anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 18. Januar 2026
Hochzeitsvorbereitungen
Heute waren wir eingeladen bei einem Paar, das schon seit einigen Jahren in dem gemeinsam gebauten Haus (kinderlos) zusammenlebt, inzwischen mittleren Alters ist und weil sie noch mal Abwechslung in ihr Leben bringen wollen, haben sie beschlossen, zu heiraten.

Als sie vor sechs oder sieben Jahren den Hausbau planten, habe ich ihnen damals einen GbR-Vertrag gemacht, über den das Eigentum an der Immobilie vollkommen fair und sicher geregelt ist, so dass damals eine Ehe noch als überhaupt nicht notwendig erschien, zumindest nicht, um die finanzielle Seite abzusichern.

Inzwischen haben die zwei schon eine Menge großer Partys gefeiert, von Richtfest über Einweihung und 50. Geburtstag (der Frau), weshalb eine Hochzeit jetzt eine willkommene Möglichkeit für die nächste große Party bietet. Die Frage nach Kindern hatte die biologische Uhr inzwischen final erledigt, so dass so etwas wie Taufe oder Einschulung nicht mehr als Partyanlass zur Verfügung steht.

Deshalb ist jetzt also eine Hochzeit geplant und weil ich die zwei immerhin schon so gründlich gebrieft hatte, dass wenn Heirat, dann bitte nur mit Ehevertrag, sollte der heute besprochen werden.

Mich fasziniert es ja immer sehr, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die wirklich überhaupt keinen Schimmer von den normalen Grundlagen des Deutschen Rechts haben und völlig hemmungslos erstaunt sind, wenn ich ihnen offenbare, dass ein Trauschein den romantischen Liebesschwur des "was mein ist, ist auch dein" nicht automatisch beeinhaltet, sondern dass auch verheiratete Ehepartner immer noch ihr eigenes, individuelles Vermögen haben und dass, ohne Ehevertrag, der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft nur bedeutet, dass bei Beendigung der Ehe derjenige einen finanziellen Ausgleichsanspruch an den anderen hat, dessen Vermögen in der Ehe weniger gewachsen ist.

Mich fasziniert das deshalb so, weil für mich der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz genauso selbstverständlich ist, wie der zwischen Tag und Nacht. Und auch wenn man durchaus die Nacht zum Tag machen kann, so bleibt auch bei Eigenbesitz die definierte Unterscheidung sauber bestehen, durch einen Trauschein geht kein Eigentum über.

Nach dem ich heute den beiden diesen Unterschied ausführlich und mit mehrfachen Wiederholungen und Beispielen erklärt habe, erkannten sie, dass so ein Ehevertrag überhaupt nicht kompliziert ist und dass sie im Zweifel mit einem modifizierten Zugewinn am besten beraten sind, denn wenn die Ehe nicht durch Scheidung, sondern durch Tod endet, dann wäre eine echte Gütertrennung schon rein steuerlich keine sinnvolle Sache.

Am Ende des Tages waren die zwei also sehr zuversichtlich und zufrieden, dass sich das Thema recht problemlos regeln lässt, sie machen jetzt einen Termin bei einem Anwalt, lassen einen passenden Vertrag aufsetzen und können sich vor allem ohne Zeitdruck erst mal entspannt ihren Hochzeitsvorbereitungen widmen.

Damit wäre dieses Thema also erledigt, sehr viel mehr habe ich heute aber auch nicht gemacht, denn mit Fahrtzeit waren wir für diesen Besuch fast zwölf Stunden unterwegs - das heißt also, der Tag ist schon vorbei und was ich mit der Nacht jetzt mache, kann ich mir ab sofort überlegen
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Samstag, 17. Januar 2026
Haus gemessen
Der Plan heute war, dass wir früh aufstehen, um endlich mal wieder auf den Flohmarkt zu gehen, vor allem auch, weil wir einen Stapel an Dingen hier liegen hatten, die wir dort abgeben wollten.

