anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 29. Oktober 2017
Foto-Apps
Apple hat vor ca. einem Monat iOS 11 rausgebracht und damit vielen Apps den Garaus gemacht.
Ich habe zwar keine Ahnung von App-Programmierung, aber ich habe begriffen, dass jeder App Entwickler seine Apps, die er schon rausgebracht hat, updaten und weiter programmieren muss, damit sie unter iOS 11 überhaupt funktionieren.
Für einige App Herausgeber war das aber natürlich auch eine grandiose Chance, für ihre App einfach noch mal zu kassieren. Die haben ihre alte App absichtlich nicht aktualisiert, sondern haben kurzerhand eine neue App mit einem leicht veränderten Namen erneut zum Kauf angeboten. Wahrscheinlich merken viele Entwickler erst jetzt, dass es eine blöde Idee war, die Nutzung einer App gegen eine Einmalzahlung zu verkaufen, sondern dass sich viel mehr verdienen lässt, wenn die Leute eine App nur „mieten“ können, für die Nutzung also regelmäßig wieder neu bezahlen müssen.

Wie auch immer, für mich war iOS 11 eine gute Gelegenheit, meinen App Beistand mal wieder gründlich zu entmüllen und all die Apps zu löschen, die es jetzt eben nicht mehr tun.
Grade bei Foto-Apps kann es nicht schaden, wenn ich meinen Bestand mal gründlich entschlacke, ich glaube ja immer, es gibt kaum eine, die ich nicht habe.

Und doch habe ich heute zwei neue Foto-Apps kennengelernt, die mich sehr begeistern.

Die eine heißt Photo Lab und hat wirklich eine Riesenmenge an Hintergründen, in die man seine eigenen Fotos integrieren kann.
Da kommt dann zB so was raus, hier habe ich ein Selfie in die Graffitiwand eingearbeitet :


Und die andere heißt Photo Card by Bill Atkinson und bietet die Möglichkeit, eigene Fotos als echte Postkarte zu verschicken, das ist eine ziemlich gute Idee und funktioniert tatsächlich tadellos
.

200 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Mittwoch, 10. Mai 2017
OneNote rules
oder: wie Texte entstehen

Schreiben ist für mich die effizienteste Methode, meine eigenen Gedanken zu sortieren.
Beim Schreiben kann ich quasi mit mir selber diskutieren. Dadurch, dass ich versuche, Dinge so präzise, oder besser: so verständlich wie möglich auszudrücken, finde ich oft Löcher in meiner eigenen (bisherigen) Argumentation, bzw. ich bemerke, dass ich zwar eine Meinung habe, aber nicht genug Wissen, um die Meinung überhaupt zu rechtfertigen. Oder ich habe einfach noch nicht lange genug nachgedacht, um mir wirklich meine "Meinung" zu bilden. Dann ist es eher eine "Anderung", also irgendetwas, was ich von jemand anderem übernommen habe, ohne es ausreichend zu hinterfragen.

Deshalb schreibe ich gerne, nicht für andere, sondern für mich.
Ich denke gerne über alle möglichen Dinge nach, aber komplexere Dinge nur im Kopf zu bewegen, dafür bin ich zu dumm. Oder zu wenig multitasking begabt - ich kann mir nicht mehrere Gedankenstränge merken, sie fortführen, gleichzeitig in Frage stellen und darüber nachdenken, was jetzt besser passt oder ob es noch mehr Gedankenansätze gibt, die auch noch berücksichtigt werden müssten.
Während ich also versuche, Gedanke eins fortzuspinnen und zu entwickeln, fällt mir schon Gedanke zwei als Gegenargument auf, den ich natürlich aufgreife und auch wieder fortführe, nur um dann über Gedanke drei zu stolpern, der das gesamte Thema aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet - und wenn ich soweit bin, habe ich mit hoher Wahrscheinlichkeit Gedanke eins schon wieder vergessen.
Gedanke eins war aber noch nicht fertig zu Ende gedacht, ich komme da unterwegs nur immer wieder vom Weg ab, verzettel mich, drehe mich im Kreis und komme zu keinem vernünftigen Ergebnis.

Wenn ich das alles aufschreibe, dann kann ich für jeden Gedanken einen neuen Absatz anfangen, mir geht nichts durch Vergessen verloren und ich kann nach und nach die Absätze so sortieren, dass sie sinnvoll zueinander passen, im Idealfall aufeinander aufbauen - und ich kann jede Menge Absätze mit gutem Gefühl wieder löschen, weil ich beim Nachdenken festgestellt habe, dass der Ursprungsgedanke trivial, verkehrt, albern, widersprüchlich oder nutzlos ist.

