anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 20. Mai 2019
Lebensleistung
In letzter Zeit ist wieder ein Wort verstärkt im Umlauf, bei dem ich mich jedesmal aufrege, wenn ich nur daran denke.

Lebensleistung


Was für ein bescheuertes Wort, denn es hat, wenn man es konkret hinterfragt, überhaupt keine Bedeutung.
Es gibt genau deshalb keine Lebensleistung, weil es völliger Blödsinn wäre, so etwas zu definieren.
Es gibt vielleicht eine Überlebensleistung - die hat jeder vollbracht, der noch nicht tot ist, aber was soll eine Lebensleistung sein?

Wenn es eine Lebensleistung gäbe, müsste es ja auch eine Definition dafür geben. Das wiederum bedeutet, es müssten darin Kriterien aufgestellt werden, die erfüllt sein müssen, damit man von Lebensleistung sprechen kann - und automatisch würden dadurch dann Menschen ausgegrenzt, die diese Kriterien nicht oder schlecht erfüllen und das will sich ja wohl hoffentlich niemand anmaßen. Ich meine, festzulegen, wann jemand sein Leben gut oder schlecht verbracht hat.

Das Widerliche an diesem Wort ist vor allem, dass man spontan meint, es hätte eine Bedeutung. Deshalb wird es ja grade von Politikern so gerne verwendet.
"Aus Respekt vor der Lebensleistung" fordert die SPD eine bedingungslose Grundrente. Es ist eine echte Volksverdummung.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich habe nichts gegen eine bedingungslose Grundrente (obwohl ich die Form, in der die SPD sie grade einführen möchte, für entsetzlich ungerecht erachte, aber das ist ein anderes Thema), im Gegenteil, ich finde eine Mindestrente ausgesprochen vernünftig, sinnvoll und begrüßenswert.
Ich habe nur etwas gegen diese schwachsinnige Begründung, die in diesem Zusammenhang immer verwendet wird, denn die ist eine Unverschämtheit.

Da es eine Lebensleistung gar nicht gibt, könnte man den Werbeslogan der SPD auch "Aus Respekt vor Nix" nennen, aber das hört sich dann ja wieder respektlos an, obwohl es genau darum geht.
Jeder soll im Alter angemessen und in Würde sein Auskommen haben, völlig egal, wie er sein Leben vorher verbracht hat.
Aus Respekt vor der Menschenwürde - das wäre eine gute und richtige Aussage.
Aus Respekt vor der Intelligenz der Bürger fände ich so eine Darstellung positiv, unterstützenswert und vor allem durchdacht.

Die Politiker schwurbeln aber lieber von Lebensleistung - und wundern sich über Politikverdrossenheit.

Und ich wundere mich, warum sich nicht viel mehr Menschen darüber aufregen, dass die Politik hier ein Wort verwendet, was im Grunde nichts anderes ist als "Vorspiegelung falscher Tatsachen".

Ich habe mir in der letzten Zeit mal den Spaß gemacht und verschiedene Leute gefragt, was sie unter "Lebensleistung" verstehen und dann ein bisschen schadenfroh gegrinst, als sie alle in diese böse Falle getappst sind, nämlich zu meinen, man könnte eine Definition für dieses Wort finden.

Das Problem bei Definitionen ist, dass ein Beispiel halt nicht ausreicht.
Was ist ein Säugetier? Zum Beispiel ein Esel.

Das Problem bei positiven Beispielen für "Lebensleistung" ist, dass man schlecht sagen kann, dass das Gegenteil so eines Lebens, KEINE Lebensleistung ist.

Das Problem bei Lebensleistung ist eben, dass es niemanden gibt, dem man eine Lebensleistung absprechen kann.
Ein Mensch zB der schwer behindert geboren wurde und in seinem Leben nie etwas anderes gemacht hat als nur zu existieren und sich pflegen zu lassen - auch dieser Mensch hat eine Lebensleistung vollbracht, nämlich erstens überhaupt bis heute am Leben geblieben zu sein und zweitens hat er den Menschen, die ihn pflegen, ganz sicher ganz viele gute Gefühle und Liebe beschert und das reicht doch schon, oder nicht?