Das mit dem früh aufstehen gelang so mittel, aber immerhin noch früh genug als dass wir rechtzeitig am Flohmarkt angekommen wären, wenn der heute nicht ausgefallen wäre, weil die blöden Fußballer ihren Parkplatz selber brauchten. Hatte ich vorher natürlich nicht nachgeschaut.

Nun denn, so gingen wir direkt zu Teil 2 des Tagesplans über: Wir fuhren nach Rheda, weil wir dort alle Wände einmal selber und genau nachmessen wollten, um das Angebot des Putzers, das wir inzwischen bekommen haben, kontrollieren zu können.
Der hat nämlich anhand der Pläne des Architekten kalkuliert und irgendwie haben wir das Gefühl, dass nach diesen Plänen unser Haus locker 20% größer sein müsste als es in echt ist.

Deshalb wollten wir selber messen.

Als wir in Rheda ankamen, war strahlender Sonnenschein und mit 12°C fühlte es sich schon fast wie Frühling an.
Wir gingen mit dem Hund eine Runde und erkundeten schon mal unsere künftigen Gassirouten.

Wir schlugen einen großen Bogen und kamen von der Hinterseite wieder zum Haus zurück, da ist keine Autostraße, wohl aber ein Fußweg und so konnte ich das Haus von der anderen Seite des Sees fotografieren, also des Sees, den wir sonst vom Küchenfenster aus sehen.

Haus mit See im Vordergrund

Der See selber ist eingezäunt (weil es eigentlich ja nur ein Regenrückhaltebecken ist, aber wie hört sich das denn an, selbstverständlich nennen wir das Gewässer See) und wenn man an diesem Zaun entlangläuft, kommt man direkt hinter unserem Haus wieder an.

Haus vom Wanderweg aus fotografiert

Dass mit dem Messen und den Maßen notieren war dann komplizierter als wir uns das vorher vorgestellt hatten, wir machten es nachher so, dass wir jede Wand fotografierten (mit dem iPad) und dann die Maße direkt auf das Foto schrieben. Im Ergebnis sieht das jetzt so aus

Das Haus wird Wand für Wand nachgemessen

Welche Wand zu welchem Raum gehört erkennt man nur im Zusammenhang der Bilder, wir müssen jetzt die Maße in Ruhe in die Pläne übertragen.

Insgesamt dauerte das deutlich länger als gedacht, nach zwei Stunden hatten wir den Keller fertig, aber der Lasermesser hatte auch fertig, der brauchte neue Batterien und wir waren inzwischen gut durchgefroren, wir brauchten erst mal frische Wärme.

Das Haus ist ganz offensichtlich sehr gut isoliert, denn drinnen und vor allem im Keller war es deutlich kälter als draußen.

Also fuhren wir einkaufen, wärmten uns bei Lidl ausführlich auf, fuhren wieder zurück zum Haus, maßen das Obergeschoss aus und dann wurde es schon dunkel und wir hatten auch keine Lust mehr. Erdgeschoss wird erst demnächst gemessen
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Freitag, 16. Januar 2026
Tag ohne Plan
Heute wurde ich den gesamten Tag über von einer seltsamen Unruhe begleitet. Ich wusste nicht so genau, was ich überhaupt wollte, wozu ich Lust hatte, was ich mir vorgenommen hatte, was wichtig gewesen wäre, alles verschwommen und ungreifbar.
Ich hatte irgendwie überhaupt keinen Plan für den Tag und machte deshalb überwiegend Pause und wartete auf eine Eingebung.

Kochen musste ich nichts, es gab noch Suppe von Vorgestern, dazu ein paar Scheiben Baguette mit Frischkäse und schon waren wir beide so satt, dass wir erst mal ein Schläfchen machten.

Dann fiel mir ein, dass meine Freundin Geburtstag hat und dass die sich sicher über eine Karte freuen würde. Ich hatte nur überhaupt keine Idee, was für eine Art Karte ich machen könnte.
Außerdem habe ich auch einige persönliche Weihnachtskarten bekommen, die möchte ich gerne beantworten, mal wieder in die Kartenproduktion einzusteigen lohnt sich also, alles, was mir fehlte, war Inspiration.

