Freitag, 19. Dezember 2025
Einkaufsrausch
anje, 21:56h
Hauptaufgabe heute war Einkaufen, denn ich hatte in den letzten Wochen versucht den Bestand an Frischwaren so gering wie möglich zu halten, weil erst der Kühlschrank auf Borkum kaputt ging und wir anschließend quasi im Wochenrhythmus pendelten, da lohnte sich der Aufbau eines größeren Vorratsbestandes einfach nicht.
Grundsätzlich mag ich es viel lieber, wenn der Kühlschrank rappelvoll ist, denn das bedeutet auch gleichzeitig eine große Auswahl mit vielen Möglichkeiten, ich kann spontane Ideen dann oft auch sofort umsetzen und muss nicht erst vorher spontanietätsvernichtend mühsam die Zutaten zusammenkaufen.
Aber die letzten Wochen war es einfach praktischer, nicht so viele Frischwaren im Haus zu haben.
Doch jetzt sind wir ja fast drei Wochen am Stück hier, alle drei Kinder kommen morgen für fünf Tage zu Besuch, der neue Kühlschrank bietet noch mehr Platz als der alte und außerdem ist Winter und man kann alles mögliche auch wunderbar draußen im Schuppen kaltstellen.
Perfekte Bedingungen für einen eskalierenden Einkaufsrausch bei Lidl.
Als besondere Herausforderung gab es gestern im Lidl-Adventskalender einen 5€-Rabatt-Coupon, der an einen Mindesteinkauf von 50€ geknüpft war, bei einem Mindesteinkauf von 70€ gab es dann noch eine große Packung Eis extra. Weil ich wusste, dass wir mit dem Mindesteinkauf diesmal kein Problem haben werden, habe ich K genötigt, sich diesen Coupon auch für seinen Account zu besorgen, so dass wir sogar 2x 5€ Rabatt bekommen konnten, wenn wir die Einkäufe geschickt auf zwei Wägen verteilten.
Wir prüften also als erstes die aktuell vorhandenen Bestände und schrieben auf, was wir ganz bestimmt brauchen, außerdem überlegten wir, womit man die Mindesteinkaufssumme auffüllen könnte, wenn der echte Bedarf nicht hoch genug ist, Klopapier, Zewa und Waschmittel zB wird ja nicht schlecht und kann man immer gebrauchen.
Am Ende hatten wir eine beeindruckende Einkaufsliste, die wir fast komplett abgearbeitet haben, jetzt ist der Kühlschrank zum Bersten voll,

Eine große Kiste mit Obst und Gemüse steht noch im Schuppen.
Selbstverständlich haben wir alle Rabatte optimiert abgearbeitet.
Das einzige, was mir jetzt noch fehlt, ist ein Plan, was ich die nächsten Tage kochen könnte, aber im Zweifel ist ja genug im Haus, was weg muss und AWWM-Gerichte sind schließlich meine Spezialität
;-)
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Grundsätzlich mag ich es viel lieber, wenn der Kühlschrank rappelvoll ist, denn das bedeutet auch gleichzeitig eine große Auswahl mit vielen Möglichkeiten, ich kann spontane Ideen dann oft auch sofort umsetzen und muss nicht erst vorher spontanietätsvernichtend mühsam die Zutaten zusammenkaufen.
Aber die letzten Wochen war es einfach praktischer, nicht so viele Frischwaren im Haus zu haben.
Doch jetzt sind wir ja fast drei Wochen am Stück hier, alle drei Kinder kommen morgen für fünf Tage zu Besuch, der neue Kühlschrank bietet noch mehr Platz als der alte und außerdem ist Winter und man kann alles mögliche auch wunderbar draußen im Schuppen kaltstellen.
Perfekte Bedingungen für einen eskalierenden Einkaufsrausch bei Lidl.
Als besondere Herausforderung gab es gestern im Lidl-Adventskalender einen 5€-Rabatt-Coupon, der an einen Mindesteinkauf von 50€ geknüpft war, bei einem Mindesteinkauf von 70€ gab es dann noch eine große Packung Eis extra. Weil ich wusste, dass wir mit dem Mindesteinkauf diesmal kein Problem haben werden, habe ich K genötigt, sich diesen Coupon auch für seinen Account zu besorgen, so dass wir sogar 2x 5€ Rabatt bekommen konnten, wenn wir die Einkäufe geschickt auf zwei Wägen verteilten.
Wir prüften also als erstes die aktuell vorhandenen Bestände und schrieben auf, was wir ganz bestimmt brauchen, außerdem überlegten wir, womit man die Mindesteinkaufssumme auffüllen könnte, wenn der echte Bedarf nicht hoch genug ist, Klopapier, Zewa und Waschmittel zB wird ja nicht schlecht und kann man immer gebrauchen.
