anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 21. August 2016
Gebüschsalat
Im Moment laufen hier intensive Fahrtrainings, um J. fit fürs Überleben auf der Straße selbständige Autofahren ohne Begleitung in einem Schaltwagen zu machen.
Seinen Führerschein hat er vor einem Jahr gemacht - und ist dann ein Jahr nicht mehr Auto gefahren, weil er in Kanada war. Für einen Fahranfänger nicht grade eine ideale Ausgangssituation, um Routine zu bekommen. Dazu kommt, dass er, wenn er Auto gefahren ist, mit meinem Auto gefahren ist und das hat Automatik und ganz viele PS und ein Riesennavi und ist insgesamt eben mit reichlich Extras, die das Autofahren erleichtern, ausgestattet. Konkret heißt das, dass er nun völlig verwöhnt ist und jetzt erst mal wieder auf den Boden der Schülertatsachen herabgeholt werden muss, die bedeuten, dass er nun zwar ein eigenes Auto bekommt, bzw. schon hat (was für einen Schüler als solches ja schon ein echter Luxus ist), dieses Auto aber nun nicht ganz so komfortabel zu fahren ist, wie meines. Vor allem hat es ein Schaltgetriebe - und schalten bzw. Anfahren hat er tatsächlich komplett wieder verlernt.
Deshalb war jetzt Fahrtraining angesagt.
Für solche Aktionen bin ich keine gute Besetzung. Ich bin eh schon ein schlechter Beifahrer und dann auch noch neben einem Anfänger, ne, geht gar nicht - ich falle von einem Herzinfarkt in den nächsten, zucke, schreie und klammere mich verkrampft an den Haltegriffen fest und vermittele so dem Fahrer neben mir nicht wirklich das Gefühl von ruhiger Gelassenheit, was aber wohl ganz nützlich wäre, genau das dem Fahranfänger zu vermitteln.
Aber dafür haben wir ja einen Westfalen im Haus.
K. ist wirklich die Traumbesetzung als Fahrlehrer, nur wenn man ihn sehr gut kennt, merkt man, wann er zuckt und dass er hoch konzentriert aufpasst, aber nach außen dringt kein lautes Wort, kein Schreien oder Quietschen, alle Anweisungen und Hinweise kommen völlig gelassen und ruhig.
Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob der Fahrstil, den er J. da grade beibringt, wirklich das beste für die Zukunft ist, ("zuviel" und "Gas geben" in einem Satz kommt nicht vor), aber bevor J. den Wagen ständig abwürgt ist es sicherlich besser, er fährt ihn erst mal mit quietschenden Reifen an, bremsen kann man später immer noch. Sagt K. - na ja, wir werden sehen.
Auf alle Fälle haben die beiden heute Fahren geübt und ich habe mich deshalb beim Flohmarkt absetzen lassen und sehr zufrieden drei Stunden bei bestem Wetter an der frischen Luft und ohne Panikattacken eingekauft.
Als sie mich wieder abholten, war ich grade beim Gemüsestand und überlegte, was wir heute wohl essen könnten. Mich faszinierte ein Bund "Grünzeug", was ich so noch nie gesehen hatte. Die Gemüsefrau meinte, es wäre türkischer Feldsalat. Ich probierte ein Blättchen und stellte fest, dass es auf alle Fälle "anders" schmeckt. Anders als Feldsalat und überhaupt anders als jeder Salat, den ich bisher so probiert habe.
J. probierte auch und sagte dann: "Das ist Gebüsch. Ganz eindeutig. Ich war nicht umsonst lange Jahre in einem Kindergarten mit großen Außengehege. Das ist ganz klar Gebüsch."
Ehrlich gesagt finde ich, er hat recht, es schmeckt tatsächlich sehr nach Gebüsch, aber gleichzeitig auch nicht schlecht, mal was anderes eben. Ich habe dann noch ein großes Paket "Wildkräutersalat" gekauft und das "Gebüsch" zur Hälfte da mit druntergemischt. Insgesamt war ich mit dem Salat zu den Käsespätzle nachher extrem zufrieden. Hat wirklich gut geschmeckt.

Salat oder Gebüsch?

Und morgen üben die zwei wieder weiter Autofahren, das wird schon, es lässt sich immer besser aushalten, da hinten auf dem Rücksitz
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Samstag, 20. August 2016
Funkanekdoten
Weil K. Privatpilot ist und wir deshalb häufiger mal mit dem Flugzeug unterwegs sind, habe ich mir auch eine Beschäftigung beim Fliegen gesucht und die Funkausbildung absolviert.
