Sonntag, 1. Februar 2026
Kommunikationsvorlieben
anje, 21:29h
Ich habe einen relativ festen Bestand an Blogs, die ich regelmäßig und vor allem gerne lese. Am liebsten ist es mir, wenn die Leute einen festen Rhythmus haben, wann sie ihre Beiträge veröffentlichen, dann kann ich nämlich gezielt auf die Links in meiner eigenen Blogroll klicken, weil ich dann weiß, dass ich eine gute Chance habe, da einen neuen Beitrag vorzufinden. Feedreader sind irgendwie nicht so mein Ding.*
* Ich mochte mal Bloglovin sehr, aber das ist seit ein paar Jahren als App irgendwie kaputt und seitdem trauere ich diesem Zugang hintereinander und finde alle anderen nicht so toll. Ich möchte bitte das zurück, was ich früher mal hatte. So viel übrigens zu dem Thema, ich sei nicht nostalgisch, ähem…
Bei einigen Blogs lasse ich mich aber auch per E-Mail informieren, wenn es etwas Neues gibt, was praktisch ist, wenn sie keinen konkreten Rhythmus haben oder mal von ihrer sonst gewohnten Veröffentlichungssystematik abweichen.
Bei Carsten lese ich also ganz fest immer jeden Montag mit, aber gestern kam überraschend ein Beitrag außer der Reihe und brachte mich dazu, mir Gedanken über mein eigenes Kommunikationsverhalten zu machen.
Nach einigem Nachdenken habe ich mich entschieden, auf den letzten Drücker ebenfalls bei der monatlichen Blogparade #relevant mitzumachen, wodiesen Monat im Januar (läuft bis morgen), gefragt wird: "Brief, E-Mail, Chat – Wie kommunizierst du schriftlich?"
Ich interpretiere die Frage für mich selber insoweit etwas um, als dass ich mich zunächst ganz allgemein gefragt habe, wie ich mit dem Rest der Welt (also mit allen außer meinem Westfalenmann, der ist ja einfach körperlich anwesend, mit dem muss ich üblicherweise nur reden) kommuniziere und stelle fest, dass ich sehr zufrieden darüber bin, dass ich mit dem Rest der Welt mangels direkter Anwesenheit nicht reden muss, sondern überwiegend nur schriftlich kommuniziere, weil ich im Laufe der Jahre eine immer größere Telefonabneigung entwickelt habe.
Wobei diese Telefonabneigung monodirektional ist, ich muss mich nur aktiv überwinden, andere Menschen anzurufen, selber angerufen zu werden und dann auch mit jemandem zu sprechen, finde ich dagegen meist völlig okay.
Wobei ich aber schon bei einem für mich sehr wichtigen, schriftlichen Kommunikationsmittel bin: Ich schreibe hier im Blog alles auf, was ich wichtig finde, das erspart mir gefühlt eine Menge Telefonate.
Seitdem ich nicht mehr ins Büro gehe, ist mein Außenkontakt zu anderen Menschen zu meiner großen Zufriedenheit massiv runtergefahren, was konkret bedeutet, ich muss längst nicht mehr so viel kommunizieren wie früher, was ich als echten Komfortgewinn empfinde.
Aber um auf die eigentliche Frage dieser Blogparade zurückzukommen: Ich bevorzuge E-Mail, wenn es um Themen/Infos geht, die ich gezielt beantworten oder bearbeiten und archivieren will, weil ich über Outlook ein funktionierendes Ablage- und Abarbeitungssystem eingerichtet habe.
Kommunikation per Papierbrief finde ich umständlich. Die Briefe, die ich immer noch als Papierpost erhalte, scanne ich alle ein, wenn sie wichtige Infos oder Details enthalten, die ich jederzeit und überall verfügbar haben möchte. Das Leben mit Informationen in der Cloud ist ein Komfortmerkmal der heutigen Technik, das ich ganz ungemein schätze und nicht mehr missen möchte.
Ich gehe mal davon aus, dass mit "Chat" Messengerdienste wie WhatsApp, Telegram & Co. gemeint sind. Die Chatfunktion in Videokonferenzsystemen wie Zoom oder Teams nutze ich nicht, weil ich keine Notwendigkeit mehr für Videokonferenzen habe. Als ich es noch hatte, habe ich alle, die versuchten, mich dort von der Seite per Chat anzuquatschen strikt ignoriert, weil in meinem Profil ausdrücklich stand: "Ich lösche jeden chat nach der Besprechung. Wer etwas von mir will, schicke bitte eine E-Mail." - Zum Glück hatte ich im Büro eine derart hervorgehobene Position, dass ich mir diese Zickerei entspannt leisten konnte.