Was also soll der Quatsch mit "Respekt vor der Lebensleistung"? Man könnte auch "Respekt vor der täglichen Verdauung" sagen oder "Respekt vorm Bauchnabel", es ist einfach nur komplett trivial.

Und es regt mich auf
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Mittwoch, 1. November 2017
Ariel 3in1 Test
In der Post war eine Probetüte mit einem Ariel 3in1 Pod.


Das der Probetüte beigefügte Anschreiben war mit "Liebe(r) Haushaltsführende(r)!" überschrieben und reizte mit dieser Adressierung natürlich spontan mein ohnehin sehr leicht reizbares Genderhysteriegegacker-Gen.
Früher hätte man ja einfach "Liebe Hausfrau" geschrieben und hätte doch durch Zufall mal ein Mann den Haushalt erledigt, dann hätte er sich auf Augenhöhe angesprochen gefühlt, denn genauso wie die männliche Form der Politesse (Politesserich?) schon in sich eine Degradierung der (männlichen) Person beinhaltet, haftet dem Begriff "Hausmann" auch deutlich weniger Wertschätzung an als dem Wort "Hausfrau" und so war jeder Hausmann froh, wenn er einfach wie eine gleichwertige Hausfrau behandelt wurde und wäre im Leben nicht auf den Gedanken gekommen, hier nachbessern zu müssen.
Diese Zeiten sind aber nun eindeutig vorbei, heute sind Hausfrauen genau wie alle anderen Bürger unserer Republik dreierlei Geschlechts (weiblich/männlich/sagichnicht) und dementsprechend geschlechtsneutral muss die Anrede formuliert sein.

Liebe(r) Haushaltsführende(r) - herzlichen Glückwunsch, Ihr habt damit der regenbogenfarbigen Gleichberechtigung ganz sicher einen großen (Bären)dienst erwiesen. So wird man ernstgenommen.

Nach dem ich mich ob der skurrilen Anrede wieder einigermaßen beruhigt hatte, habe ich den Rest des Anschreibens gelesen und vernommen, dass Ariel diese Pods vor allem deshalb entwickelt hat, um mir die Pflege meiner Kleidung mit ausgezeichneter Waschleistung bei einfachster Handhabung zu ermöglichen.
Na, das hört sich doch toll an, da habe ich schon lange drauf gewartet.

Was man beim Wäschewaschen aus meiner Sicht dringend verbessern könnte, ist die Sortierung der Wäsche in unterschiedliche Waschmaschinenladungen. Ich sortiere eigentlich immer nach vier verschiedenen Gesichtspunkten: Hell und dunkel und heiß und kalt.
Ich habe also fast immer eine helle heiße, eine helle kalte, eine dunkle heiße und eine dunkle kalte Maschine Wäsche. Solange ich für einen fünf oder mehr Personen Haushalt gewaschen habe, war das auch nie ein Problem, da gab es immer genug Wäsche, um völlig locker für jede dieser Kombinationen eine volle Maschine Wäsche zusammenzubekommen. Seitdem die Kinder aber nicht mehr da sind und ich deshalb überwiegend nur noch für zwei Personen wasche, wird das schon schwieriger, so dass ich in letzter Zeit tatsächlich ab und zu schon mal Unterhosen mit 40°C gewaschen habe, weil es sich nicht lohnte, für 20 Unterhosen eine ganze Maschine Kochwäsche laufen zu lassen, die Unterhosen aber gewaschen werden mussten, weil der verbliebene Bestand im Schrank nicht mehr für lange gereicht hätte. (und keiner die Wendemethode anwenden wollte.)

Wenn man beim Wäschewaschen also etwas Vereinfachen will, so hätte ich gerne ein Waschpulver, was mir auch bei 40°C Waschtemperatur die Hygiene von Kochwäsche verspricht. Btw: Meine Kochwäsche wasche ich auch nur noch mit 60°C, aber 60°C tötet eben doch ein paar mehr Keime als nur 40°C. Und Bremsspuren gehen bei 60°C auch besser raus als nur bei 40°C.
Wenn es aber ein Waschmittel gäbe, was beruhigend zuversichtlich versichert, dass heißer als 40°C nicht mehr gewaschen werden muss, dann bräuchte ich immer nur noch zwei Maschinen zu sortieren und wenn dann noch jemand ein Waschpulver erfindet, das jegliches Abfärben ganz absolut sicher ausschließt - dann wäre es perfekt. Alle Wäsche unsortiert ab in eine Maschine, einfacher geht es ja wohl nicht, oder?