Beim Funken ist es natürlich so wie überall im Leben, es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. In der Theorie ist alles sehr sorgfältig geregelt und genau vorgeschrieben, so dass es oft arg lustig ist, die Abweichungen in der Praxis zu belauschen. Es gibt sehr viele Piloten, die entweder erst ganz frisch dabei sind oder generell wenig fliegen und deshalb wenig Übung haben, weshalb sie noch viel Stress beim Fliegen haben und natürlich lieber Fehler beim Funken als beim Fliegen machen. Außer Piloten in Motorflugzeugen gibt es aber auch Segelflieger, die schon fast aus Prinzip keine Ordnung beim Funken halten, weil sie alles, was mit Motorflug zu tun hat, zutiefst verachten, und die Funkerei ist natürlich eigentlich eine reine Motorflugsache, die Segelflieger müssen nur dann mal Funken, wenn sie sich in einem Luftraum bewegen, der speziell für Motorflieger vorgesehen ist (zB rund um größere Flugplätze)
Ansonsten ist es so, dass es immer eine Bodenstation gibt, die den Flugverkehr genau beobachtet, kontrolliert und regelt und dafür sorgt, dass sich die Flieger in der Luft nicht zu nahe kommen, weshalb den Anweisungen des Fluglotsen grundsätzlich und immer zu folgen ist.
Der Funkverkehr ist also ein ganz wichtiges Sicherheitselement für Flieger und deshalb natürlich besonders ausführlich mit Regeln und Vorschriften gespickt.
§1 ist die Funkdisziplin. "Eigentlich" ist es streng verboten irgendwelche überflüssigen Dinge im Funk zu sagen. Da auf einer Funkfrequenz immer nur einer reden kann, blockiert eine fröhliche Plaudertasche natürlich die Frequenz auch für alle Not- oder Hilferufe, deshalb Grundsatzvorschrift: Nur das Nötigste sagen und das so knapp wie möglich. Dafür gibt es spezielle "Sprechgruppen", mit denen die notwendigen Informationen zu übermitteln sind. In echt klappt das natürlich selten und auch die wirklich topausgebildeten Funklotsen können sich nicht immer eines persönlichen Kommentars enthalten.
So fragte neulich ein Lotse einen Flieger: "Report your heading." Der Pilot sollte also den Kurs angeben, den er grade flog. Dafür guckt man dann auf seinen Kompass, (wenn man kein modernes Navi dabei hat) und liest den Kurs ab. Mehr als 360° ist logischerweise nicht möglich.
Der Pilot gab aber stattdessen seine Höhe durch, die immer in Fuß gemessen wird und antwortete also: "5700", was der Lotse dann spontan mit: "Wow, that's a lot of heading." kommentierte.
Über diese Antwort kichere ich seit einem halben Jahr immer wieder neu, wenn sie mir einfällt. Manchmal können die sonst oft griesgrämigen Lotsen richtig witzig sein
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Freitag, 19. August 2016
App Tag
Heute war der Tag der Apps. Nicht offiziell ausgerufen oder von irgendwem beschlossen oder vorgegeben, sondern rein als Real-Fakt: ich habe heute jede Menge neue Apps geladen, auf die ich auf unterschiedliche Weise aufmerksam gemacht wurde.
Eine hat meine Tochter erwähnt: "TLA" oder "that level again". Da muss ein Männchen immer das gleiche Gelände auf immer andere Art und Weise durchqueren. Nach ca. 2 Stunden (okay, ich habe es während der Arbeit ausprobiert und deshalb größere Pausen gemacht), aber nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich jetzt auf Level 5 und hab immer noch nicht begriffen, was ich das Männchen konkret machen lassen soll, warum das Männchen reagiert wie es reagiert und wie ich es überhaupt richtig steuere. Ich glaube, das ist mal wieder eines dieser Spiele, für die ich zu blond bin. Aber immerhin habe ich mir Mühe gegeben und es wenigstens ausprobiert....
Anschließend habe ich heute die Telekom Empfehlungen gecheckt und da waren dann einige bei, die mir gefielen. Die Telekom hat regelmäßig "Specialapps", die man als Telekomkunde umsonst oder sehr vergünstig bekommt und zusätzlich empfiehlt sie auch regelmäßig "besonders gute" Apps, und die probiere ich tatsächlich regelmäßig aus, weil da schon häufiger wirklich gute Empfehlungen bei waren.