Also habe ich erst mal im Stempelzimmer aufgeräumt, dabei festgestellt, dass viele meiner Acrylfarben eingetrocknet sind und jammerte darob leise vor mich hin. Knapp benutzt man sie mal 18 Jahre nicht, schon sind sie beleidigt eingetrocknet, zickiges Zeug.

Dann fand ich aber eine ungeöffnete Tube Schwarz, die funktionierte noch und außerdem fand ich eine vom Hund angefressene Garnrolle, die ich wieder in einen einigermaßen ordentlichen Zustand brachte und damit begann ich dann eine ganze Reihe von Hintergründen aus Fadenmalerei herzustellen.

Als ich mich, meinen Arbeitsplatz und den Fußboden gründlich mit schwarzer Farbe eingekleckert hatte, waren aber auch gut 10 Hintergrundkarten fertig, damit kann ich morgen weiterarbeiten, dazu fällt mir jetzt bestimmt was ein
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Donnerstag, 15. Januar 2026
Depotumstrukturierung
Heute habe ich zunächst die Arbeit von gestern fortgesetzt und weiter die Buchhaltung aktualisiert, noch mehr Rechnungen bezahlt und einen ausgesprochen umfangreichen Antrag auf Pflegegelderstattung bei der Beihilfe erstellt und eingereicht.

Während ich damit beschäftigt war, trudelten neue Rechnung ein, einige per Mail, andere per Post, die habe ich sofort verarbeitet, um den schönen Zustand der Inbox-Zero nicht sofort wieder zu zerstören.

Da ich neulich ja schon entschieden hatte, dass ich mein Depot neu sortiere, habe ich heute noch mehr Verkaufsorders erstellt und die bereits ausgeführten reinvestiert. Währenddessen stiegen die Börsen immer weiter, ich habe allerdings beschlossen, dass ich mich davon nicht beirren lasse. Zum Investieren mag es der falsche Zeitpunkt sein, weil die Kurse sich grade auf einem Allzeithoch befinden, aber zum Verkaufen ist es dann umgekehrt ein perfekter Zeitpunkt und wenn ich das gegeneinander aufwiege, verliert der Zeitpunkt seine Bedeutung.

Als ich 2019 die hohe Liquidität aus dem Verkauf der Fabrik investiert habe, habe ich zwar eine Menge ETFs gekauft, aber auch eine Menge aktiv gemanagter Fonds, weil ich dachte, dass wirklich erfahrene Fondsmanager doch auch ihre Daseinsberechtigung haben und im Zweifel einen Mehrwert gegenüber ETFs schaffen können.

Dazu kam, dass es damals noch nicht so viele verschiedene ETFs gab wie heute und wenn ich spezielle Themenfonds haben wollte, dann gab es die nur aktiv gemanagt.
Inzwischen sind wir über sechs Jahre weiter, ich habe nicht nur meine eigenen Erfahrungen gemacht, sondern auch eine Menge gelernt in den letzten Jahren und das ETF-Universum ist gewaltig gewachsen.
Das alles zusammengenommen bringt mich jetzt dazu, die aktiven Fonds größtenteils zu verkaufen, weil die aktiven Fondsmanager eben doch nicht mehr verdient haben als eine vergleichbare passive Benchmark, im Gegenteil.

Dazu kommt, dass ich auch meine eigenen psychologischen Bewertungen inzwischen miteinbeziehe, denn es handelt sich bei mir nicht um ein Depot für den Vermögensaufbau, sondern nur noch für den Vermögenserhalt, das über Ausschüttungen Zusatznutzen generieren soll.

Wenn ich jetzt 30 wäre und wüsste, ich spare hier Vermögen fürs Alter an und das wichtigste ist, dass es sich so gut wie möglich vermehrt, dann sind thesaurierende Fonds sicherlich eine gute Wahl.