Am Ende hatten wir eine beeindruckende Einkaufsliste, die wir fast komplett abgearbeitet haben, jetzt ist der Kühlschrank zum Bersten voll,

Eine große Kiste mit Obst und Gemüse steht noch im Schuppen.
Selbstverständlich haben wir alle Rabatte optimiert abgearbeitet.
Das einzige, was mir jetzt noch fehlt, ist ein Plan, was ich die nächsten Tage kochen könnte, aber im Zweifel ist ja genug im Haus, was weg muss und AWWM-Gerichte sind schließlich meine Spezialität
;-)
damals,
Samstag, 20. Dezember 2025, 12:15
Ich habe mich beim Lesen zuerst gefragt, worin eigentlich die Herausforderung eines 5€-Gtuscheins bestehen soll, wenn man ansonsten mit dem Flugzeug umherkurvt. Aber am Ende haben Sie ja die Antwort mitgeliefert: Optimierung ist Pflicht, ist Arbeit. Da sind wir eben doch alle Kinder der durchrationalisierten Industriegesellschaft.
anje,
Sonntag, 21. Dezember 2025, 17:53
Über die völlig abstruse Diskrepanz zwischen dem schon fast manischen Bemühen, im Alltag so wenig Geld wie möglich auszugeben (ohne deshalb auf irgendetwas zu verzichten) und dem völlig entspannten Durchwinken und Bezahlen von Rechnungen im fünf- und sechsstelligen Bereich (wir bauen grade ein Haus), mache ich mich selber gerne lustig, weil mir bewusst ist, dass das nichts mit Wirtschaftlichkeit oder gar Sparsamkeit zu tun hat, sondern nur ein alberner Tick ist, aber wie Sie schon ganz richtig vermutet haben, komme ich da nicht gegen meine eigene Konditionierung an.
Ich bin im Millionärsvorort von Düsseldorf aufgewachsen und zur Schule gegangen. Unter meinen Schulkameraden gab es welche, die damit angaben, dass sie noch nie bei Aldi einkaufen waren, weil sie das nicht nötig hätten.
Meine Mutter machte ihre Einkaufstouren immer durch drei verschiedene Läden (Konsum, Aldi und Spar), nach dem sie vorher die Wochenangebote studiert hatte und kaufte dort jeweils streng nach Sonderangerboten. Im Konsum gab es Rabattmarken und natürlich wurden die eifrig in die Sammelhefte eingeklebt, die man am Ende gegen einen Einkaufsgutschein umtauschen konnte.
Weil ich nicht zur Opferrolle tauge, habe ich mich nicht dafür geschämt, dass wir bei Aldi einkauften, sondern habe es als besonders kluges Verhalten verkauft und alle, die ihr Geld lieber verschleudern wollten, weil sie es nötig hatten, irgendeinen anderen Makel damit zu übertünchen (zB mangelnde Intelligenz, die sie ihren Kindern vererbten, wo sie sich in schlechten Schulnoten bemerkbar machte, hihihi) habe ich deshalb laut und aktiv bemitleidet.
Freunde habe ich mir damit zwar keine gemacht, aber auf Freunde, die auf dieser elitären Schiene unterwegs waren, habe ich auch schon immer gerne verzichtet.
Dass ich heute über selbst geschaffene Rücklagen in beträchtlicher Höhe verfüge, ändert nichts daran, dass ich nach wie vor ungern mehr Geld für irgendetwas bezahle als notwendig.
Manche Dinge kosten aber, was sie eben kosten, da gibt es keine besonderen Schnäppchenzeiten oder Rabatte und Preisvergleiche bringen auch nichts, da kann ich mich dann nur entscheiden, ob ich es für das Geld, was es nun mal kostet, haben möchte oder nicht.
Seitdem ich durch den Verkauf einiger Immobilien jetzt allerdings sehr viel sichtbares* Vermögen habe, bin ich meinen eigenen Bedürfnissen gegenüber auch deutlich spendabler geworden.
*grundsätzlich war das Vermögen vorher ja auch schon da und gleich viel wert, nur eben nicht sichtbar, weil man den Wert einer Immobilie nicht täglich als Zahl auf dem eigenen Konto bewundern kann. Interessanterweise macht das einen großen psychologischen Unterschied.