Diese Woche gibt es irgendwelche Reiseführer kostenlos für Telekomkunden, habe ich mir natürlich geladen, bei kostenlos bin ich immer dabei, mein Aszendent ist "Raffzahn" und ich denke mir dabei: erst mal laden, gelöscht ist schnell wieder. Jetzt besitze ich einen "Premium Reiseführer Sauerland", der auch offline funktionieren soll, das habe ich mir sicherlich doch schon so lange gewünscht.
Eine andere Telekom-Sonder-App ist allerdings wirklich eine meine Lieblingsapps: Navigon select nutze ich schon seit Jahren und es ist meine absolute Lieblings-Navi-App, die ich auch regelmäßig parallel zum festeingebauten Autonavi laufen lasse, denn es kennt alle Blitzer, auch mobile......
Dann gab es noch eine Gedächtnistrainer App als Empfehlung, Ergebnis des ersten Durchgangs: ich kann alles bis auf Sprache, bei den Sprachübungen habe ich leider verkackt. Dumm.

Und schließlich, tadaaa, Trommelwirbel, ein neues Spiel, das mich tatsächlich so total angefixt hat, dass ich gestern stundenlang am Handy klebte und gar nicht mehr aufhören konnte:
Es heißt 1010! und funktioniert ein bisschen wie Tetris oder auch wie Pentomino, wobei die Figuren aus zwischen einem und neun Quadraten bestehen, die so angeordnet werden müssen, dass sich ganze Reihen füllen, die sich dann wieder löschen und damit Platz machen für neue Figuren. Das für mich entscheidende: es gibt überhaupt keinen Zeitfaktor, ich gerate also nicht in Zeitstress und dann macht mir tatsächlich auch ein Handyspiel Spaß
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Donnerstag, 18. August 2016
Egal
Heute war einer dieser Tage, die erst schlecht starten, sich dann aber auch nicht mehr aufrappeln.
7.45h: Viel zu spät aufgewacht und immer noch viel zu müde. Am allerschlimmsten: K. schläft auch noch, deshalb habe ich noch mal einen Kaffee.
7:55h K. mühevoll unauffällig wachgekuschelt und nebenbei erwähnt, dass ich jetzt auch gerne einen Kaffee hätte. K. kichert und freut sich:"ich wusste, dass du das jetzt sagst." - Blödmann! Ich hasse es, wenn er mich durchschaut!
Fünf Minuten später ist es plötzlich schon 9h, K. verlässt angezogen und fertig organisiert das Haus, ich habe noch nicht mal geduscht, dafür aber die Akte mit den alten Versicherungsunterlagen gefunden, immerhin habe ich jetzt alle Details, um übermorgen das neue Auto für Joscha zuzulassen.
10h, ich erscheine im Büro und ärgere mich, dass ich mich nicht traue, heute auf den Flohmarkt zu gehen, aber ich habe zwei ganz dringende Großprojekte zu erledigen, mit Flohmarkt würde ich das bestimmt nicht schaffen.
14h, Projekt a) ist erledigt und ich schnaube vor schlechter Laune. Ich habe den Geschäftsbericht, den unser sagenhaft fehl besetzter Assistent der Geschäftsleitung vorbereitet hat, gründlich korrigiert und dann freigegeben. Hätte ich ihn gleich selber gemacht, wäre ich schneller gewesen. Ärger, grummel, Drücken im Bauch wegen Unfairness.
18h Projekt b) ist fertig, Punktlandung!
19.30h sonstiger Bürokrimskrams ist erledigt, frustriert festgestellt, dass ich schon wieder seit 9,5h in m Büro bin. Irgendwie ist das oberöde.
20h Ankunft zu Hause und keine Lust mehr zu irgendwas, aber hungrig.
20.30h Essen fertig, auch K. erscheint, genau so platt wie ich.
22h und drei Glas Wein später: Besser ich gehe jetzt sofort zu Bett und nicht mehr über Los
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Das muss lustig gewesen sein
Das NIGE hat gestern eine 1000 Watt-Wanderung gemacht und der NDR berichtet natürlich darüber:
Hier.
(Ich weiß nicht, wie lange der Link funktioniert, aber noch läuft er.)
J. ist zwar nicht zu sehen, aber er hat ein Yo geschickt von unterwegs, danach war sein Handy alle. Sein Teilnahmebeweis ist also erbracht.
Ich finde die Idee einfach nur prächtig und ziehe den Hut vor der Organisationsleistung der Lehrer
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Mittwoch, 17. August 2016
Wie's halt so geht
Das ist schon alles trübe mit mir und meinen Launen und Stimmungen. Auf der einen Seite jammere ich mit viel mimimimi vor mich hin, dass ich keine Lust auf Büro und Arbeiten und überhaupt habe, aber knapp sitze ich wieder im Büro, finde ich dort auch kein Ende mehr.