Ich dachte also, genau hier hätte Ariel die Vereinfachung eingebaut.
Aber alles Käse, ich habe das mal gegoogelt.
Das 3 in1 steht für "Tiefensauber, flecklösend und strahlend rein"
Ja sacht mal, Ihr Ariel Heinis, habt Ihr se noch alle?

Tiefensauber, flecklösend und strahlend rein ist für mich genau dreimal das gleiche. Oder zumindest ist das nur ein Aspekt, den ich beim Wäsche waschen wichtig finde, nämlich dass der Kram sauber wird. Und sauber ist für mich ein digitaler Begriff. Alles, was nicht zu 100% sauber ist, ist eben nicht sauber. Dass die Flecken weg sind, ist ja wohl logisch, wenn etwas sauber sein soll und ob man das Ergebnis dann tiefensauber oder strahlend rein nennt, das war mir schon bei Clementine egal.

Keimfrei fände ich aber auch noch wichtig, denn natürlich kann strahlend rein und tiefensauber trotzdem komplett verkeimt sein. Und "farbfixierend" wäre dann meine dritte Anforderung an ein "3in1 Waschmittel".
Euers macht jetzt einfach nur sauber, sauber und sauber - vielleicht bin ich ja zu blöd, aber was genau ist daran neu? Das haben Waschmittel doch schon vor 30 Jahren versprochen, dass sie genau das täten.

Dafür sind die herkömmlichen Waschmittel mit deutlich weniger Warnhinweisen, Totenköpfen und technischen Herausforderungen gespickt als Eure lächerlichen 3in1 Pods. Mein normales Waschmittel kann ich nämlich einfach aufmachen, dann offen stehen lassen und benutzen wann und wie ich will.
Bei der Probetüte dieser 3in1 Dinger bin ich im ersten Schritt schon daran gescheitert, dass ich die Tüte nicht aufreißen konnte. Reißen ging einfach nicht, no way. Da ich neben der Waschmaschine aber keine Schere aufbewahre (weil ich halt üblicherweise keine Schere zum Waschen benötige), musste ich erst umständlich mit der Probetüte durchs Haus wandern und eine Schere suchen.
Nach dem Öffnen der Packung muss der Pod aber SOFORT verwendet werden. Steht ja extra in groß und fett und mit Totenkopf auf der Tüte.
Also habe ich die Probetüte in der Küche mit der Schere geöffnet, um dann in gestrecktem Galopp in den Waschkeller zu jagen und die sofortige Verwendung sicherzustellen. Nachher wäre mir das Ding noch in den Händen explodiert, so dramatisch klangen die Warnhinweise. Weiß man's?