Einen Messengerdienst (mein bevorzugter Anbieter ist Telegram, weil er sich über alle Geräte problemlos synchronisiert) nutze ich dagegen aktiv und gerne, vor allem auch in unserer Familiengruppe, wo alles besprochen, weitergereicht, verlinkt wird, was nicht ins Blog gehört und ansonsten als schnellen Austausch für private Infos mit Freunden und Bekannten. Wenn es um Dinge geht, die ich erledigen/bearbeiten/archivieren muss, kopiere ich mir Nachrichten aus so einem Chat auch schon mal in eine E-Mail, die ich mir dann selber schicke, wenn ich weiß, dass es für den anderen zu kompliziert wird, wenn ich von ihm verlange, den Kommunikationskanal zu wechseln.
Die letzten Faxe, die ich verschickt/bekommen habe waren im Austausch mit dem Onkel, der mit einem Faxgerät umgehen kann, aber nicht mit einem Scanner oder einem E-Mail-Anhang. Ansonsten ist das für mich veraltete Technik, die in die Bedeutungslosigkeit versinken wird.
Und schließlich zu Briefen und Handschrift: Ja, es kommt durchaus vor, dass ich noch handgeschriebene Briefe verschicke, die fallen für mich aber nicht in die Kategorie "Kommunikation", sondern in "Geschenk", weil ich damit dem anderen eine Freude machen möchte.
Oft beginnt es damit, dass ich eine Karte bastele, weil ich halt gerne selbstgebastelte Karten verschicke (sozusagen die erwachsene Version von: "Ich habe dir ein Bild gemalt") und dann möchte ich natürlich noch etwas dazu schreiben und weil ich nicht kurz schreiben kann, sondern immer nur lang, gibt es dann oft nicht ein, sondern gerne auch mehrere Einlegeblätter in die Karte, so dass die Karte am Ende das Anhängsel zu einem Brief wird.
Früher hatte ich viele Brieffreundschaften, da waren Briefe aber auch noch ein probates Mittel, um zu kommunizieren und den Kontakt zu halten, weil es kaum andere Kanäle gab. Damals habe ich auch wirklich nur rein beschriebene Blätter Papier (ohne Karte) in einen Umschlag gesteckt und verschickt, aus Komfortgründen sehr früh und sehr gerne auch lieber getippt als handgeschrieben, weil Tippen (auch auf der Schreibmaschine) halt schneller ging und mehr Spaß machte, als mit der Hand zu schreiben.
Heute ist ein reiner Brief für mich ähnlich veraltete Technik wie ein Fax, wenn er nur zur Kommunikation dient. Unter dem Aspekt "Geschenk" und dem anderen eine Freude machen, finde ich Briefe/Karten aber unverändert gut und nutze sie auch, wenn ich mich dazu aufraffen kann
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* Ich mochte mal Bloglovin sehr, aber das ist seit ein paar Jahren als App irgendwie kaputt und seitdem trauere ich diesem Zugang hintereinander und finde alle anderen nicht so toll. Ich möchte bitte das zurück, was ich früher mal hatte. So viel übrigens zu dem Thema, ich sei nicht nostalgisch, ähem…
Bei einigen Blogs lasse ich mich aber auch per E-Mail informieren, wenn es etwas Neues gibt, was praktisch ist, wenn sie keinen konkreten Rhythmus haben oder mal von ihrer sonst gewohnten Veröffentlichungssystematik abweichen.
Bei Carsten lese ich also ganz fest immer jeden Montag mit, aber gestern kam überraschend ein Beitrag außer der Reihe und brachte mich dazu, mir Gedanken über mein eigenes Kommunikationsverhalten zu machen.
Nach einigem Nachdenken habe ich mich entschieden, auf den letzten Drücker ebenfalls bei der monatlichen Blogparade #relevant mitzumachen, wo
Ich interpretiere die Frage für mich selber insoweit etwas um, als dass ich mich zunächst ganz allgemein gefragt habe, wie ich mit dem Rest der Welt (also mit allen außer meinem Westfalenmann, der ist ja einfach körperlich anwesend, mit dem muss ich üblicherweise nur reden) kommuniziere und stelle fest, dass ich sehr zufrieden darüber bin, dass ich mit dem Rest der Welt mangels direkter Anwesenheit nicht reden muss, sondern überwiegend nur schriftlich kommuniziere, weil ich im Laufe der Jahre eine immer größere Telefonabneigung entwickelt habe.
Wobei diese Telefonabneigung monodirektional ist, ich muss mich nur aktiv überwinden, andere Menschen anzurufen, selber angerufen zu werden und dann auch mit jemandem zu sprechen, finde ich dagegen meist völlig okay.