Ich mag es natürlich auch mit anderen Leuten über Dinge zu diskutieren, aber am liebsten ist es mir, wenn solche Diskussionen auf einem gewissen Niveau stattfinden, d.h. dass keine tumben Stammtischparolen wiedergegeben werden, sondern dass sich jeder schon so weit mit dem Thema befasst hat, dass er selber auch tatsächlich eine "Meinung" hat und eben keine gesellschaftskonforme "Anderung".

Ich würde spontan von mir behaupten, dass ich grundsätzlich an allen möglichen Dinge interessiert bin, was aber natürlich nur eine sehr subjektive Wahrnehmung ist, denn wenn ich genauso spontan jetzt mal fünf Dinge aufzählen sollte, die mich so sehr interessieren, dass ich auch länger darüber nachdenken möchte, fällt mir natürlich eben genau nichts ein.
Deshalb finde ich es sehr nützlich, dass ich ein System gefunden habe, mit dem ich Dinge, die mich so sehr interessieren, dass ich gerne mal länger drüber nachdenken möchte, festhalten kann. Und wenn ich meine Gedanken dann vernünftig sortiert habe, wird ein Blogbeitrag daraus, denn auch das Blog führe ich ja unterem genau deshalb, weil ich meine eigenen Gedanken irgendwo zusammenfassen möchte.

Ich könnte das theoretisch im selben System und alles "offline" machen - aber dann fehlte mir der Druck von außen, mit dem Sortieren meiner Gedanken auch mal zu Potte zu kommen. Dadurch, dass ich hartnäckig versuche, jeden Tag irgendetwas in diesem Blog zu veröffentlichen, habe ich mir das für mich notwendige Korsett zur Selbstdisziplin geschaffen und kann so sicherstellen, dass das Blog überhaupt lebt. Und für ein lebendes Blog lohnt es sich natürlich, auch mal länger an einem Beitrag zu feilen. So hängt also alles mit allem zusammen, ich stelle aber nach anderthalb Jahren täglichem Bloggen fest, dass es mir auch immer leichter fällt, meine Gedanken zu sortieren und allein deshalb hat es sich ja schon gelohnt.

Wenn mir ein Thema, eine Idee oder eine Anregung für künftige Blogbeiträge begegnet, (also irgendetwas, über das ich gerne mal länger nachdenken möchte), dann habe ich mir angewöhnt, dazu eine neue Seite in meinem OneNote-Notizbuch "anjesagt" anzulegen, um dort im Laufe der Zeit alle Wörter/Begriffe, Satzfetzen und sich langsam entwickelnde Texte zu speichern, die mir dazu so durch den Kopf gehen. Manchmal muss die Zeit dabei sehr lange laufen, manchmal verläuft sie sich auch und dann weiß ich gar nicht mehr, welcher Gedanke oder welche Idee zu den gespeicherten Wörter gehört, manchmal geht es aber auch sehr schnell, bis sich aus einem einfachen Wort ein langer Text entwickelt.
Was allerdings unstreitig schon ganz lang geworden ist, das ist die Liste mit den angelegten Seiten - und dabei lösche ich jeden Text aus dem OneNote-Notizbuch, wenn ich ihn im Blog veröffentlich habe.
Aktuell habe ich aber mindestens 50 angefangene "Themen", und dieser Text entwickelte sich als zweiter Gedanke zu einem ganz anderen Thema, deshalb habe ich ihn dort abgetrennt und jetzt alleine fertig gestellt.
Damit habe ich jetzt aber auch eine Erklärung, weshalb ich manchmal mit komplett "vom Himmel gefallenen Beiträgen" um die Ecke komme. Die haben dann nichts mit meinem aktuellen Tag zu tun, sondern sind nur durch Zufall an genau diesem Tag mal fertig ausformuliert worden.