Für mich sind thesaurierende Fonds inzwischen aber keine schönes Invest mehr. Um daraus Zusatznutzen, also freie Liquidität zum Ausgeben zu generieren, müsste ich regelmäßig kleine Fondsanteile verkaufen. Das ist nicht nur lästig, das fühlt sich auch falsch an. Rein rational ist mir klar, dass es kein Unterschied ist, aber psychologisch ist es eben doch einer und deshalb lege ich inzwischen viel Wert auf eine hohe Ausschüttung.

Bei thesaurierenden Fonds kommt als extra Manko noch dazu, dass sie über die Vorabpauschale am Anfang des Jahres auch noch Liquidität verbrauchen, was ich besonders ärgerlich finde und genau deshalb habe ich diese Fonds jetzt alle zum Verkauf gestellt.

Und als weiteres, für mich persönlich wichtiges Merkmal, achte ich auf die Häufigkeit der Ausschüttungen. Es macht einfach mehr Spaß, alle drei Monate 50€ zu bekommen als einmal im Jahr 200€. Deshalb nehme ich nur vierteljährlich ausschüttende Fonds neu ins Portfolio und wenn ich es richtig perfekt machen will, achte ich auch noch darauf, dass sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausschütten, also nicht alle bei 3,6,9,12, sondern gerne auch welche bei 1,4,7,10
Schwer zu finden sind Fonds, die bei 2,5,8,11 ausschütten, aber mit ein bisschen Suchen gibt es auch die.

So war ich heute also ausgiebig damit beschäftigt, mich durch die ETF-Fondslandschaften zu lesen und Vergleichsrechnungen durchzuführen, um Gebühren, Renditen und Kostenquoten zu analysieren und stelle jetzt, am Ende des Tages überrascht fest, dass mir das richtig viel Spaß gemacht hat
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Mittwoch, 14. Januar 2026
Bürokram erledigt
Den größten Teil des Tages habe ich mit Admin-Dingen für den Vater verbracht.
Aufgrund seines Alters und seiner multiplen Krankheiten gehen monatlich sehr viele Rechnungen für medizinische Versorgung bei mir ein, die ich alle prüfen, in die Buchhaltung übernehmen, bezahlen, bei der Krankenkasse und der Beihilfe einreichen und dann die Erstattung überwachen muss.

Heute habe ich mich nicht nur mit den Rechnungen der letzten vier Wochen beschäftigt, sondern ich habe auch alle Fehler der Beihilfe im letzten Jahr zusammengestellt, um einen langen Beschwerdebrief zu verfassen.

Die Beihilfe ist eine Behörde, verflixt noch mal. Ich bin immer wieder erstaunt, was für eine schlampige Arbeit die da abliefern. Beim Finanzamt kommt so etwas nicht vor, mich irritiert das maßlos, dass Beamte so unsauber arbeiten.

Wenn ich eine Erstattung für eine Leistung beantrage, dann hat dafür ein Bescheid zu ergehen und dieser Bescheid muss an die richtige Adresse geschickt werden. Ein Beihilfebescheid ist ein Verwaltungsakt, der ordnungsgemäß bekanntgegeben werden muss, damit die Widerspruchsfrist zu laufen beginnen kann.

Ich habe eine Vollmacht für den Vater und alle Bescheide für seine Anträge haben an meine dafür bevollmächtigte Anschrift zu ergehen. Punkt!

Die Beihilfe verschickt ihre Bescheide aber wahllos an irgendwelche Adressen. Manche an die Adresse des Vater auf Borkum, manche an meine Adresse auf Borkum, manche an meine Mutter und manche nach Greven. Es ist ein heilloses Durcheinander und ganz eindeutig gegen alle Vorschriften.
Dazu kommt, dass sie die Erstattungsbeträge auch willkürlich überweisen, mal auf das Konto der Mutter mal auf das des Vaters, es ist zum Haareraufen. Und weil ich keinen Bock haben, dieses Durcheinander regelmäßig auseinanderzufuddeln und die Konten intern auszugleichen, habe ich beschlossen, dass ich jetzt mal Ärger mache.