Fliegen ist Ks absolutes Lieblingshobby und so wie viele andere Leute auch, ist er bereit für sein Hobby jede Menge Geld auszugeben. Ich finde es deshalb schon immer sehr beruhigend, wenn es gelingt, seinen Drang zu fliegen mit einem konkreten, sinnvollen Ziel zu verknüpfen, denn wenn er nicht von A nach B fliegen kann, flöge er ansonsten einfach nur im Kreis (das machen viele Hobbypiloten), Hauptsache Luft unter den Flügeln.
Die Kosten für ein Flugzeug aus dem Verein werden pro Flugminute berechnet. So eine etwas größere 4-sitzige Maschine, wie wir sie meist benutzen, kostet zwischen ca. 180 € - 270 € die Stunde, oder umgerechnet ca. 3 - 4,50 € pro Minute, wobei die teurere Maschine auch schneller fliegt, so dass sich der Preisunterschied auf Strecke gerechnet wieder reduziert. Anders ausgedrückt: Mit der schnelleren, teureren Maschine brauchen wir rund 45 Minuten reine (zu bezahlende) Flugzeit von Münster nach Borkum, Kosten damit ca. 200 € für eine Strecke.
Mein Westfalenmann macht dazu natürlich sofort die Gegenrechnung auf, was es kosten würde, führe man mit dem Auto, denn da kommen zu den 200km Autofahrt (also ca. 100€, wenn man mal 50 Cent Kosten pro Kilometer annimmt) auch noch die Tickets für die Fähre, die mit rund 25€ pro Person nicht grade günstig sind, so dass Fliegen mit vier Personen nicht mehr kostet als Auto plus Fähre.
K freut sich übrigens jedesmal, wenn die AG Ems die Preise für die Fähre erhöht, weil es in seiner Rechnung für ihn das Fliegen verbilligt.
Als weitere Gegenrechnung könnte man auch ergänzen, dass wir seit über 20 Jahren nicht mehr in Urlaub gefahren sind.
Ich habe keine Ahnung, was die Deutschen im Schnitt für ihren Urlaub pro Person so ausgeben, aber wir finanzieren damit lieber die ständige Pendelei zwischen zwei Haushalten.
Wie Sie sehen, sind wir sehr geübt darin, uns unser Luxusleben runter zu rechnen und zum Glück sparen wir zusätzlich ja noch über das konsequente Ausnutzen von Rabattcoupons ;-)
Ich bin im Millionärsvorort von Düsseldorf aufgewachsen und zur Schule gegangen. Unter meinen Schulkameraden gab es welche, die damit angaben, dass sie noch nie bei Aldi einkaufen waren, weil sie das nicht nötig hätten.
Meine Mutter machte ihre Einkaufstouren immer durch drei verschiedene Läden (Konsum, Aldi und Spar), nach dem sie vorher die Wochenangebote studiert hatte und kaufte dort jeweils streng nach Sonderangerboten. Im Konsum gab es Rabattmarken und natürlich wurden die eifrig in die Sammelhefte eingeklebt, die man am Ende gegen einen Einkaufsgutschein umtauschen konnte.
Weil ich nicht zur Opferrolle tauge, habe ich mich nicht dafür geschämt, dass wir bei Aldi einkauften, sondern habe es als besonders kluges Verhalten verkauft und alle, die ihr Geld lieber verschleudern wollten, weil sie es nötig hatten, irgendeinen anderen Makel damit zu übertünchen (zB mangelnde Intelligenz, die sie ihren Kindern vererbten, wo sie sich in schlechten Schulnoten bemerkbar machte, hihihi) habe ich deshalb laut und aktiv bemitleidet.
Freunde habe ich mir damit zwar keine gemacht, aber auf Freunde, die auf dieser elitären Schiene unterwegs waren, habe ich auch schon immer gerne verzichtet.
Dass ich heute über selbst geschaffene Rücklagen in beträchtlicher Höhe verfüge, ändert nichts daran, dass ich nach wie vor ungern mehr Geld für irgendetwas bezahle als notwendig.
Manche Dinge kosten aber, was sie eben kosten, da gibt es keine besonderen Schnäppchenzeiten oder Rabatte und Preisvergleiche bringen auch nichts, da kann ich mich dann nur entscheiden, ob ich es für das Geld, was es nun mal kostet, haben möchte oder nicht.
Seitdem ich durch den Verkauf einiger Immobilien jetzt allerdings sehr viel sichtbares* Vermögen habe, bin ich meinen eigenen Bedürfnissen gegenüber auch deutlich spendabler geworden.
*grundsätzlich war das Vermögen vorher ja auch schon da und gleich viel wert, nur eben nicht sichtbar, weil man den Wert einer Immobilie nicht täglich als Zahl auf dem eigenen Konto bewundern kann. Interessanterweise macht das einen großen psychologischen Unterschied.
