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Donnerstag, 22. Oktober 2015
Aufgeräumt
anje, 01:00h
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Mittwoch, 21. Oktober 2015
Ruhe schön
anje, 00:01h
"Weißt du schon, was du machst, wenn du tot bist?"
Mit dieser sehr direkten Frage hat mich vor einigen Jahren eine Bekannte verblüfft, die sich da schon sehr ausführlich Gedanken zu gemacht hatte.
"Ich hab da nämlich schon einen Friedhof ausgesucht und bisher sind wir zu acht und teilen uns eine Grabstätte, ich hab die auch schon komplett reserviert, aber wir könnten noch ausweiten, noch sind zwei Gräber rechts daneben frei. Ich find das wichtig, vorher zu überlegen, neben wem man da zu liegen kommt. Stell dir vor, ich müsste nebem dem Erwin.... - Also ne, das ginge ja gar nicht. Der schnarcht so sehr, da kriegste nachher kein Auge zu und wenn du dann tot bist, dann haste das Palaver, besser ist, man plant das vorher in Ruhe. Der Erwin kommt neben die Rosi. Die ist schwerhörig, die stört das Schnarchen nicht."
Dieses Gespräch hat mich damals schon nachhaltig fasziniert und im weiteren Verlauf stellte sich dann raus, dass es wohl sehr viele Leute gibt, die wollen das vorher alles genau geplant und vorbereitet haben. Diese Bekannte war Mitglied einer 8er Clique, die durch die Gruppenorganisation versuchten Synergieeffekte zu heben.
Ich gehe mal davon aus, das solche Leute die Zielgruppe der Bestatter sind, denn ihre sonstige Kundschaft sagt ja nicht mehr viel.
Um ihre Zielgruppe aktiv zu umwerben und zu unterstützen, geben sich die Bestatter viel Mühe.
So gibt es unter anderem die GBV Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge mbH, die eine sehr detaillierte website zu allen Themen rund ums Bestatten betreibt und hier unter anderem jährlich Preise vergibt fürden schönsten Tod, den schönsten Friedhof, das schönste Grab/Grabmal/Sarg/Urne.
Diesjähriger Sieger in der Kategorie des schönsten Friedhof ist der Sennefriedhof in Bielefeld. Der Bielefelder Teil meiner Familie kann sich also schon mal wunderschön begraben lassen. Beruhigt doch, sowas vorher zu wissen.
Noch faszinierender fand ich allerdings die Särge, die heutzutage so auf dem Markt sind.
Den ersten Preis macht das Modell Seelenrelief. Optisch finde ich ihn nicht so spannend, aber die Wortwahl ist ja wohl erste Sahne. Chapeau, ein echter Sprachkünstler, dieser Sargschreiner.
Am meisten grinsen musste ich aber über den vierten Platz: PLUS MINUS NULL – Der natürliche Weg in Leipzig. Dort hießen die Teile früher Erdmöbel, was den künstlerischen Designanspruch ja deutlich mehr unterstreicht als das traurige Wort "Sarg".
Die neue Schlichtheit kam schon immer aus dem Osten, die Bauhausszene fand ja auch dort ihren Ursprung.
Ich glaube, dafür bleibt jetzt nur noch ein Punkt
.
Mit dieser sehr direkten Frage hat mich vor einigen Jahren eine Bekannte verblüfft, die sich da schon sehr ausführlich Gedanken zu gemacht hatte.
"Ich hab da nämlich schon einen Friedhof ausgesucht und bisher sind wir zu acht und teilen uns eine Grabstätte, ich hab die auch schon komplett reserviert, aber wir könnten noch ausweiten, noch sind zwei Gräber rechts daneben frei. Ich find das wichtig, vorher zu überlegen, neben wem man da zu liegen kommt. Stell dir vor, ich müsste nebem dem Erwin.... - Also ne, das ginge ja gar nicht. Der schnarcht so sehr, da kriegste nachher kein Auge zu und wenn du dann tot bist, dann haste das Palaver, besser ist, man plant das vorher in Ruhe. Der Erwin kommt neben die Rosi. Die ist schwerhörig, die stört das Schnarchen nicht."