Ich habe es also letztlich geschafft, diesen Pod zu verwaschen, ohne dass dabei weitere Katastrophen passiert sind - im Ergebnis hatte ich nachher aber einfach nur gewaschene Wäsche, was das Ding sonst noch kann, habe ich leider nicht entdecken können
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Montag, 3. Juli 2017
Gedachtes Kauderwelsch
Im Kopf sind nur angefangene Wörter.
Nichts, das zusammen passt, noch nicht mal die Buchstaben in den Wörtern.
Deshalb sind es ja auch nur angefangene Wörter, keiner weiß wie sie fertig gestellt werden können, auch ich nicht.
Aus angefang Wört lass sich kei brauchb Sät form.
Eine irre Buchstabensuppe flutet die Gedanken, geniale Gedanken blitzen auf wie Sternschnuppen und verglühen auch genau so schnell wieder.
Nichts lässt sich fassen, panta rei, morgen ist Diensta und ich bin dab.
Alles ist so schreckl anstreng
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Samstag, 14. Januar 2017
Freundlich bis zur Kündigung
Es gibt eine Eigenschaft, die geht mir vollständig ab: Freundlich zu sein zu Menschen, die Unsinn reden.
Ich gebe mir meistens zwar sehr große Mühe, wenigstens höflich zu sein, es gibt aber Leute, die behaupten, selbst das gelingt mir nicht immer.
Das ist meist dann der Fall, wenn selbst eine euphemistische Zusammenfassung der Realität schon als unhöflich interpretiert wird.
Meine Notrettung ist dann gerne der Satz: "Ich glaube, ich möchte dazu jetzt nichts sagen." wenn ich direkt angesprochen werde, ansonsten versuche ich so eisern wie möglich zu schweigen.
Gestern hatten wir im Büro einen Termin, wo sich zwei neue Geschäftspartner vorgestellt haben. Zugegeben, die Art und Organisation unserer Firma ist ungewöhnlich, was aber keine Entschuldigung dafür ist, dass jemand ohne Not aber mit viel Eifer müllige Stammtischparolen vorträgt, die seine geballte Inkompetenz im hellsten Licht erstrahlen lassen.
Ich habe mir viel Mühe gegeben, dazu ausdrücklich zu schweigen - und mal wieder resigniert beobachtet, dass diejenigen, die etwas dazu gesagt haben, die wohlfeilsten Nettigkeiten als Kommentar parat hatten, so dass der arme Kerl bestimmt mit der Überzeugung aus dem Termin gegangen ist, es sei alles gut gelaufen.
Dass wir im Hintergrund aber nun intensiv daran arbeiten, seine Firma komplett abzuservieren, wird ihm wahrscheinlich im Traum nicht einfallen, ich finde es deshalb äußerst unfair, ihm nach seinem missglückten Auftritt (und es war nicht der erste, er hatte zwei Chancen vorher auch schon versiebt) nicht ganz klar und deutlich mitzuteilen, wie negativ sein Auftritt angekommen ist.
Aber das ist wohl kein gutes Benehmen, ehrlich miteinander umzugehen. Lieber belügt man sich, dass sich die Balken biegen, Hauptsache man ist immer freundlich.
Ja, ist klar
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Montag, 21. November 2016
Wie programmiert man eine Senderliste neu?
Der Versuch, heute früher aus dem Büro nach Hause zu gehen, um dort den privaten Bürokram weiter abzuarbeiten, scheiterte.
Nicht am frühen Nachhausegehen, aber am Weiterarbeiten am privaten Schreibtisch.
Ich bin tatsächlich sehr früh aus dem Büro verschwunden, um 16h habe ich meine Sachen gepackt und bin gegangen. Das war schon irgendwie ein feines Gefühl, wenn die anderen noch alle eifrig weiterarbeiten und man selber schlendert entspannt zum Ausgang und ruft "Schönen Feierabend", da habe ich mich ganz spontan sehr frei gefühlt.
Aber dann musste ich unterwegs noch eben etwas einkaufen, so dass ich erst gegen 17h und damit im Dunkeln zuhause ankam. Und wenn es draußen dunkel ist, dann fühlt sich der Tag schon gar nicht mehr nach Tag, sondern viel mehr nach Abend an - und das ist nicht gut für die persönliche Schreibtischarbeitsmotivation.


Zuhause mussten dann natürlich erst dringlich die notwendigen Haushaltsarbeiten erledigt werden, Müll rausstellen, Balkon fegen (bisschen schwierig im Dunkeln, aber habe ich gemacht, weil da ja noch Dreck war, der auch gleich mit in die Tonne geworfen werden konnte, wenn die doch morgen geleert wird), leere Mülleimer wieder in den Zimmern verteilen, Spülmaschine ausräumen, Einkäufe wegpacken, Butterbrot essen und Fernseher neu programmieren. Fernseher neu programmieren war wichtig, denn das versuche ich seit über vier Wochen und bin immer wieder daran gescheitert, dass ich nicht wusste, welche Tasten auf der Fernbedienung zu welcher Funktion gehören. Aber heute hatte ich genau zu diesem Problem einen Geistesblitz, und das hat sich echt gelohnt, denn endlich habe ich es geschafft, die völlig durcheinandere Senderliste wieder in eine vernünftige Reihenfolge zu bringen. Da gab es nämlich Veränderungen in den Kanälen, weil ARD jetzt One heißt, dafür das ZDF irgendeinen Kanal eingestellt hat oder was weiß ich, auf alle Fälle war alles durcheinander, und so etwas ärgert mich sehr.