OneNote ist deshalb das aus meiner Sicht perfekte Programm, um dort alle Ideen und Texte zu sammeln, weil es geräte- und systemübergreifend synchronisiert.
Inzwischen leiste ich mir ja sogar den Irrsinn, mit vier verschiedenen Geräten gleichzeitig zu arbeiten, d.h. neben meinem Laptop schreibe ich auch immer mal wieder auf meinem iPad und seit 14 Tagen habe ich ja auch noch dieses Surface Pro 4 Tablet-Netbook-Kombiteil (was mir übrigens wirklich gut gefällt) und schließlich arbeite ich auch noch oft mit auf dem iPhone, denn dieses Gerät habe ich wirklich immer bei mir und je nach dem wo und in welcher Situation ich grade bin, ist es dann auch das einzige Gerät, auf dem ich (oft heimlich) meine Notizen weiter ergänzen kann. Da OneNote auf allen Geräten gleich gut läuft und sich alle Texte jederzeit und problemlos synchronisieren, finde ich es tatsächlich ideal, für diesen Zweck
.
.

467 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 31. Oktober 2016
4.0
Was jetzt genau das gruseligere Ereignis heute ist, Halloween oder die Feiern zum Reformationstag, die das Lutherjahr einleiten, lasse ich einfach mal dahingestellt, aber mit meiner eher sehr kritischen Grundhaltung zur Religion, die ich vereinfachend dafür verantwortlich mache, dass sich die Leute alle naselang gegenseitig umbringen, weil ihre jeweilige Religion es ihnen so todbringend wichtig macht, auf welche Art wer welchen Gott verehrt, dass sie alle, die es anders machen, kurzerhand niedermetzeln, - bei dieser Sichtweise auf Religion ist wahrscheinlich leicht vorstellbar, dass ich den Feiern um Herrn Luther herum lieber aus dem Weg gehe, um mich nicht ständig aufzuregen.

Ich ignoriere dieses christliche Fest also und habe mich dafür sehr gut mit den Halloweenfiltern bei Snapchat amüsiert.

Hier eine kleine Auswahl:


Eine weitere Großtat meines Tages war das erfolgreiche Updaten von CWs kleinem Netbook, das ich neulich von meiner Schwester zurückübernommen habe. Nachdem sich das Gerät die letzten Male hartnäckig geweigert hat, das Anniversary Update von Microsoft auch nur anzuzeigen, habe ich es heute endlich geschafft, alle Dateien dafür runterzuladen und zu installieren. Außerdem habe ich auch noch den Drucker auf dem kleinen Netbook so einrichten können, dass alles drahtlos gesteuert wird und vor allem auch die Scanfunktion über WLAN fluppt, damit bin ich jetzt schon sehr zufrieden.

Diese ganze Computereinrichterei ist immer wieder ein gigantischer Zeitfresser und mit einem Gerät ist es ja nicht getan. K. hat parallel versucht, Ordnung in all die diversen Fritzboxen zu bringen, die wir mittlerweile steuern und betreuen, die Fritzbox hier auf Borkum hatte nämlich die Zeitumstellung nicht verkraftet und bildete sich jetzt ein, im Jahr 1970 zu leben. Das war blöd, weil sie nicht nur das Jahr, sondern leider auch die Stunden verdreht hatte und die Beleuchtung, die wir hier über eine Zeitfunktion steuern, plötzlich fünf Stunden zu früh anging.
Wenn ich die letzten Meldungen der Fritzbox richtig deute, hat er sie aber wieder in die Gegenwart befördert.
Außer Computern und Fritzboxen haben wir dann auch noch diverse "Smart Home" Anwendungen am Start, das ist ja prinzipiell alles ganz nett, aber irgendwas davon zickt immer rum. Und das heißt, man muss sich zeitaufwändig kümmern. Seufz.

Weil Sicherheit dabei ein großes Thema ist, ist alles umfänglich Passwort geschützt, meistens braucht man zu dem Passwort auch noch einen Benutzernamen und natürlich hat man alles schon mehrfach geändert, so dass es weder eine Einheitlichkeit noch ein System gibt, mit dem man sich den Zugang zu seinen eigenen Anwendungen erleichtern könnte.

Ich habe deshalb eine im Laufe der Jahre ziemlich groß gewordene Passwortdatei, in der ich mir alle Benutzernamen, Zugangskennungen, Passwörter und was man sonst noch so behalten muss, aufgeschrieben habe, die Datei selber ist durch ein Superpasswort geschützt, was ich mir tatsächlich einigermaßen gut merken kann. Lästig ist nur, dass es mittlerweile wirklich solche Mengen an Zugangsdaten sind, die in dieser Datei relativ unsortiert einfach hintereinander aufgeschrieben wurden, dass ich oft stundenlang suchen muss, bis ich irgendein vergessenes Passwort dort rausfischen kann.
Und diese Datei habe ich heute aufgeräumt.
Dabei gleich jede Menge Passwörter abgeglichen, erneuert, ergänzt, aktualisiert und eben richtig sinnvoll strukturiert. Nun fühlt sich das an wie nach einem lange fälligen Hausputz. Aus lauter Begeisterung über diese jetzt so unglaublich sorgfältig und säuberlich sortierten Zugangs- und Passwortübersichten, habe ich die Datei inzwischen schon drei- oder viermal geöffnet, bewundert, wie schick das alles aussieht und wieder geschlossen. Wenn es nicht so entsetzlich kontraproduktiv wäre, würde ich sie am liebsten ausdrucken und mir an die Wand hängen. So hübsch ist die geworden
.