Dieses Gespräch hat mich damals schon nachhaltig fasziniert und im weiteren Verlauf stellte sich dann raus, dass es wohl sehr viele Leute gibt, die wollen das vorher alles genau geplant und vorbereitet haben. Diese Bekannte war Mitglied einer 8er Clique, die durch die Gruppenorganisation versuchten Synergieeffekte zu heben.
Ich gehe mal davon aus, das solche Leute die Zielgruppe der Bestatter sind, denn ihre sonstige Kundschaft sagt ja nicht mehr viel.
Um ihre Zielgruppe aktiv zu umwerben und zu unterstützen, geben sich die Bestatter viel Mühe.
So gibt es unter anderem die GBV Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge mbH, die eine sehr detaillierte website zu allen Themen rund ums Bestatten betreibt und hier unter anderem jährlich Preise vergibt für
Diesjähriger Sieger in der Kategorie des schönsten Friedhof ist der Sennefriedhof in Bielefeld. Der Bielefelder Teil meiner Familie kann sich also schon mal wunderschön begraben lassen. Beruhigt doch, sowas vorher zu wissen.
Noch faszinierender fand ich allerdings die Särge, die heutzutage so auf dem Markt sind.
Den ersten Preis macht das Modell Seelenrelief. Optisch finde ich ihn nicht so spannend, aber die Wortwahl ist ja wohl erste Sahne. Chapeau, ein echter Sprachkünstler, dieser Sargschreiner.
Am meisten grinsen musste ich aber über den vierten Platz: PLUS MINUS NULL – Der natürliche Weg in Leipzig. Dort hießen die Teile früher Erdmöbel, was den künstlerischen Designanspruch ja deutlich mehr unterstreicht als das traurige Wort "Sarg".
Die neue Schlichtheit kam schon immer aus dem Osten, die Bauhausszene fand ja auch dort ihren Ursprung.
Ich glaube, dafür bleibt jetzt nur noch ein Punkt
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Dienstag, 20. Oktober 2015
Aufgeräumt
anje, 01:00h
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Montag, 19. Oktober 2015
Zibeben, Berberitzen und Möwen
anje, 01:27h
Heute kam Barbara zu Besuch und brachte mir auch noch ein Geburtstagsgeschenk mit.
Als sie letztes Jahr auf Borkum war, habe ich mir ein Bild für das Büro gewünscht, was genau vor die geflickte Stelle unter der Schräge passt.
Damals stand der Schreibtisch noch unter der Schräge und der Plan war, als Bild dort eine Möwe zu platzieren, die sich angewidert vom Schreibtisch abwendet.
Ich denke, schöner hätte das Bild gar nicht werden können.

Zu diesem Bild gehört natürlich dann dieses Gedicht:
Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.
Ich schieße keine Möwe tot,
ich lass sie lieber leben -
und fütt‘re sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.
O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.
Christian Morgenstern
Als ich vorgestern im Rheinland war, habe ich mal wieder die Gelegenheit genutzt, bei Aldi Süd einzukaufen. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie groß die Unterschiede zwischen diesen beiden Aldi Ketten sind, Aldi Süd gefällt mir sehr, zu Aldi Nord gehe ich nur, wenn kein anderes Geschäft erreichbar ist.
Bei Aldi Süd gab es dann Berberitzen im Angebot, was ich faszinierend fand, weil ich diese Frucht ansonsten noch nie real gesehen hatte, aber sofort wusste, dass Berberitzen in einem Gedicht vorkommt, was mir gut gefällt und dass ich deshalb schon immer wissen wollte, was Berberitzen eigentlich sind, so dass ich beglückt eine Tüte Berberitzen erwarb.
Unterwegs habe ich K. das dann erklärt, und dass er doch bestimmt auch das Gedicht mit "alle Möwen heißen Emma" kennt, aber während ich ihm das erzählte, begann ich parallel darüber zu grübeln, wie das Wort Berberitzen denn nun in diesem Gedicht eingebaut ist und was sich überhaupt auf Berberitzen reimt. Irgendwie bekam ich dann meine verschiedenen Assoziationsstränge nicht mehr miteinander verknüpft und wurde ganz unsicher, was Emma und Berberitzen angeht, aber ein Gedicht dazu gibt es, das wusste ich genauso sicher, wie dass in dem Möwenlied auch ein Obst vorkommt, was ich nicht kenne.
Oh Mann.