Das wird bestimmt ein Spaß, denn nur weil Menschen verheiratet sind, gilt für Behörden trotzdem der Datenschutz und Konten zu vertauschen geht ja nun endgültig gar nicht.

Bisher habe ich schon dreimal dort angerufen und jedes Mal wurde mir erklärt, dass sich der zuständige Mitarbeiter bei mir meldet, tat er aber bis heute nicht. Dann spielen wir jetzt doch mal Bürokratie umgekehrt. Es müssen sich schließlich nicht nur die Bürger an die Gesetze halten, sondern auch die Behörden und wenn ich eines gründlich gelernt habe, dann einen formell sehr korrekten Umgang mit Behörden. Schauen wir doch mal, ob die Behörde das auch kann.

Wenn man in eine formale Auseinandersetzung geht, ist es sinnvoll, gut vorbereitet zu sein, damit habe ich mich heute also ausführlich beschäftigt.

Ansonsten waren wir noch einkaufen und haben vor allem die Grundvorräte in diesem Haushalt wieder aufgefüllt.

Zum Abendessen gab es Kartoffelsuppe, insgesamt war es ein guter Tag
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Dienstag, 13. Januar 2026
Alles mögliche erledigt
Der Tag begann früh, weil ich um 9.30h heute einen Physiotermin hatte.
Früher hätte ich 9.30h als sehr entspannten, späten Tagesbeginn definiert, aber so ändert sich der Rhythmus, denn seitdem ich mehr oder minder komplett alleine entscheiden darf, wann ich wach und aktiv bin, beginnt mein Tag selten vor 10h - und das finde ich dann früh. Weshalb 9.30h inzwischen schon ein wirklich herausfordernd früher Termin geworden ist. Aber der Mensch braucht Herausforderungen, deshalb habe ich den Termin extra auf diese Uhrzeit festgelegt.

Als ich wieder zuhause war, habe ich ein wenig Computerkram erledigt, aber ruckzuck war es dann auch schon 12.30h und wir mussten fertig machen, um nach Rheda zu fahren.

Dort hatte K den Termin beim Reifenhändler, jetzt ist wieder alles tippitoppi. Der Reifen wurde geflickt, das funktioniert bei einem Autoreifen nicht sehr anders als bei einem Fahrradreifen, er bekam halt einen Flicken von innen, dann wieder aufgeblasen, ausgewuchtet und neu in der Bordelektronik justiert - jetzt können wir wieder ohne "hoffentlichhältderReifensolangeaus" Sorgen durch die Weltgeschichte kurven.

Danach fuhren wir zur Baustelle, bei der von außen nicht mehr viel passiert ist, außer den Bohrlöchern für die Wärmepumpe ist jetzt aber auch der Brunnenschacht schon gebohrt, das freut mein Prepperherz.

Innen haben die Handwerker Unmengen an Leitungen verlegt, an manchen Stellen quollen die Kabel wie ein 100armiges Ungeheuer aus der Wand, ich kann die Elektriker immer nur wieder aufs Neue bewundern dafür, dass die am Ende immer noch wissen, welches der 1001 Kabel wohin geht, wofür sein soll und wie angeschlossen werden muss. Und dann funktioniert es am Ende auch tatsächlich so wie gewünscht, ich finde das faszinierend.

Anschließend fuhren wir beim Architekten vorbei, besprachen kurz, was grade aktuell ansteht, dann besuchten wir den Fliesenleger und nahmen eine Musterfliese für den Erdgeschossboden mit, einfach weil ich sie jetzt immer schon mal anschauen möchte, um mich darauf zu freuen, wie schön das nachher alles wird.