331 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 15. September 2016
iOS10
Ich lade neue Updates üblicherweise ziemlich schnell, denn ich denke, ich kann mich der fortschreitenden Updaterei eh nicht verweigern, irgendwann hören die alten Programme einfach auf zu funktionieren, also kann ich auch zügig dabei sein.
Gestern gab es das neue iOS - und ich bin das erste Mal genervt von einem Update.
Denn ich finde keine Vorteile aber größere Mengen lästige neue Features, die ich alle bisher nicht vermisst habe und eher albern finde.
Mein iPhone funktioniert plötzlich anders, aber eben nur anders, nicht besser oder schneller oder irgendwie positiver. Deshalb eigentlich schlechter, denn es nervt.
Am ätzendsten finde ich, dass man jetzt erst den Knopp unten drücken muss, bevor man zum Freischaltbildschirm kommt, bisher konnte ich einfach zur Seite wischen und konnte dann meinen Pin eingeben.
Und ja, ich weiß, es gibt den Fingerabdrucksensor, aber der funktioniert bei mir nur jedes dritte Mal. Schneller ist es also, ich gebe gleich den Pin ein. Falsch, schneller WAR es, denn jetzt ist es richtig langsam, weil ich nach jeder Bildschirmsperre erst mühevoll hin-her-rauf-runter-oder im Zickzack wischen muss, bevor ich über Pin Eingabe wieder dabei bin.
Richtig blödes System, jetzt
. Grummel.....
.

316 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Sonntag, 7. August 2016
Gesnapt
J. ist Snapchatfan.
Ich hatte mir die App zwar schon letztes Jahr mal geladen, dann aber weder einen sinnvollen Einstieg gefunden, noch überhaupt begriffen, wie das ganze funktioniert. Anschließend habe ich an vielen Stellen gelesen, Snapchat wird nur von Kids U20 genutzt und deshalb beschlossen, dass ich neue Socialmediakanäle auch mal auslassen kann, bei dieser Zielgruppe mach ich mich nur lächerlich, wenn ich da auch zwanghaft mitmachen will.
Dann jedoch meldete sich Frau Ziefle bei Snapchat an. Ausgerechnet. Erst vor kurzem ein eigenes Smartphone bekommen und jetzt schon Snapchat. Sowas. Scheint, als ob ich mich doch mal kümmern müsste.

Und dann spülte mir das Schicksal ein eigenes Kind ins Haus, der mir wenigstens in Ansätzen erklärte, wie die Technik funktioniert und mit ein bisschen Gegoogel fand ich auch noch Snapchatter Ü20, einige davon richtig, richtig gut und jetzt bin ich angefixt.
Heute Abend habe ich meine ersten eigenen Snaps gedreht und stelle fest, es macht riesig viel Spaß.

Mir hat es sehr geholfen, dass ich ein paar Snapchatter entdeckt habe, die regelmäßig etwas posten und ich damit einen Eindruck bekommen habe, was eigentlich alles so möglich ist. Man kann herrlichen Blödsinn machen, aber auch ganz ernsthafte Dinge.
Definitiv nicht nur was für U20 Kids
.

