Donnerstag, 2. April 2026
Für mich reicht das
anje, 22:56h
In den letzten Tagen passte das tatsächliche Wetter überraschend gut zum vorhergesagten Wetter, was mich vor allem deshalb freut, weil gestern wirklich der beste Tag zum draußen Wäsche trocknen war und es sich gelohnt hat, dass ich gestern extra deshalb etwas früher aufgestanden bin.
Heute war es schon wieder deutlich kälter und dass bei Temperaturen knapp über 0°C Wäsche nur sehr schlecht trocknet, habe ich im Januar und Februar zur Genüge ausprobieren können, das muss ich nicht noch mal testen.
Für heute gab es damit keine zeitgebundenen, konkreten Aufgaben, weshalb ich auch keinen Grund sah, mich mit dem Aufstehen zu beeilen. Wenn ich vor dem Abendessen geduscht und angezogen bin, ist das immer noch früh genug.
Hier auf der Insel klappt das mit dem Verlottern noch viel besser als auf dem Festland, vor allem deshalb, weil es hier noch weniger zu tun gibt und wenn noch nicht mal das Wetter Grund zum Aufstehen bietet, was soll ich mich dann sinnlos disziplinieren?
Während ich also heute Vormittag höchst zufrieden im Bett rumlungerte, habe ich bemerkt, dass genau das, also das bewusste sich nicht Disziplinieren müssen, echte Glückgefühle auslöst. D.h. die Glücksgefühle wurden dadurch ausgelöst, dass mir klarwurde, wie gut es mir geht, dass ich nichts mehr muss.
Dass ich nicht mehr gegen Bezahlung aktiv arbeiten muss, ist dabei nur ein "nicht mehr müssen", ich habe in den letzten Monaten aber auch viele andere Zwänge abgelegt, nämlich dadurch, dass ich mich gefragt habe: Für wen sollte ich das tun? Wenn sich da keine sinnvolle Antwort findet, fällt es plötzlich leicht, es einfach nicht mehr zu tun.
In unserer Familie gibt es einen geflügelten Satz, der lautet: "Für Borkum reicht das."
Anziehsachen, die fürs Festland nicht mehr schön genug waren, kamen mit nach Borkum, denn für Borkum reichten auch die aussortierten Klamotten.
Überhaupt alles, was den Festlandsansprüchen nicht mehr genügte: Für Borkum reicht das.
Auf Borkum war das Leben leichter, die Ansprüche, die man an sich selber und sein durchgetaktetes Leben stellte, die konnte man auf der Insel einfach mal abstreifen und beiseite legen.
Hier konnte man ungeschminkt und in bequemen Freizeitklamotten den Tag verbringen, ohne Sorge zu haben, schief angesehen zu werden.
Aber knapp war man wieder zurück im Arbeitsleben, waren sie auch alle wieder da, die sonstigen Themen wie: Wie sehe ich aus?
Was denken die anderen von mir?
Was ziehe ich an?
Muss ich zum Friseur?
usw. usw.
Ich trug unbequeme Kleidung (es gibt keine bequemen Highheels!), weil ich meinte, einem bestimmten Rollenklischee genügen zu müssen
Ich schminkte mich und investierte Zeit und Geld in Stylings, um dem eigenen Rollenklischee zu genügen.
Ich besuchte langweilige Veranstaltungen, weil es dazugehört
Ich war nett und höflich zu schrecklichen Menschen, weil es dazugehört.
Überhaupt tat ich ungemein viele Dinge, zu denen ich keine Lust hatte, einfach weil es dazu gehört.
Und all das tue ich jetzt nicht mehr, weil ich nicht mehr dazu gehöre.
Weil ich nicht mehr dazugehören muss.
Weil ich gar nichts mehr muss, außer mit mir selber zufrieden zu sein.
Und für mich selber reicht das
.
Heute war es schon wieder deutlich kälter und dass bei Temperaturen knapp über 0°C Wäsche nur sehr schlecht trocknet, habe ich im Januar und Februar zur Genüge ausprobieren können, das muss ich nicht noch mal testen.
Für heute gab es damit keine zeitgebundenen, konkreten Aufgaben, weshalb ich auch keinen Grund sah, mich mit dem Aufstehen zu beeilen. Wenn ich vor dem Abendessen geduscht und angezogen bin, ist das immer noch früh genug.
Hier auf der Insel klappt das mit dem Verlottern noch viel besser als auf dem Festland, vor allem deshalb, weil es hier noch weniger zu tun gibt und wenn noch nicht mal das Wetter Grund zum Aufstehen bietet, was soll ich mich dann sinnlos disziplinieren?
Während ich also heute Vormittag höchst zufrieden im Bett rumlungerte, habe ich bemerkt, dass genau das, also das bewusste sich nicht Disziplinieren müssen, echte Glückgefühle auslöst. D.h. die Glücksgefühle wurden dadurch ausgelöst, dass mir klarwurde, wie gut es mir geht, dass ich nichts mehr muss.
Dass ich nicht mehr gegen Bezahlung aktiv arbeiten muss, ist dabei nur ein "nicht mehr müssen", ich habe in den letzten Monaten aber auch viele andere Zwänge abgelegt, nämlich dadurch, dass ich mich gefragt habe: Für wen sollte ich das tun? Wenn sich da keine sinnvolle Antwort findet, fällt es plötzlich leicht, es einfach nicht mehr zu tun.
In unserer Familie gibt es einen geflügelten Satz, der lautet: "Für Borkum reicht das."
Anziehsachen, die fürs Festland nicht mehr schön genug waren, kamen mit nach Borkum, denn für Borkum reichten auch die aussortierten Klamotten.
Überhaupt alles, was den Festlandsansprüchen nicht mehr genügte: Für Borkum reicht das.
Auf Borkum war das Leben leichter, die Ansprüche, die man an sich selber und sein durchgetaktetes Leben stellte, die konnte man auf der Insel einfach mal abstreifen und beiseite legen.
Hier konnte man ungeschminkt und in bequemen Freizeitklamotten den Tag verbringen, ohne Sorge zu haben, schief angesehen zu werden.
Aber knapp war man wieder zurück im Arbeitsleben, waren sie auch alle wieder da, die sonstigen Themen wie: Wie sehe ich aus?
Was denken die anderen von mir?
Was ziehe ich an?
Muss ich zum Friseur?
usw. usw.
Ich trug unbequeme Kleidung (es gibt keine bequemen Highheels!), weil ich meinte, einem bestimmten Rollenklischee genügen zu müssen
Ich schminkte mich und investierte Zeit und Geld in Stylings, um dem eigenen Rollenklischee zu genügen.
Ich besuchte langweilige Veranstaltungen, weil es dazugehört
Ich war nett und höflich zu schrecklichen Menschen, weil es dazugehört.
Überhaupt tat ich ungemein viele Dinge, zu denen ich keine Lust hatte, einfach weil es dazu gehört.
Und all das tue ich jetzt nicht mehr, weil ich nicht mehr dazu gehöre.
Weil ich nicht mehr dazugehören muss.
Weil ich gar nichts mehr muss, außer mit mir selber zufrieden zu sein.
Und für mich selber reicht das
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