Nachdem wir in Rheda alles erledigt hatten, fuhren wir weiter nach Bielefeld, holten J und seine Freundin in Brackwede am Bahnhof ab, um von dort gemeinsam zu Ikea zu fahren. Ich wollte eigentlich nur ein paar Teile aus der Küchenzubehörabteilung kaufen, aber als ich zwecks Abkürzung den Laden über die Kassenseite betrat, sah ich damit auch als erstes die Schlangen an den drei geöffneten Kassen (pro Kasse ca. 50-80 Leute, es war völlig irre, die schlängelten sich rückwärts durch die halbe Kleinkramabteilung), weshalb ich spontan entschied, dass es nichts auf der Welt gibt, das es rechtfertigen würde, mich dort anzustellen. Damit war der Einkauf noch schneller erledigt als gedacht, wir aßen alle nur noch das obligatorische Hotdog und fuhren dann gemeinsam zur Mutter, um ihr mehligkochende Kartoffeln zu bringen, die wünschte sie sich nämlich dringend.

Der Mutter fällt es zunehmend schwer, sich Dinge zu merken. Leider merkt sie noch sehr genau, dass sie sich nichts mehr merken kann, was wahrscheinlich das einzig Unangenehme daran ist.

Ich nutze ihre Vergesslichkeit, um regelmäßig freche Bemerkungen zu machen, die ich mir jetzt ohne Bedenken leisten kann, denn sie vergisst das ja alles so schnell wieder, dass sie deshalb auch nie länger beleidigt ist. Im Gegenteil, sie weiß ja, dass sie es vergessen wird, so dass sie noch nicht mal dann, wenn ich es grade gesagt habe, beleidigt ist, es lohnt sich schlicht nicht und das ist ihr auch klar.

So wurde es ein sehr vergnüglicher Abend, wir schauten alte Fotoalben und als Js Freundin ein 30 Jahre altes Foto von mir sah und es kommentierte mit: "Uih, du warst ja mal richtig schön", wusste ich, dass es mir wohl genauso gehen wird wie meiner Mutter, auch ich muss mit so frechen Kindern einfach lernen zu leben.

Richtig viel, viel Spaß hatte ich allerdings als die Mutter Getränke anbot und sagte, sie hätte da eine Flasche Getränk geschenkt bekommen, das schmecke ihr gar nicht und ob J es nicht mal probieren wolle. Vielleicht fände er es ja nicht so schrecklich wie sie. J ist für solche Experimente immer offen, Js Freundin ebenfalls (deshalb passen die zwei auch so gut) und so kam die Mutter mit zwei Saftgläsern und einer Flasche Limoncello wieder, goss die (großen) Saftgläser halb voll und sagte: "Ich gieß mal nicht so viel ein, nur mal so zum Probieren."

J und seine Freundin bekamen richtig große Augen als sie begriffen, dass ihnen da zwei halbvolle Satftgläser mit Schnaps "nur mal zum Probieren" angeboten wurden und ich rutschte vor Lachen fast untern Tisch.
Wir versuchten der Mutter klarzumachen, dass es sich bei Limoncello um Schnaps und nicht um Limonade handelt, aber ich fürchte, sie hat uns nicht geglaubt.

J löste das Problem dadurch, dass er noch Mineralwasser nachgoss, dann ließ es sich etwas besser trinken, am Ende waren alle sehr fröhlich. Die Flasche mit dem restlichen Inhalt nahm J mit nach Hause, was die Mutter sehr freute.

Auf dem Rückweg setzten wir J und Freundin bei ihrer Wohnung ab und als der Hund begriff, dass ihr Lieblingsfreund aussteigt und sie nicht mit darf, hat sie anschließend bis Melle laut gewimmert, dann schlief sie erschöpft ein.

K hat in dem Wagen ja alle Sitze ausgebaut, um das große Regal für das Gartenhaus transportieren zu können und es gab keinen Grund, dass wir sie heute wieder hätten einbauen müssen, so dass alle weiteren Mitfahrer gemeinsam mit dem Hund hinten auf der Ladefläche saßen und das verbindet natürlich noch mal extra. Auf alle Fälle ausreichend, um den Hund in tiefe Verzweiflung zu stürzen als ihr klar wurde, dass sie den Rest der Fahrt wieder alleine im Laderaum verbringen muss
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Montag, 12. Januar 2026
Wechsel aufs Festland
So, nach vier Wochen Insel jetzt mal wieder vier Wochen Festland. Der Haushaltstransfer funktionierte ohne irgendwelche Besonderheiten, die Fähre war fast leer, genauso wie die Straßen, die ansonsten nur nass und nicht vereist waren. Allerdings war es ganz entsetzlich nebelig

Nebel

Die Eisregen-Warnlage war für unsere Reise komplett irrelevant,

Warnlage Land auf der Karte

wir fuhren nur durch den grünen Bereich, also alles bestens.