367 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 30. Mai 2016
Textänderung
Ich wusste gar nicht, dass ich kriminell bin, wie kriminell ich bin.
Okay, eine latente Neigung zu einer gewissen Grundkriminalität würde ich mir jetzt nicht zu 100% absprechen. Ich neige durchaus dazu, schon mal ohne Parkticket mein Auto abzustellen und als die Kassiererin bei Aldi neulich nur eine Flasche Wasser statt ein ganzes Sechserpack gebongt hat, habe ich sie auch nicht darauf aufmerksam gemacht. Aber dass ich so schlimme Dinge tue, die gleich mit bis zu drei Jahren Gefängnis bedroht sind, das hätte ich mir selber tatsächlich bis heute nicht zugetraut. Denn ehrlich, bei sowas bin ich ein totaler Schisser. Vor allem auch, weil ich meistens finde, es lohnt sich nicht. Wenn ich Geld verdienen oder sparen will, gibt es immer ausreichend legale Methoden, so dass ich mich zumindest in dem Bereich der Kriminalität, die finanzielle Hintergründe hat, eher ungerne bis gar nicht bewege.
Daneben gibt es natürlich Kriminalität, die emotions- oder triebgetrieben ist. Hier kann ich wenig zu sagen, da die krankhafte Seite meiner Triebe bisher noch nicht sichtbar wurde (will sagen, meine Kinderschändertriebe reichen maximal so weit, als dass ich meine Kinder regelmäßig zum Kaffee kochen missbraucht habe) und um jemanden umzubringen bin ich letztlich wohl einfach zu phlegmatisch, so dass ich bei meiner bisherigen Gesamtbetrachtung eigentlich noch immer ganz gut mit meinen Delikten leben konnte.
Heute habe ich aber von einer Straftat erfahren, von der ich gar nicht wusste, dass sie derart strafbar ist, genaugenommen wusste ich noch nicht mal, dass es überhaupt verboten ist.
Urheberrecht - Ohaua-haua-ha - das ist ja mal eine üble Sache.
Dass man andererleuts geistiges Eigentum nicht als sein eigenes ausgeben darf, das kann ich nachvollziehen. Dass man mit andererleuts geistigem Eigentum nicht selber und auch nicht mittelbar Geld verdienen darf (außer man ist Agent), finde ich auch logisch. Dass man aber andererleuts geistiges Eigentum, das bereits ganz normal öffentlich zugänglich und an vielen Stellen auch öffentlich vermarktet wird, nicht noch mal, in anderer Form öffentlich zugänglich machen darf, (ohne es sich dabei selber zuzuschreiben oder gar selber irgendetwas daran verdienen zu wollen) das hätte ich so nicht erwartet.
Hätte ich aber wissen können. Hätte dafür nur § 106 UrhG lesen müssen, was ich bisher einfach versäumt habe.
Tja, und weil ich das nicht wusste und mir mal so absolut überhaupt gar keinen Kopf um Verbote gemacht habe, die sich mir weder erschließen noch irgendwie bekannt sind, bin ich jetzt kriminell geworden. Verstöße gegen § 106 UrhG sind nämlich mit bis zu drei Jahren Gefängnis bewehrt - und genau so einen Verstoß habe ich begangen.

Ich sach ja - ohaua-ha - mir ist jetzt ganz flau und ich beginne vor mir selber Angst zu haben. Was, wenn ich noch mehr schwerst verbotene Dinge tue, von denen ich einfach nicht weiß, wie verboten sie sind, weil mein eingebautes Moralsystem nicht funktioniert?
Weil ich gar kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich so etwas tue, weil ich mir fest einbilde, ich tue ja niemandem etwas. Ich nehme niemandem etwas weg und ich verschaffe mir keine persönlichen Vorteile, keinerlei finanziellen Interessen auf meiner Seite und schädigen will ich auch niemanden, Emotionen sind maximal im positiven Sinne im Spiel (boah guck mal, was ich Tolles gefunden habe, muss ich dir unbedingt zeigen) und als strafbare Triebbefriedigung erscheint es mir auch nicht, wenn ich etwas, was öffentlich verfügbar zu hören ist, über eine Spracherkennungssoftware in Text umwandel, weil ich Text besser genießen kann, wenn ich ihn nicht nur höre, sondern auch beim Hören mitlesen kann.
Ich meine, da muss man erst mal drauf kommen, dass das kriminell ist, oder?
Dass man andererleuts geistiges Eigentum nicht einfach so öffentlich verfügbar machen darf - das finde ich sinnvoll, denn schließlich leben die Künstler davon, dass man ihre Werke kauft. Und wenn man sie überall umsonst runterladen kann, muss man sie nicht mehr kaufen, (die Werke, nicht die Künstler), also vollstes Verständnis von meiner Seite und deshalb käme ich auch nie auf den Gedanken, hier irgendwelche fremden geistigen Ergüsse zu verbreiten.
Wenn aber das Werk als solches längst öffentlich verfügbar ist - was gibt es denn dann noch zu schützen?
Und deshalb habe ich etwas getan, von dem ich nicht wusste, dass man dafür ins Gefängnis kommen kann. Ich habe irgendwann Anfang/Mitte November einen Livemitschnitt eines Poetry Slams gefunden, den das Wirtschaftsministerium Kiel auf Youtube veröffentlich hat. (Man beachte:WIRTSCHAFTSMINISTERIUM, ich habe also durchaus darauf geachtet, dass es nicht irgendein windiger, illegaler, privater Videomitschnitt war.) Und weil ich das dort vorgetragene Gedicht (das mittlerweile ziemlich bekannt geworden ist) so toll fand, habe ich das Video hier verlinkt, den Vortrag einmal durch Dragon gejagt und den Text dann unter dem Video eingefügt.
Ich meine, hey, der Text war doch nun wirklich kein Geheimnis oder nur käuflich zu erwerben, jeder kann ihn mitschreiben, wenn er möchte, Spracherkennungssoftware macht es nur noch etwas leichter, aber auch ohne so ein Programm wäre es jedem Menschen völlig problemlos möglich, ohne etwas zu bezahlen an den Text zu kommen. Ich begreife deshalb einfach nicht, wo die schützenswerten Interessen liegen. Ich finde, dann müssen sie das Wirtschaftsministerium und alle anderen Youtube Veröffentlichungen auch löschen lassen.
Aber vielleicht kommt das ja noch, dann bekomme ich sicher wieder Post, dass ich ein illegales Video verlinkt habe.
Darauf bin ich dann gespannt.