Heute habe ich mich wieder bis nach 20h dort rumgetrieben, weil ich wusste, dass K. unterwegs ist und sicher erst spät fertig sein wird und alleine zu Hause zu sein finde ich auch blöd.
Wie so ein querköpfiger Teenager: Ich will nicht arbeiten, ich will aber auch nicht alleine nicht arbeiten, sondern am liebsten wäre es mir, wenn K. auch ab sofort nicht mehr arbeiten müsste und wir dann zu zweit den ganzen Tag Unsinn machen könnten.
Das wäre doch famos. Ich hätte da ausreichend Ideen zur Unterhaltung, langweilig würde uns ganz sicher nicht.
Jetzt brauche ich bloß noch irgendeine Fee mit Zauberstab und schnickschnackschnuck oder was es sonst für Möglichkeit gibt, solche Wünsche einfach mal umzusetzen.
Vielleicht hilft auch mit dem Fuß aufstampfen?

Hmmmm, sieht nicht so aus.
Also mache ich eben weiter wie bisher, jammere leise vor mich hin, schäme mich dabei sehr wegen dieser unglaublich arroganten Luxusprobleme, und freue mich regelmäßig über Kleinigkeiten.

Gestern zB habe ich das hier im Zeitschriftenregal gesehen und hatte viel Spaß damit.
Das Magazin für die dritte Lebenshälfte, uuuhuuuhuu wie lustig. Sechzig ist das neue Fünfzig und das ist schließlich die eine Hälfte von Hundert? Ich habe kichernd und giggelnd im Laden gestanden, das Magazin durchgeblättert und spontan beschlossen, dass ich jetzt auch endlich alt werden will. Nicht älter, sondern alt. Richtig ordentlich alt, damit ich da auch mitmachen kann. Mir gefielen die nämlich alle enorm gut, die aktiven Sixties, das will ich jetzt auch. Alberne Teenagersprüche rauskramen, in Stinkesneakers durch die City schlendern (war ein Beitrag in diesem Heft, weil Sneakers sind sehr angesagt, habe ich grade gelernt und spontan meine Pumps in die Ecke gekickt) und sich überhaupt keinen Kopf mehr um political correctness machen müssen. Denn wenn man noch arbeitet, ist man längst zu alt, um noch gefeuert werden zu können, da kann man es einfach entspannt ausklingen lassen, die meisten "Silvernerds" scheinen aber wohl bereits in Altersteilzeit oder Vorruhestand oder endgültiger Freistellung zu leben und müssen sich noch weniger Gedanken darum machen.
Die leben nämlich genau das Leben, dass ich mir grade jammerig herbeisehne und da kommt so eine Zeitung sehr passend. Die Bravo fand ich auch mit 10 Jahren viel interessanter als mit 16, wahrscheinlich bin ich einfach nur frühreif? Ein frühreifer Rentner, warum nicht?
Diese Idee muss ich noch mal weiter verfolgen
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Dienstag, 16. August 2016
Mit dem Ende des Urlaubs kehrt die Müdigkeit zurück
Ist schon seltsam: in den letzten drei Wochen war ich sehr oft erst deutlich nach Mitternacht im Bett und dann habe ich oft noch etwas gelesen oder im Fernsehen angeschaut. Trotzdem war ich am nächsten Morgen immer spätestens gegen 8h wach und fühlte mich frisch und ausgeschlafen.
Knapp beginnt der Büroalltag wieder, bin ich abends um 21.30h schon so müde, dass ich schiele und morgens um 8h fühle ich mich,als wäre ich nachts von einem LKW überrollt worden.
Deshalb muss ich jetzt schlafen und kann nichts mehr schreiben
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Montag, 15. August 2016
Back to Alltag
So, Urlaub vorbei, ab morgen beginnt der normale Büroalltag wieder und ich bemerke, wie ich, wie stets nach einer längeren Pause, sehr intensiv keine Lust auf Büro habe. Leider fällt mir aber auch keine Alternative ein, hilft also nix, geh ich eben wieder arbeiten.
Wenn ich mich dann erst mal wieder in den normalen Alltag eingefunden habe, geht es auch wieder, aber aktuell hadere ich doch sehr mit akuten Frustattacken.

Nun ja, wird sich finden, bin mal gespannt, welche Papierberge morgen warten
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