Und was für ein Glück, dass Tante Google das dann auflösen konnte und ich feststellte, dass es zum einen das Berberitzengedicht gibt, was mich wegen der düsteren Stimmung und der verdrehten Metaphorik schon immer angezogen hat, dass dieses Gedicht aber von Rilke ist und nichts mit Möwen zu tun hat.
In dem Möwenlied von Morgenstern dagegen kommen Zibeben vor, die begrifflich zwar auch kein geläufiges Alltagsobst sind, aber eben auch keine Berberitzen.
Zwar bin ich ziemlich sicher, dass Möwen sich genausogut mit Berberitzen füttern ließen, aber dann würde es sich nicht mehr so gut reimen.
So habe ich für das eine Gedicht nun also das Obst gefunden - und für das andere das Bild bekommen und bin ziemlich zufrieden, da jetzt Ordnung rein gebracht zu haben.
Punkt
.
Als sie letztes Jahr auf Borkum war, habe ich mir ein Bild für das Büro gewünscht, was genau vor die geflickte Stelle unter der Schräge passt.
Damals stand der Schreibtisch noch unter der Schräge und der Plan war, als Bild dort eine Möwe zu platzieren, die sich angewidert vom Schreibtisch abwendet.
Ich denke, schöner hätte das Bild gar nicht werden können.

Zu diesem Bild gehört natürlich dann dieses Gedicht:
Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.
Ich schieße keine Möwe tot,
ich lass sie lieber leben -
und fütt‘re sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.
O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.
Christian Morgenstern
Als ich vorgestern im Rheinland war, habe ich mal wieder die Gelegenheit genutzt, bei Aldi Süd einzukaufen. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie groß die Unterschiede zwischen diesen beiden Aldi Ketten sind, Aldi Süd gefällt mir sehr, zu Aldi Nord gehe ich nur, wenn kein anderes Geschäft erreichbar ist.
Bei Aldi Süd gab es dann Berberitzen im Angebot, was ich faszinierend fand, weil ich diese Frucht ansonsten noch nie real gesehen hatte, aber sofort wusste, dass Berberitzen in einem Gedicht vorkommt, was mir gut gefällt und dass ich deshalb schon immer wissen wollte, was Berberitzen eigentlich sind, so dass ich beglückt eine Tüte Berberitzen erwarb.
Unterwegs habe ich K. das dann erklärt, und dass er doch bestimmt auch das Gedicht mit "alle Möwen heißen Emma" kennt, aber während ich ihm das erzählte, begann ich parallel darüber zu grübeln, wie das Wort Berberitzen denn nun in diesem Gedicht eingebaut ist und was sich überhaupt auf Berberitzen reimt. Irgendwie bekam ich dann meine verschiedenen Assoziationsstränge nicht mehr miteinander verknüpft und wurde ganz unsicher, was Emma und Berberitzen angeht, aber ein Gedicht dazu gibt es, das wusste ich genauso sicher, wie dass in dem Möwenlied auch ein Obst vorkommt, was ich nicht kenne.
Oh Mann.
Und was für ein Glück, dass Tante Google das dann auflösen konnte und ich feststellte, dass es zum einen das Berberitzengedicht gibt, was mich wegen der düsteren Stimmung und der verdrehten Metaphorik schon immer angezogen hat, dass dieses Gedicht aber von Rilke ist und nichts mit Möwen zu tun hat.
In dem Möwenlied von Morgenstern dagegen kommen Zibeben vor, die begrifflich zwar auch kein geläufiges Alltagsobst sind, aber eben auch keine Berberitzen.
Zwar bin ich ziemlich sicher, dass Möwen sich genausogut mit Berberitzen füttern ließen, aber dann würde es sich nicht mehr so gut reimen.
So habe ich für das eine Gedicht nun also das Obst gefunden - und für das andere das Bild bekommen und bin ziemlich zufrieden, da jetzt Ordnung rein gebracht zu haben.
Punkt
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Sonntag, 18. Oktober 2015
Berberitzen
anje, 00:04h
Jetzt reifen schon die roten Berberitzen,
alternde Astern atmen schwach im Beet.
Wer jetzt nicht reich ist, da der Sommer geht,
wird immer warten und sich nie besitzen.