Dass für die Bedienung von Fernsehern jetzt auch schon ein IT-Studium verlangt wird, ärgert mich übrigens auch, ich hasse all diese technischen Schwierigkeiten, die mir ständig und überall im Alltag begegnen, nichts funktioniert mehr einfach so, alles muss aufwändig programmiert und gepflegt und geupdated und wieder neu eingestellt werden - und dann funktioniert es noch immer nicht, weil sich irgendeine Einstellung in dem System, die eine Funktion steuert, die man gar nicht braucht, nicht kennt, nicht will, aber nicht abwählen kann, weil sich da irgendwas verheddert hat und man meint, das liegt daran, dass man selber zu blöd ist, aber wenn dann jemand anderes genau denselben Knopf drückt, dann funktioniert es plötzlich doch wieder und man bleibt als absoluter Idiot zurück, weil sich die Logik, nach denen Funktionen es manchmal tun und manchmal nicht, auch einem studierten Techniker nicht erschließt und es nie jemanden geben wird, der es einem erklären kann.
Ich könnte mich da stundenlang drüber aufregen, aber hilft ja nix, ich muss wohl lernen, damit zu leben, denn die durchgeknallte Technik ist heute überall und ich tröste mich dann damit, dass es anderen Leuten ja auch nicht besser geht.
Ich würde allerdings schon gerne mal jemanden kennenlernen, der all diese bekloppten Features, die so ein moderner Fernseher heute anbietet, auch wirklich benutzt. Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, dass es dafür überhaupt eine Zielgruppe gibt. Die Jugendlichen, die ich kenne, die schauen eigentlich eh kein Fernsehen mehr und wenn, dann auf dem Handy oder dem PC und gestreamt - und die alten Leute, die noch ganz normal Fernsehen gucken, die brauchen diesen Schnickschnack nicht, weil sie nicht verstehen, wofür das alles überhaupt gut sein soll und außerdem wollen sie ja nur Fernsehen gucken. Das bedeutet Sender einschalten, eventuell zwischen mehreren Sendern hin und herschalten, bis man ein Programm gefunden hat, das einem gefällt und dann zugucken. Ende. Mehr nicht. Und ich zähle mich da durchaus auch zu den alten Leuten, denn wenn ich etwas anderes will, dann benutze ich gleich meinen PC. Und deshalb nervt es mich sehr, dass man einen Fernseher inzwischen genauso aufwändig pflegen muss wie einen PC - und wenn man aus Versehen falsche Tasten gedrückt hat auf der Fernbedienung, dann tut er's gar nicht mehr, wenn man nicht weiß, welche Tasten man dann drücken muss, um wieder zurück zu finden.
Zurück in die Omaeinstellung, wo das erste Programm die Nummer 1 hat, das zweite die Nummer 2, das dritte die Nummer 3 und danach kommen noch mehr Dritte, die dann weiter durchnummeriert sind und dann kommen die neuen Extrasender, wo man sich die Nummern erst recht nicht mehr merken kann, aber dafür gibt es ja die Kanalhoch- und Kanalrunterschalttaste.
Das ist eigentlich schon alles, was ich von einem Fernseher erwarte - aber bis man den soweit hat, dass er mit der Kanalhoch- und -runterschalttaste tatsächlich in einer vernünftigen Auswahl der empfangbaren Programme hoch und runterscrollt - bis dahin ist man mindestens drei Nervenzusammenbrüche weiter.