Naja, auf alle Fälle bekam ich heute eine E-Mail, in der mir 24h Zeit gegeben wurde, den widerrechtlich und kriminell veröffentlichten Text (siehe § 106 UrhG) zu löschen, sonst.....
Habe ich natürlich gemacht, bin viel zu feige, hier Widerstand zu bieten.
Fühle mich aber jetzt ein bisschen wie Frau Böhmermann....... (wobei der eine andere Straftat begangen hat, aber das Straßmaß ist ein ähnliches und die Sinnhaftigkeiten der Verbote ähneln sich auch irgendwie.)
Ich hof dann mal, Frau Harry wird mit ihrer Einstellung glücklich, immerhin lebt sie in Kiel, also im Norden, wo man halt stets von Kälte, von Klämme und Stürmen umgeben ist.
Punkt
.
.

466 x anjeklickt (4 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 14. März 2016
Updates
Was mich am digitalen Leben schon arg stört ist die dauernde Updateterei.

Ständig muss irgendetwas geupdated werden. Kein Tag, ohne dass nicht irgendwelche Apps auf dem Smartphone mit blinkenden Nummern nach einer Auffrischung geifern, gleiches gilt natürlich für das Tablet.
Der Laptop (oder ist das jetzt ein Notebook oder gar ein Ultrabook und ich habe mal wieder ein oder zwei sprachliche Updates verschlafen?) der Klapprechner auf alle Fälle kümmert sich alleine um seine Updates. Dachte ich - bis vorgestern.
Seit einigen Wochen rege ich mich zunehmend über eine hakelige Maus, Aussetzer bei der Tastatur und andere lästige Verschleißzipperlein auf, die aber eigentlich gar kein Verschleiß sein können, weil der Rechner erstens noch gar nicht alt genug ist für Verschleiß und das zweitens viele verschiedene, angeschlossene Mäuse und Tastaturen betraf und mal klappte es und mal nicht und ich konnte so gar kein System des Versagens erkennen. Bis ich mich vorgestern genervt an unseren IT-Betreuer wandte, ihm die Probleme schilderte und schloss mit: "Ich habe nichts mit dem Rechner gemacht."
Den letzten Satz nehme ich mir grundsätzlich vor, explizit NICHT zu sagen, weil es so peinlich ist, genau diesen Satz zu sagen, und dann tue ich es doch jedesmal, denn ich habe schließlich ja wirklich nichts mit dem Rechner gemacht.
Aber genau das war diesmal das Problem, denn ich habe versäumt, ihn upzudaten. Genauer gesagt verlangten die USB-Treiber nach einem Update und seitdem ich das manuell angestoßen und installiert habe, läuft alles wieder fluffig.
Es gibt nämlich nicht nur ein Update für den blöden Rechner, hach, das wäre ja viel zu einfach, nein, es gibt zig.
Windows datet sich ständig auf und der Virenscanner natürlich auch (das können beide immerhin ganz alleine), aber außerdem gibt es ein Systemupdate, das sich nur auf persönliche Anfrage bewegt und so wie ich das verstanden habe, lässt sich das auch nicht auf automatisch umstellen, weil es nach einem exakten Termin für die Planung der Automatik verlangt und wenn zu diesem Termin der Rechner einmal nicht an oder nicht online ist, bricht er sofort den gesamten Plan auch für die Zukunft ab, der Blödmann. Das war bei mir natürlich passiert und deshalb hatte ich wohl uralt USB-Treiber. Weshalb es ein Problem ist, dass die USB Treiber veralten, wenn doch die angeschlossenen Hardwaregeräte genauso alt sind, das erschließt sich mir nicht komplett, aber der IT-Fachmensch meinte, das läge an dem Windowsupdate, das ja automatisch läuft und das dann manchmal an irgendwelchen Stelle Plätze besetzt, die bis dahin von den Systemeinstellungen benutzt wurden, die durch das Update dann überschrieben werden. Mit der Folge, dass das System nicht mehr richtig funktioniert. Deshalb muss auch das System ständig aufgefrischt werden, hauptsächlich weil es mit seiner Programmierung ständig von A nach B nach C nach XYZ umziehen muss, weil ihm ansonsten mal wieder ein automatisches Windowsupdate dazwischen gekommen ist.