Wer jetzt nicht seine Augen schließen kann,
gewiss, dass eine Fülle von Gesichten
in ihm nur wartet bis die Nacht begann,
um sich in seinem Dunkel aufzurichten:
- der ist vergangen wie ein alter Mann.
Dem kommt nichts mehr, dem stößt kein Tag mehr zu,
und alles lügt ihn an, was ihm geschieht;
auch du, mein Gott. Und wie ein Stein bist du,
welcher ihn täglich in die Tiefe zieht.
Rainer Maria Rilke

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alternde Astern atmen schwach im Beet.
Wer jetzt nicht reich ist, da der Sommer geht,
wird immer warten und sich nie besitzen.
Wer jetzt nicht seine Augen schließen kann,
gewiss, dass eine Fülle von Gesichten
in ihm nur wartet bis die Nacht begann,
um sich in seinem Dunkel aufzurichten:
- der ist vergangen wie ein alter Mann.
Dem kommt nichts mehr, dem stößt kein Tag mehr zu,
und alles lügt ihn an, was ihm geschieht;
auch du, mein Gott. Und wie ein Stein bist du,
welcher ihn täglich in die Tiefe zieht.
Rainer Maria Rilke
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Samstag, 17. Oktober 2015
Unterwegs
anje, 00:44h
Knapp habe ich es geschafft, meine weitere Umgebung für dieses Blog zu interessieren, bin ich den ganzen Tag unterwegs und habe einfach keine Gelegenheit, hier etwas zu schreiben.
Deshalb nur kurz von unterwegs: bleibt dran, nur heute gibt 's weiter keinen Text.
Ich sitze grade in einem Subway neben dem Ikea in Kaarst, noch schnell ein Sandwich auf die Hand und dann zurück nach Greven. War ein langer Tag und morgen ist schon wieder AZF.
.
Deshalb nur kurz von unterwegs: bleibt dran, nur heute gibt 's weiter keinen Text.
Ich sitze grade in einem Subway neben dem Ikea in Kaarst, noch schnell ein Sandwich auf die Hand und dann zurück nach Greven. War ein langer Tag und morgen ist schon wieder AZF.
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Freitag, 16. Oktober 2015
Arzttermine sind etwas kompliziertes
anje, 01:39h
finde ich.
Grundsätzlich bin ich ja ein eher gesunder Mensch, bisher und toi, toi, toi.
Damit das aber auch weiter so bleibt, ist es ausgesprochen vernünftig schon mal rein vorbeugend zum Arzt zu gehen und für alle möglichen Körperteile und Regionen die anempfohlenen Vorsorgetermine wahrzunehmen.
Zweimal im Jahr sollte man zum Zahnarzt gehen. Und mindestens einmal im Jahr ist das wirklich ganz wichtig, sonst bekommt man keinen Stempel und dann wird jede Zahnversorgung, die aufgrund der fehlenden Vorsorge dann ja noch wahrscheinlicher wird, entsetzlich teuer, weil die Zuzahlung der Kasse ja streng nach Stempeln gestaffelt ist.
Weitere regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind alle zwei Jahre Hautkrebs beim Hautarzt und ebenfalls alle zwei Jahre Basischeck beim Hausarzt.
Zum Hausarzt muss ich eh häufiger gehen seitdem der festgestellt hat, dass nicht nur ich dauernd so schlapp und müde bin, sondern auch meine Schilddrüse, so dass die seitdem mit Pillen gepimpt wird, was wiederum der Arzt regelmäßig überwachen will. Ich habe noch nicht verstanden, wem er da weniger traut, meiner Schilddrüse oder den Pillen, aber egal, er besteht darauf, dass ich regelmäßig bei ihm auftauche und Blut da lasse und ich habe mich da nu auch schon gut dran gewöhnt, vor allem weil das alles ohne Termin und ruckzuck geht, da ist so ein Arztbesuch nicht aufwendiger als einmal einkaufen bei Aldi.
Als Frau sollte man dann noch, ähem, jetzt weiß ich das gar nicht in welchen Abständen, aber ich tippe mal auch einmal jährlich? - zum Gynäkologen gehen, damit der einem alle möglichen IGeL-Leistungen anbieten kann, um einem ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn man das ablehnt und sich damit der Unterstützung der notleidenden Gynäkologenzunft verweigert.