Fliegen ist Ks absolutes Lieblingshobby und so wie viele andere Leute auch, ist er bereit für sein Hobby jede Menge Geld auszugeben. Ich finde es deshalb schon immer sehr beruhigend, wenn es gelingt, seinen Drang zu fliegen mit einem konkreten, sinnvollen Ziel zu verknüpfen, denn wenn er nicht von A nach B fliegen kann, flöge er ansonsten einfach nur im Kreis (das machen viele Hobbypiloten), Hauptsache Luft unter den Flügeln.
Die Kosten für ein Flugzeug aus dem Verein werden pro Flugminute berechnet. So eine etwas größere 4-sitzige Maschine, wie wir sie meist benutzen, kostet zwischen ca. 180 € - 270 € die Stunde, oder umgerechnet ca. 3 - 4,50 € pro Minute, wobei die teurere Maschine auch schneller fliegt, so dass sich der Preisunterschied auf Strecke gerechnet wieder reduziert. Anders ausgedrückt: Mit der schnelleren, teureren Maschine brauchen wir rund 45 Minuten reine (zu bezahlende) Flugzeit von Münster nach Borkum, Kosten damit ca. 200 € für eine Strecke.
Mein Westfalenmann macht dazu natürlich sofort die Gegenrechnung auf, was es kosten würde, führe man mit dem Auto, denn da kommen zu den 200km Autofahrt (also ca. 100€, wenn man mal 50 Cent Kosten pro Kilometer annimmt) auch noch die Tickets für die Fähre, die mit rund 25€ pro Person nicht grade günstig sind, so dass Fliegen mit vier Personen nicht mehr kostet als Auto plus Fähre.
K freut sich übrigens jedesmal, wenn die AG Ems die Preise für die Fähre erhöht, weil es in seiner Rechnung für ihn das Fliegen verbilligt.
Als weitere Gegenrechnung könnte man auch ergänzen, dass wir seit über 20 Jahren nicht mehr in Urlaub gefahren sind.
Ich habe keine Ahnung, was die Deutschen im Schnitt für ihren Urlaub pro Person so ausgeben, aber wir finanzieren damit lieber die ständige Pendelei zwischen zwei Haushalten.
Wie Sie sehen, sind wir sehr geübt darin, uns unser Luxusleben runter zu rechnen und zum Glück sparen wir zusätzlich ja noch über das konsequente Ausnutzen von Rabattcoupons ;-)
damals,
Montag, 22. Dezember 2025, 14:24
So sind die Prägungen verschieden: Auch ich kenne das mit dem Einkleben von Konsum-Marken, das hat meine Großmutter immer gemacht, sie kam aus dem ärmsten Proletariat, ihr Ehemann und später dessen Sohn, mein Vater, waren dann ziemliche soziale Aufsteiger, sodass ich diese alte Frau mit ihren Kopftüchern, ihren Konsummarken, ihrem "Eingebrockten" (Milchkaffee mit Brötchenkrümeln), ihrem Geiz immer als exotisches Wesen geliebt habe. Luxus - das ist meine famliäre Prägung - ist für mich: nicht aufs Geld achten, nicht klug und clever sein müssen.
... jetzt verstehen Sie vielleicht besser, weshalb ich Ihr fremdartiges Leben manchmal mit Verblüffung anstaune.
... jetzt verstehen Sie vielleicht besser, weshalb ich Ihr fremdartiges Leben manchmal mit Verblüffung anstaune.
anje,
Montag, 22. Dezember 2025, 22:04
Oh, ich verstehe sehr gut, dass Sie mein Leben als "anders" empfinden, denn so geht es wohl den allermeisten Menschen mit mir.
Mein Westfalenmann kommt übrigens aus ähnlichen Verhältnissen wie Sie, seine Eltern waren das, was mein Lehrer-Vater immer als "einfache Leute" bezeichnete. Kein Geld und wenig Bildung, aber fromm und arbeitsam.
Für K war Luxus, sich teure Dinge leisten zu können, und nicht gezwungen zu sein, beim Einkaufen zu rechnen, sondern alles, was gefiel, einfach in den Einkaufswagen zu packen.
Als ich ihn kennenlernte, kaufte er nur Markenartikel, weil er da sicher war, dass die auch bestimmt gut sind, immerhin war er sozial und finanziell gewaltig aufgestiegen und konnte es sich leisten.
Dass ich ihn dafür auslachte und über Blindverkostung von NoName-Yoghurt und Markenyoghurt dazu brachte, nach Geschmack und nicht nach Marke einzukaufen, war für ihn eine einschneidende Erfahrung.