Grundsätzlich finde ich ja moderne Technik etwas positives, aber es gibt immer wieder Tage, wo ich sehr deutlich der Überzeugung bin, dass da grade gewaltig was übertrieben wird
.

370 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Freitag, 9. Oktober 2015
Feedbackverweigerung
Wahrscheinlich bin ich antisozial, eine Entwicklungsbremse und überhaupt einfach nur arrogant widerborstig, aber ich habe die Nase so voll von diesen dauernden Meinungs- und Feedbackumfragen, dass ich mit dem sofortigen Abbruch aller Geschäftsbeziehungen nicht nur drohe, sondern das auch umsetze, wenn irgendein Callcenter im Namen dieser Firma ein zweites Mal anruft.
Und ich möchte auch keine Sonderangebote oder Gratisaktionen telefonisch offeriert bekommen, ich möchte einfach überhaupt nicht von fremden Leuten angerufen werden. PunktAusrufzeichen1Elf

Ich weiß, die armen Leute in den Callcentern machen auch nur ihre Arbeit und können da nix für - aber wie soll ich mich denn sonst wehren?

Zugegeben, ich habe sicherlich eine etwas übertriebene Telefonallergie. Ich finde Telefon grundsätzlich schwierig, denn irgendwie kommt es mir immer vor wie "vordrängeln" oder zumindest halt aufdringlich.

Ich gehe mal davon aus, dass es nur in sehr seltenen Fällen so ist, dass jemand vorm Telefon sitzt und darauf wartet, dass es endlich klingelt.
Als mir das das letzte Mal passiert ist, war ich grade frisch verliebt, es war aber noch nichts festes und natürlich musste er anrufen und ich dafür sicherstellen, dass ich dann auch ganz bestimmt erreichbar bin. Das ist nun aber über 30 Jahre her und seitdem es Handys gibt, stelle ich mir vergleichbare Situationen für heutige Teenager deutlich einfacher vor.

Im Büro finde ich telefonieren noch ganz normal, da steht das Gerät schließlich direkt auf meinem Schreibtisch und ich muss nicht durchs halbe Haus sprinten, wenn es schellt. (Obwohl ich sicher bin statistisch beweisen zu können, dass es ganz bestimmt dann klingelt, wenn ich entweder in der Kaffeekücher oder auf Toilette bin, es dafür vorher aber drei Stunden stumm vor sich hin schwieg, wo ich für eine Ablenkung sehr dankbar gewesen wäre, stattdessen aber ungestört und widerwillig irgendeinen Sachverhalt bearbeiten musste, der sich nicht länger aufschieben ließ.) Aber im Büro ist telefonieren ein Teil der Arbeit und deshalb kann ich auch einigermaßen entspannt damit umgehen. (wenn ich auch manchmal das Gefühl habe, ich komme vor lauter telefonieren nicht mehr zum Arbeiten, aber das ist ein anderes Thema.)

Zu Hause dagegen bin ich mit tausenderlei Dingen beschäftigt und gefühlt meistens in Eile.
Entweder mache ich grade irgendwelche Hausarbeiten (Kochen, Putzen, Waschen, Aufräumen) oder ich mache Nichts, das aber dann so aktiv, dass ich telefonieren erst recht als Störung empfinde, wenn der Anrufer nicht einen guten Grund hat, mich bei meinem intensiv genossenen Nichtstun zu unterbrechen.