Von all diesen Vorsorgeterminen mag ich den beim Hautarzt am liebsten, weil ich das stets mit einer kleinen SchönheitsOP verbinde. Irgendeine Warze oder ein Muttermal habe ich immer, was mich stört und das macht der Hautarzt dann gleich mit weg. Finde ich prima und mache die Termine deshalb schon lange im Vorhinein aus, immer im Winter, ist besser, wenn die weggelaserten Muttermale nicht sofort mit voller Sonne bestrahlt werden.
Aber Zahnarzt finde ich eher lästig - und Frauenarzt ist ein ganz großes Problem.
Nicht dass ich ein Problem mit Frauenarzt an sich hätte, aber seitdem ich hier ins Münsterlanf versiedelt bin, brauchte ich einen neuen - und das ist dann das Problem.
Seitdem ich aufgehört habe, Kinder zu bekommen, ist Frauenarzt ja nun auch nicht so dringend wichtig, weil mich ja kein körperliches Thema drängt, dort kurzfristig aufzuschlagen. Weder muss ich mir die PIlle verschreiben lassen, noch die Folgen der nicht genommenen Pille per Ultraschall untersuchen lassen....
Irgendwann habe ich mich dann aber doch aufgerafft, bei einer Frauenärztin hier im Ort einen Termin vereinbart und anschließend gewusst, dass diese Dame und ich wohl keine Freunde werde. Eine Frauenärztin vom Typ Ute Ohoven ist ganz weit weg von der Sorte Mensch, die ich überhaupt näher als 20 Meter an mich rankommen lassen möchte, geschweige denn dahin, wo Frauenärzte nun mal hinlangen müssen.
Ich brauchte also eine andere Empfehlung. Der nächste Versuch war ein Gynäkologe aus Emsdetten, eine Kollegin ging dorthin und meinte, der wäre ganz toll und er hätte eine Riesenpraxis und überhaupt, das wäre auch noch ein ganz hübscher (verschämtes Gekicher, die Kollegin ist eine etwas ältere Singelin). Das war dann der mit den überbordenden IGeL-Leistungen. Die hatte mir Frau Ohoven auch schon alle angeboten, aber wenigstens nicht kommentiert, dass ich schlicht darauf verzichtete. Mr. Hübsch war dagegen richtig eingeschnappt, dass ich meinte, ich bräuchte das alles nicht, kein extra Ultraschall, normaler Abstrich reicht und meinen Hormonstand muss er auch nicht gesondert bestimmen, unbestimmte Hitzewallungen finde ich schon ätzend genug, muss ich nicht auch noch chemisch definieren.
Ich hatte also auch keine Lust mehr zu diesem Emsdetter Schönling zu gehen.
Eine breit angelegte Umfrage im weiteren Bekanntenkreis ergab dann eine eindeutige Empfehlung: Frau Dr. N am hiesigen Krankenhaus. So ziemlich jeder, auf dessen Rat ich vertraute, empfahl mir diese Praxis, Gegenstimmen oder schlechte Erfahrungen wurden nicht berichtet. Also nahm ich mir vor, dort um einen Termin zu bitten. Als ich mir vor drei Jahren dann den Arm brach und regelmäßig ins Krankenhaus zur Kontrolle musste, war das natürlich eine gute Gelegenheit, in dieser Praxis gleich persönlich vorbeizugehen und einen Termin zu vereinbaren. Da sagte man mir dann, dass sie grade Aufnahmestopp hätten und keine neuen Patienten mehr nähmen. Also bat ich darum, auf eine Warteliste gesetzt zu werden, hinterließ meine Telefonnummer und wartete jetzt seit drei Jahren geduldig, dass ich angerufen werde. Eigentlich ein guter Zustand, denn so war ich ja nicht Schuld, dass ich nicht zur Vorsorge gehe, der Arzt muss sich ja erst melden.
Den Zahnarzttermin habe ich dieses Jahr dann schon im Frühjahr absolviert, extra motiviert von J.s Kanadaabreise im Sommer - macht ja Sinn, wenn er vorher noch schnell den Check macht und den Stempel kassiert und wenn er geht, kann ich ja gleich mitgehen.