Der Reifen hielt auch erstaunlich gut, ebenfalls erfreulich.
Von Eemshaven aus fuhren wir nach Leer, besuchten den Vater und TK Maxx, machten auf dem Rückweg noch einen zweiten Stopp beim TK Maxx in Rheine, aber hier freuten wir uns vor allem über die Bestätigung, dass es nichts Besonderes mehr zu kaufen gab, das beruhigt den latenten Einkaufsdrang sehr und macht gute Laune. Kein Schnäppchen verpasst, wunderbar.

In Greven wartete eine überschaubare Menge an Post und einige sehr durstige Pflanzen, ich denke aber, die haben alle überlebt.

Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass mit dem Müll alles so perfekt funktioniert hat.

Die blaue Tonne, die letzten Montag auf Borkum nicht abgeholt worden war, wurde dann am Freitag einzelgeleert, nach dem ich dreimal bei der zuständigen Firma angerufen und gedrängelt hatte. Jetzt ist alles weg und ich bin zufrieden.

Einen besonders vollen, großen und schweren, schwarzen Müllsack hat K letzte Woche mit dem Auto direkt zur Kippe gebracht - der war so schwer, dass er das zulässige Gesamtgewicht für einen Sack überschritt, aber wenn man ihn selber vor Ort ablädt und in die richtige Grube wirft, merkt das ja keiner und so funktionierte die Entsorgung problemlos.

Anschließend haben wir noch mal fast einen vollen Sack Müll produziert (Haus aufgeräumt und alles entsorgt, was keiner mehr braucht), der aber erst am Freitag abgeholt worden wäre. Den haben wir deshalb im Auto mit nach Greven genommen, hier war die schwarze Tonne komplett leer - und wird morgen früh abgeholt, sie steht bereits mit dem Borkummüll gefüllt an der Straße.

Da Müll für mich immer ein besonders heikles Thema ist, bin ich jetzt sehr zufrieden, wie gut das unterm Strich letztlich alles geklappt hat.

K fuhr heute morgen zum Baumarkt und hat die Bestellung der Zaunelemente final geklärt, anschließend stieg er auf eine Leiter und befestigte die Dachplane des Gartenhauses mit Nägeln - ihm war eingefallen, dass es vielleicht doch keine so gute Idee ist, ausgerechnet die umrahmende Dachbefestigung noch nicht am Gartenhaus montiert zu haben, die Wahrscheinlichkeit für Orkan und andere Wetterextreme ist im Winter durchaus größer und so ein fast fertiges Dach ist da dann vielleicht etwas empfindlich.

Um die gesamte Dachbefestigung anzubringen fehlte ihm heute morgen vor Abfahrt der Fähre die Zeit - aber wenigstens extra festgenagelt hat er die Plane jetzt schon mal und mal schauen, vielleicht kommen ja Heinzelmännchen und erledigen den Rest, dann wäre es ja schade, wenn er keine Arbeit für die übrig gelassen hätte.

Die Pendelei in Monatsabständen ist wesentlich entspannter als wöchentliche Wechsel, weil ich dann nur einmal im Monat alles sauber machen muss und weil ich den Kühlschrankinhalt sozusagen komplett einpacke und nicht rumsortiere, was wo bleiben kann. Und seitdem wir jetzt dieses riesige Auto haben, in das einfach alles ohne zu schachteln reingeht, mache ich mir erst recht keine Mühe mehr, vor dem Einpacken noch zu sortieren: Einfach alles in eine oder zwei Kühltaschen und fertig
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