Wenn ich Nichts mache, dann geht es mir wie diesem Loriotmann, der einfach nur in seinem Sessel sitzen will und eben nichts tun will.
Ich sitze auf dem Sofa und starre auf den Fernseher, der aber nicht an ist, weil das beim Nichtstun ja stören würde.
Und wenn dann das Telefon schellt, dann fällt es schon schwer, sich aus dem Sofa wieder herauszuschälen und überhaupt seine Gedanken wieder soweit zusammenzusortieren, dass man zurück in den Alltag findet. Es ist okay, wenn es dann ein Freund oder ein Verwandter ist (obwohl ich hier sogar oft per SMS vorab einen Telefontermin verabrede, eben um sicherzustellen, dass grade beide Zeit und Lust haben miteinander zu reden) - aber für Herrn Eismann, der zum drittenmal anfragt, ob ich nicht doch einen Katalog haben möchte, habe ich dann nur noch ein aggressives Husten übrig und die Versicherung, dass ich ganz sicher niemals nie und unter keinen Umständen jemals etwas bei ihm kaufen werde - und wenn er der letzte Händler auf der ganzen Welt ist. Und meinen VW bringe ich auch nur noch in die freie Werkstatt um die Ecke, weil die ganz sicher kein Callcenter beauftragen, um mich zu fragen, wie ich denn mit der letzten Inspektion zufrieden war.
Eine Tageszeitung werde ich aus denselben Gründen ebenfalls niemals beziehen wollen und Lottospielen will ich auch mit 150%iger Gewinngarantie nicht.

Es gibt ja Leute, die können das Telefon einfach schellen lassen und stören sich nicht dran. Diese Gabe ist mir aber leider nicht gegeben. Ich will wenigstens muss unbedingt wissen, wer es ist. Und wenn ich die Nummer nicht kenne, dann wird mir meine Neugier keine Ruhe geben, bis ich weiß, wer es ist. Zur Not muss ich halt drangehen, dann muss ich mich ärgern und einen armen Callcentermenschen böse angiften. K. hat deshalb schon viele Nummern gleich in der Fritzbox blockiert (Eismann, VW und diverse Zeitungsverlage), so dass das Telefon gar nicht mehr klingelt - die Fritzbox aber immer noch per E-Mail mitteilt, dass ein Anruf eingegangen ist, dann muss ich im Nachhinein die Nummer googeln, dann muss ich mich auch ärgern, aber immerhin keinen Callcentermenschen angiften, das hat die Fritzboxsperre verhindert.

Die Bewertungs- und Feedbackflut per E-Mail ist natürlich noch um ein Vielfaches höher als die per Telefon, dafür kann ich bei einer E-Mail aktiv entscheiden, wann ich mich damit beschäftigen will und muss mich nicht extra vom Sofa quälen, aus der Waschküche hochsprinten oder die Milch überkochen lassen (weil ich aus der Küche abgerufen wurde).
Und so eine E-Mail löscht sich ja auch problemlos, aber mittlerweile sind es dermaßen viele E-Mails, die mich penetrant mehrfach daran erinnern, dass ich meinen Einkauf bei irgendwo noch immer nicht bewertet habe, dass ich auch die E-Mails nur noch als aufdringlich und lästig empfinde und deshalb eine immer halsstarrigere Bewertungsverweigerungshaltung einnehme.
Wenn die gar nicht aufhören mich zu nerven, gebe ich allerdings gerne auch mal eine negative Bewertung ab, in der ich dann ausführe, dass die Ware völlig okay ist, mir aber diese Bewertungsquängelei so auf die Nerven geht, dass ich die Firma keinem empfehlen kann, der anschließend seine Ruhe haben will.

Die westfälisch/norddeutsche Haltung "nicht gemeckert ist schon Lob genug" schiebe ich da gerne als Begründung vor.

Ähnlich aggressiv reagiere ich mittlerweile auch auf Apps, bei denen ständig "Geben Sie eine Bewertung ab" aufploppt und ich das Gefühl habe, erst wenn ich auf "Ja" klicke, ist für die nächsten 14 Tage Ruhe.

Und da ich mir nicht vorstellen kann, dass ich der einzige bin, den diese Bewertungsquängelei nervt, beobachte ich interessiert, wann dieses Thema von einer breiteren Öffentlichkeit aufgegriffen wird und wie die Unternehmen dann damit umgehen.

.

538 x anjeklickt (2 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?