Eigentlich war also alles gut organisiert, ich hatte alle Vorsorgechecks abgearbeitet, nur das mit dem Gynäkologen schwebte als latentes to do noch in meinem Kopf rum. Im August, einen Tag vor dem Sommerurlaub, brach mir dann ein Zahn ab. Nicht ganz, nur eine Zacke raus, aber immerhin so dramatisch, dass meine Zunge das nicht länger als zwei Tage überlebt hätte, dann wäre sie so ausgefranst gewesen, dass ein scharfes sss nicht mehr zu machen gewesen wäre.
Blöd war, dass mein Zahnarzt selber schon im Urlaub war und ich irgendwie stand by eine Notreparatur organisieren musste.
Hat geklappt, der Notfallzahnarzt sagte mir aber, dass ich unbedingt nach dem Urlaub sofort zu meinem Zahnarzt gehen sollte, ich hätte überhaupt Glück, wenn sein Provisorium länger als 14 Tage hält. Also habe ich nach dem Urlaub sofort (okay, nur drei Wochen später) einen Termin bei meinem Zahnarzt vereinbart, der sollte dann am 2. Oktober sein.
Am 1. Oktober hatte ich dann erst so ein Ziehen im Rücken, dann ein Ziehen in der Brust und dann die Idee, dass ich doch noch mal bei dieser Frauenärztin anrufen könnte, drei Jahre wäre doch wohl lange genug für eine Warteliste, ich müsste doch eigentlich jetzt mal langsam dran sein.
Also Anruf bei Gyn-Praxis, Bitte um Termin und Aussage, sie hätten Aufnahmestop und deshalb könnten sie mir keinen Termin geben. Ich trug meine Warteliste vor und dass ich jetzt seit drei Jahren immer noch keinen Frauenarzt hätte, aber jetzt so einen Knubbel in der Brust und was ich denn bloß tun sollte. - Oh, Knoten in der Brust, ja, das ist ja, Moment, dann frage ich mal......- und kam zwei Minuten später wieder und sagte, dann könnte ich kommen, aber der einzige Termin, den sie hätte, wäre am 2. Oktober um 10h.
Bingo, da war mein Zahnarzttermin, der schon seit sechs Wochen überfällig war - aber verglichen mit den drei Jahren Wartezeit auf diesen Gyn-Termin ist das ja nix, also habe ich den Zahnarzt abgesagt und stattdessen lieber den Gyn-Termin gemacht.
Hat sich auch absolut gelohnt. Diese Frauenärztin ist wirklich einfach nur prima, ich kann sofort verstehen, warum ihre Praxis so überlaufen ist und sie aus reinem Selbstschutz keine neuen Patienten mehr nimmt. Aber durch diese spontane Idee mit dem Knubbel (und ein Ziehen hatte ich ja tatsächlich grade vorher gespürt, hät ja auch ein Knoten sein können) habe ich ihr System ausgetrickst, stehe jetzt in der Patientenkartei und habe einen offiziellen Vorsorgetermin im November. Alles bestens. Sehr zufrieden.
Nur das mit dem Zahnarzt, das muss ich immer noch erledigen. Neuen Termin habe ich natürlich immer noch nicht gemacht, ich finde es so kompliziert daran zu denken, wenn doch grade gar nichts weh tut. Das Provisorium hält prächtig.
Montag ruf ich den Zahnarzt an.
bestimmt.
Punkt
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Grundsätzlich bin ich ja ein eher gesunder Mensch, bisher und toi, toi, toi.
Damit das aber auch weiter so bleibt, ist es ausgesprochen vernünftig schon mal rein vorbeugend zum Arzt zu gehen und für alle möglichen Körperteile und Regionen die anempfohlenen Vorsorgetermine wahrzunehmen.
Zweimal im Jahr sollte man zum Zahnarzt gehen. Und mindestens einmal im Jahr ist das wirklich ganz wichtig, sonst bekommt man keinen Stempel und dann wird jede Zahnversorgung, die aufgrund der fehlenden Vorsorge dann ja noch wahrscheinlicher wird, entsetzlich teuer, weil die Zuzahlung der Kasse ja streng nach Stempeln gestaffelt ist.
Weitere regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind alle zwei Jahre Hautkrebs beim Hautarzt und ebenfalls alle zwei Jahre Basischeck beim Hausarzt.
