert und bekämen viele wichtige Dinge nicht mit.
Er selber las früher drei-vier verschiedene, heute mindestens noch zwei ausführlich und zwei-drei weitere kursorisch.
Ich glaube, ich habe in meinem Leben vielleicht 100x eine Tageszeitung komplett durchgeblättert - früher noch analog, wenn ich durch Zufall irgendwo eine Tageszeitung in die Finger bekam, heute wische ich ab und zu (vielleicht einmal im Jahr, wenn mir sehr langweilig ist) auf dem iPad durch eine der Tageszeitungen, für die ich einen digitalen Zugang habe. (Nicht selbst bezahlt, natürlich, sondern über weitergegebene Zugangsdaten, was mir keinerlei schlechtes Gewissen macht, da ich sie ja üblicherweise nicht benutze.)
Was ich sagen will: Ich lese keine Tageszeitungen, obwohl ich es theoretisch könnte. Habe ich aber noch nie getan, denn es gelingt mir nicht, ich finde den allermeisten Kram, der da drin steht, unsäglich uninteressant, langweilig, schlecht geschrieben und vor allem redundant, so dass ich mich beim Lesen schon innerlich weigere, so etwas zu lesen, was das Vorhaben "Zeitunglesen" unweigerlich zum Scheitern bringt.
Gleichzeitig bin ich aber auch der festen Überzeugung, dass die Quellen, aus denen ich meine Informationen beziehe, ausreichen, um mir alle wichtigen Informationen mundgerecht anzureichen und ich gleichzeitig ein gut funktionierendes Gespür dafür entwickelt habe, bei welchen Informationshäppchen es sich lohnt, aktiv hinterherzurecherchieren.
Meine Hauptinformationsquelle sind Überschriften. Ich behaupte, dass die wesentliche Nachricht in 80% der Fälle ausreichend durch die Überschrift transportiert wird. Deshalb lasse ich mir auch von vielen verschiedenen Nachrichtendiensten/Zeitungen Push-Nachrichten aufs Handy schicken. Wichtige Nachrichten (Trump überfällt Venezuela) greifen alle Medien auf, dazu bekommt man 20x die gleiche Pushnachricht von 20 verschiedenen Diensten, da muss man sich dann nicht weiter drum kümmern, bei solchen Themen verfolgen einen die entsprechenden Informationen eh überall.
Überschriften, die nur eine Zeitung hat, klicke ich dagegen ab und zu gezielt an, weil ich mir davon interessante Infos zu einem speziellen Thema verspreche. (Das Problem von Wärmepumpen im Winter)
Außerdem verfolge ich (einige) Links zu Zeitungsartikeln, die mir in Blogs oder Newslettern empfohlen werden und ich habe das Gefühl, dass ich damit ausgesprochen breit und gut informiert durchs Leben komme.
Weshalb ich das jetzt so ausführlich beschreibe? - Weil ich es interessant finde, dass in den Blogs und Newslettern, die ich verfolge, immer häufiger das Thema behandelt wird, dass Leute aktiv keine Nachrichten mehr wahrnehmen wollen, weil alles immer nur noch schrecklicher wird um uns herum.
Spontan erinnert mich das an so ein Kleinkindverhalten: Finger in die Ohren und laut lalala singen, dann kriegt man keinen Ärger.
Gleichzeitig stelle ich aber auch für mich fest: Infos über alles, was Herr Trump so treibt, ignoriere ich genauso wie alles, was Herr Putin so macht und andere Gegenden der Welt, wo sich die Menschen prügeln. Ich bekomme die Überschriften per Push-Nachricht auf mein Handy, schaue inzwischen aber kaum noch hin, weil es ja doch immer dasselbe ist und igendwann ist man eben einfach abgestumpft. Da werden mir selbst die Überschriften schon zu viel und dann frage ich mich: Liest das überhaupt noch irgendwer?
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