Wobei ich aber schon bei einem für mich sehr wichtigen, schriftlichen Kommunikationsmittel bin: Ich schreibe hier im Blog alles auf, was ich wichtig finde, das erspart mir gefühlt eine Menge Telefonate.
Seitdem ich nicht mehr ins Büro gehe, ist mein Außenkontakt zu anderen Menschen zu meiner großen Zufriedenheit massiv runtergefahren, was konkret bedeutet, ich muss längst nicht mehr so viel kommunizieren wie früher, was ich als echten Komfortgewinn empfinde.
Aber um auf die eigentliche Frage dieser Blogparade zurückzukommen: Ich bevorzuge E-Mail, wenn es um Themen/Infos geht, die ich gezielt beantworten oder bearbeiten und archivieren will, weil ich über Outlook ein funktionierendes Ablage- und Abarbeitungssystem eingerichtet habe.
Kommunikation per Papierbrief finde ich umständlich. Die Briefe, die ich immer noch als Papierpost erhalte, scanne ich alle ein, wenn sie wichtige Infos oder Details enthalten, die ich jederzeit und überall verfügbar haben möchte. Das Leben mit Informationen in der Cloud ist ein Komfortmerkmal der heutigen Technik, das ich ganz ungemein schätze und nicht mehr missen möchte.
Ich gehe mal davon aus, dass mit "Chat" Messengerdienste wie WhatsApp, Telegram & Co. gemeint sind. Die Chatfunktion in Videokonferenzsystemen wie Zoom oder Teams nutze ich nicht, weil ich keine Notwendigkeit mehr für Videokonferenzen habe. Als ich es noch hatte, habe ich alle, die versuchten, mich dort von der Seite per Chat anzuquatschen strikt ignoriert, weil in meinem Profil ausdrücklich stand: "Ich lösche jeden chat nach der Besprechung. Wer etwas von mir will, schicke bitte eine E-Mail." - Zum Glück hatte ich im Büro eine derart hervorgehobene Position, dass ich mir diese Zickerei entspannt leisten konnte.
Einen Messengerdienst (mein bevorzugter Anbieter ist Telegram, weil er sich über alle Geräte problemlos synchronisiert) nutze ich dagegen aktiv und gerne, vor allem auch in unserer Familiengruppe, wo alles besprochen, weitergereicht, verlinkt wird, was nicht ins Blog gehört und ansonsten als schnellen Austausch für private Infos mit Freunden und Bekannten. Wenn es um Dinge geht, die ich erledigen/bearbeiten/archivieren muss, kopiere ich mir Nachrichten aus so einem Chat auch schon mal in eine E-Mail, die ich mir dann selber schicke, wenn ich weiß, dass es für den anderen zu kompliziert wird, wenn ich von ihm verlange, den Kommunikationskanal zu wechseln.
Die letzten Faxe, die ich verschickt/bekommen habe waren im Austausch mit dem Onkel, der mit einem Faxgerät umgehen kann, aber nicht mit einem Scanner oder einem E-Mail-Anhang. Ansonsten ist das für mich veraltete Technik, die in die Bedeutungslosigkeit versinken wird.
Und schließlich zu Briefen und Handschrift: Ja, es kommt durchaus vor, dass ich noch handgeschriebene Briefe verschicke, die fallen für mich aber nicht in die Kategorie "Kommunikation", sondern in "Geschenk", weil ich damit dem anderen eine Freude machen möchte.
Oft beginnt es damit, dass ich eine Karte bastele, weil ich halt gerne selbstgebastelte Karten verschicke (sozusagen die erwachsene Version von: "Ich habe dir ein Bild gemalt") und dann möchte ich natürlich noch etwas dazu schreiben und weil ich nicht kurz schreiben kann, sondern immer nur lang, gibt es dann oft nicht ein, sondern gerne auch mehrere Einlegeblätter in die Karte, so dass die Karte am Ende das Anhängsel zu einem Brief wird.
Früher hatte ich viele Brieffreundschaften, da waren Briefe aber auch noch ein probates Mittel, um zu kommunizieren und den Kontakt zu halten, weil es kaum andere Kanäle gab. Damals habe ich auch wirklich nur rein beschriebene Blätter Papier (ohne Karte) in einen Umschlag gesteckt und verschickt, aus Komfortgründen sehr früh und sehr gerne auch lieber getippt als handgeschrieben, weil Tippen (auch auf der Schreibmaschine) halt schneller ging und mehr Spaß machte, als mit der Hand zu schreiben.
Heute ist ein reiner Brief für mich ähnlich veraltete Technik wie ein Fax, wenn er nur zur Kommunikation dient. Unter dem Aspekt "Geschenk" und dem anderen eine Freude machen, finde ich Briefe/Karten aber unverändert gut und nutze sie auch, wenn ich mich dazu aufraffen kann
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