Zum Hausarzt muss ich eh häufiger gehen seitdem der festgestellt hat, dass nicht nur ich dauernd so schlapp und müde bin, sondern auch meine Schilddrüse, so dass die seitdem mit Pillen gepimpt wird, was wiederum der Arzt regelmäßig überwachen will. Ich habe noch nicht verstanden, wem er da weniger traut, meiner Schilddrüse oder den Pillen, aber egal, er besteht darauf, dass ich regelmäßig bei ihm auftauche und Blut da lasse und ich habe mich da nu auch schon gut dran gewöhnt, vor allem weil das alles ohne Termin und ruckzuck geht, da ist so ein Arztbesuch nicht aufwendiger als einmal einkaufen bei Aldi.
Als Frau sollte man dann noch, ähem, jetzt weiß ich das gar nicht in welchen Abständen, aber ich tippe mal auch einmal jährlich? - zum Gynäkologen gehen, damit der einem alle möglichen IGeL-Leistungen anbieten kann, um einem ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn man das ablehnt und sich damit der Unterstützung der notleidenden Gynäkologenzunft verweigert.
Von all diesen Vorsorgeterminen mag ich den beim Hautarzt am liebsten, weil ich das stets mit einer kleinen SchönheitsOP verbinde. Irgendeine Warze oder ein Muttermal habe ich immer, was mich stört und das macht der Hautarzt dann gleich mit weg. Finde ich prima und mache die Termine deshalb schon lange im Vorhinein aus, immer im Winter, ist besser, wenn die weggelaserten Muttermale nicht sofort mit voller Sonne bestrahlt werden.
Aber Zahnarzt finde ich eher lästig - und Frauenarzt ist ein ganz großes Problem.
Nicht dass ich ein Problem mit Frauenarzt an sich hätte, aber seitdem ich hier ins Münsterlanf versiedelt bin, brauchte ich einen neuen - und das ist dann das Problem.
Seitdem ich aufgehört habe, Kinder zu bekommen, ist Frauenarzt ja nun auch nicht so dringend wichtig, weil mich ja kein körperliches Thema drängt, dort kurzfristig aufzuschlagen. Weder muss ich mir die PIlle verschreiben lassen, noch die Folgen der nicht genommenen Pille per Ultraschall untersuchen lassen....
Irgendwann habe ich mich dann aber doch aufgerafft, bei einer Frauenärztin hier im Ort einen Termin vereinbart und anschließend gewusst, dass diese Dame und ich wohl keine Freunde werde. Eine Frauenärztin vom Typ Ute Ohoven ist ganz weit weg von der Sorte Mensch, die ich überhaupt näher als 20 Meter an mich rankommen lassen möchte, geschweige denn dahin, wo Frauenärzte nun mal hinlangen müssen.
Ich brauchte also eine andere Empfehlung. Der nächste Versuch war ein Gynäkologe aus Emsdetten, eine Kollegin ging dorthin und meinte, der wäre ganz toll und er hätte eine Riesenpraxis und überhaupt, das wäre auch noch ein ganz hübscher (verschämtes Gekicher, die Kollegin ist eine etwas ältere Singelin). Das war dann der mit den überbordenden IGeL-Leistungen. Die hatte mir Frau Ohoven auch schon alle angeboten, aber wenigstens nicht kommentiert, dass ich schlicht darauf verzichtete. Mr. Hübsch war dagegen richtig eingeschnappt, dass ich meinte, ich bräuchte das alles nicht, kein extra Ultraschall, normaler Abstrich reicht und meinen Hormonstand muss er auch nicht gesondert bestimmen, unbestimmte Hitzewallungen finde ich schon ätzend genug, muss ich nicht auch noch chemisch definieren.
Ich hatte also auch keine Lust mehr zu diesem Emsdetter Schönling zu gehen.