Ich dagegen bin quasi "zwischen den Welten" aufgewachsen, in meiner Familie gab es zwar kein Geld, dafür aber Unmengen an Bildung und (Lehrerhaushalt): der wirkliche Wert eines Menschen wurde an seinem intellektuellen Können gemessen.
Eingeteilt wurde die Welt in drei Kategorien:
- Einfache Leute (keine Bildung, kein Geld, aber hohe moralische Werte),
- Reiche Leute (viel Geld, aber keine akzeptablen moralischen Werte und nur singuläre Bildung, bzw. eingeschränkte Intellektualität) und
- kluge Menschen (wenn sie nicht schon ganz oben waren und bewundert werden konnten, so war klar, dass aus denen mal etwas wird, da kommt das mit dem Geld von ganz alleine, die moralischen Werte galten als selbstverständlich und mussten nicht extra hervorgehoben werden.)
In meiner Klasse kamen fast alle Mitschüler aus Elternhäusern, die deutlich mehr Geld hatten als meine Eltern, allerdings hatten die meisten meiner Mitschüler schlechtere Schulnoten als ich. Wofür sollte ich sie also bewundern? Für den Reichtum ihrer Eltern?
Mir war also sehr früh klar, dass ich einen ganz eigenen Weg gehen muss, mir meine ganz eigenen Werte und Normen suchen muss und dass es wohl Teil meines Lebens sein wird, nirgendwo wirklich dazuzugehören, denn das Leben der reichen Leute gefiel mir genausowenig wie das der einfachen Leute - und die klugen waren mir oft zu nerdig, auch das wollte ich also nicht.
Im Ergebnis lebe ich damit ein Leben, was geprägt ist von Widersprüchen, die ich durchaus selber sehe, aber meistens ausgesprochen witzig finde
.
Mein Westfalenmann kommt übrigens aus ähnlichen Verhältnissen wie Sie, seine Eltern waren das, was mein Lehrer-Vater immer als "einfache Leute" bezeichnete. Kein Geld und wenig Bildung, aber fromm und arbeitsam.
Für K war Luxus, sich teure Dinge leisten zu können, und nicht gezwungen zu sein, beim Einkaufen zu rechnen, sondern alles, was gefiel, einfach in den Einkaufswagen zu packen.
Als ich ihn kennenlernte, kaufte er nur Markenartikel, weil er da sicher war, dass die auch bestimmt gut sind, immerhin war er sozial und finanziell gewaltig aufgestiegen und konnte es sich leisten.
Dass ich ihn dafür auslachte und über Blindverkostung von NoName-Yoghurt und Markenyoghurt dazu brachte, nach Geschmack und nicht nach Marke einzukaufen, war für ihn eine einschneidende Erfahrung.
Ich dagegen bin quasi "zwischen den Welten" aufgewachsen, in meiner Familie gab es zwar kein Geld, dafür aber Unmengen an Bildung und (Lehrerhaushalt): der wirkliche Wert eines Menschen wurde an seinem intellektuellen Können gemessen.
Eingeteilt wurde die Welt in drei Kategorien:
- Einfache Leute (keine Bildung, kein Geld, aber hohe moralische Werte),
- Reiche Leute (viel Geld, aber keine akzeptablen moralischen Werte und nur singuläre Bildung, bzw. eingeschränkte Intellektualität) und
- kluge Menschen (wenn sie nicht schon ganz oben waren und bewundert werden konnten, so war klar, dass aus denen mal etwas wird, da kommt das mit dem Geld von ganz alleine, die moralischen Werte galten als selbstverständlich und mussten nicht extra hervorgehoben werden.)
In meiner Klasse kamen fast alle Mitschüler aus Elternhäusern, die deutlich mehr Geld hatten als meine Eltern, allerdings hatten die meisten meiner Mitschüler schlechtere Schulnoten als ich. Wofür sollte ich sie also bewundern? Für den Reichtum ihrer Eltern?
Mir war also sehr früh klar, dass ich einen ganz eigenen Weg gehen muss, mir meine ganz eigenen Werte und Normen suchen muss und dass es wohl Teil meines Lebens sein wird, nirgendwo wirklich dazuzugehören, denn das Leben der reichen Leute gefiel mir genausowenig wie das der einfachen Leute - und die klugen waren mir oft zu nerdig, auch das wollte ich also nicht.
Im Ergebnis lebe ich damit ein Leben, was geprägt ist von Widersprüchen, die ich durchaus selber sehe, aber meistens ausgesprochen witzig finde
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