Eine breit angelegte Umfrage im weiteren Bekanntenkreis ergab dann eine eindeutige Empfehlung: Frau Dr. N am hiesigen Krankenhaus. So ziemlich jeder, auf dessen Rat ich vertraute, empfahl mir diese Praxis, Gegenstimmen oder schlechte Erfahrungen wurden nicht berichtet. Also nahm ich mir vor, dort um einen Termin zu bitten. Als ich mir vor drei Jahren dann den Arm brach und regelmäßig ins Krankenhaus zur Kontrolle musste, war das natürlich eine gute Gelegenheit, in dieser Praxis gleich persönlich vorbeizugehen und einen Termin zu vereinbaren. Da sagte man mir dann, dass sie grade Aufnahmestopp hätten und keine neuen Patienten mehr nähmen. Also bat ich darum, auf eine Warteliste gesetzt zu werden, hinterließ meine Telefonnummer und wartete jetzt seit drei Jahren geduldig, dass ich angerufen werde. Eigentlich ein guter Zustand, denn so war ich ja nicht Schuld, dass ich nicht zur Vorsorge gehe, der Arzt muss sich ja erst melden.
Den Zahnarzttermin habe ich dieses Jahr dann schon im Frühjahr absolviert, extra motiviert von J.s Kanadaabreise im Sommer - macht ja Sinn, wenn er vorher noch schnell den Check macht und den Stempel kassiert und wenn er geht, kann ich ja gleich mitgehen.
Eigentlich war also alles gut organisiert, ich hatte alle Vorsorgechecks abgearbeitet, nur das mit dem Gynäkologen schwebte als latentes to do noch in meinem Kopf rum. Im August, einen Tag vor dem Sommerurlaub, brach mir dann ein Zahn ab. Nicht ganz, nur eine Zacke raus, aber immerhin so dramatisch, dass meine Zunge das nicht länger als zwei Tage überlebt hätte, dann wäre sie so ausgefranst gewesen, dass ein scharfes sss nicht mehr zu machen gewesen wäre.
Blöd war, dass mein Zahnarzt selber schon im Urlaub war und ich irgendwie stand by eine Notreparatur organisieren musste.
Hat geklappt, der Notfallzahnarzt sagte mir aber, dass ich unbedingt nach dem Urlaub sofort zu meinem Zahnarzt gehen sollte, ich hätte überhaupt Glück, wenn sein Provisorium länger als 14 Tage hält. Also habe ich nach dem Urlaub sofort (okay, nur drei Wochen später) einen Termin bei meinem Zahnarzt vereinbart, der sollte dann am 2. Oktober sein.
Am 1. Oktober hatte ich dann erst so ein Ziehen im Rücken, dann ein Ziehen in der Brust und dann die Idee, dass ich doch noch mal bei dieser Frauenärztin anrufen könnte, drei Jahre wäre doch wohl lange genug für eine Warteliste, ich müsste doch eigentlich jetzt mal langsam dran sein.
Also Anruf bei Gyn-Praxis, Bitte um Termin und Aussage, sie hätten Aufnahmestop und deshalb könnten sie mir keinen Termin geben. Ich trug meine Warteliste vor und dass ich jetzt seit drei Jahren immer noch keinen Frauenarzt hätte, aber jetzt so einen Knubbel in der Brust und was ich denn bloß tun sollte. - Oh, Knoten in der Brust, ja, das ist ja, Moment, dann frage ich mal......- und kam zwei Minuten später wieder und sagte, dann könnte ich kommen, aber der einzige Termin, den sie hätte, wäre am 2. Oktober um 10h.
Bingo, da war mein Zahnarzttermin, der schon seit sechs Wochen überfällig war - aber verglichen mit den drei Jahren Wartezeit auf diesen Gyn-Termin ist das ja nix, also habe ich den Zahnarzt abgesagt und stattdessen lieber den Gyn-Termin gemacht.
Hat sich auch absolut gelohnt. Diese Frauenärztin ist wirklich einfach nur prima, ich kann sofort verstehen, warum ihre Praxis so überlaufen ist und sie aus reinem Selbstschutz keine neuen Patienten mehr nimmt. Aber durch diese spontane Idee mit dem Knubbel (und ein Ziehen hatte ich ja tatsächlich grade vorher gespürt, hät ja auch ein Knoten sein können) habe ich ihr System ausgetrickst, stehe jetzt in der Patientenkartei und habe einen offiziellen Vorsorgetermin im November. Alles bestens. Sehr zufrieden.
Nur das mit dem Zahnarzt, das muss ich immer noch erledigen. Neuen Termin habe ich natürlich immer noch nicht gemacht, ich finde es so kompliziert daran zu denken, wenn doch grade gar nichts weh tut. Das Provisorium hält prächtig.
Montag ruf ich den Zahnarzt an.
bestimmt.
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