Deshalb war für mich der Tag gelaufen, als ich es heute durch Zufall aber hoch zufrieden geschafft hatte, meine Senderliste wieder in eine vernünftige Reihenfolge zu bekommen.
Danach musste ich dann ausführlich genießen, wie wunderbar ich plötzlich wieder die Sender wechseln kann - bis es endgültig zu spät war, mich noch an den Schreibtisch zu setzen und den ungeliebten Bürokram zu erledigen.
Aber morgen, morgen klappt das bestimmt
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Montag, 5. September 2016
Das Problem
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Diesen Eintrag habe ich wieder gelöscht.
Ich glaube, das ist klüger.
Für mich wird es wohl bis ans Ende meiner Tage ein Rätsel bleiben, warum sich manche Menschen so seltsam verhalten.
Ich meine, wenn ich mich darüber aufrege, dass jemand etwas tut oder nicht tut, warum rege ich mich dann immer wieder darüber auf anstatt einmal direkt mit dem betreffenden Menschen zu reden und die Sache zu klären?
Okay, es gibt Menschen, mit denen kann man nicht reden bzw. da hilft reden nicht, weil sie einen tatsächlich ganz stumpf nicht verstehen.
Aber bevor ich es aus diesem Grund aufgebe, muss ich es doch vorher wenigstens mal probiert haben, das mit dem reden, meine ich.
Scheint aber wohl kein übliches Verhalten zu sein. Beliebter ist es, sich aufzuregen und das gerne auch über Monate und Jahre.
Geh mir weg mit einer Lösung, sie wär der Tod für mein Problem
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Montag, 25. Juli 2016
Meinungsabgründe
Manche Blogeinträge haben ja etwas von "Handtuch auf der Liege" - , dieser zum Beispiel, das gebe ich zu.
Denn eigentlich ist jetzt schon morgen, weil ich aber als Datum noch unbedingt den 25.7. erwischen wollte, musste ich um 23.56h blitzschnell einen "under construction"-Beitrag offline speichern, an dem ich jetzt nachträglich noch etwas rumschreiben kann.
In solchen Situationen ist ein Handy, in dem alle Passwörter und Zugangsdaten schon fest gespeichert sind, sehr praktisch, denn dann lassen sich solche Handtuch-Beiträge auch während eines Gesprächs ganz unauffällig nebenbei schon mal im Blog platzieren - die Feinheiten kann man dann ja später nachpolieren.
Wir hatten heute nämlich ein Gespräch.
Ein sehr langes Gespräch, ein sehr ausführliches Gespräch, ein sehr intensives Gespräch.
Es ging um Missverständnisse und unterschiedlich interpretiertes Rollenverhalten. Diskrepanzen auf der Sender- und Empfängerebene (Das habe ich doch gar nicht so gemeint. - Es kommt aber anders an.) und um die Frage wie lange "nie" und "für immer" dauert.

Es gibt viele Dinge, zu denen habe ich gar keine endgültige, persönliche und überzeugte Meinung, trotzdem kann ich da wunderbar drüber diskutieren, nehme dabei aber jede gewünschte (oder freie) Meinungsposition an, denn Hauptsache ist doch, es gibt überhaupt verschiedene Meinungen, sonst kann man ja nicht diskutieren, sondern sich nur in Übereinstimmung suhlen.
Beim Diskutieren wiederum ist nicht nur die objektive Qualität eines Argumentes von Bedeutung, sondern auch die rhetorische und emotionale Überzeugungskraft des jeweils Vortragenden. Und wenn ich dann eine Meinung übernommen habe (d.h. also, ich habe die Rolle übernommen, eine bestimmte Meinung zu vertreten), dann vertrete ich sie auch so gut es geht, schließlich ist das ja der Sinn des Spiels, zumindest so wie ich das Spiel verstehe und betreibe.
Dass es dann einzelne Mitspieler irritiert, wenn ich nächste Woche, an einem anderen Spieltisch Diskussionstisch, eine komplett andere Meinung vertrete, vielleicht weil die zufällig grade frei war und noch einen Vertreter brauchte, dann kann ich das verstehen, aber nicht ändern.
Für mich ist es weder ein Zeichen von Unzuverlässigkeit, wenn ich regelmäßig meine Meinung ändere, noch empfinde ich mich als flatterhaft oder promiskuitiv. Ich finde, jeder darf mal jede Meinung benutzen, das übt, hält wach und flexibel.

Zu anderen Dinge habe ich aber durchaus eine sehr dezidierte und individuelle Meinung, nur die entspricht sehr häufig nicht den gängigen, gesellschaftspolitisch korrekten "das denkt man heute so" Vorgaben.
Da ich "Meinung haben" aber schon von klein auf immer intensiv trainiert habe, kann ich natürlich meine ganz eigene und individuelle Meinung in aller Regel sehr eloquent, wortgewaltig und für manchen einschüchternd und brutal ausschließend vortragen.
Das macht mir mancher gern zum Vorwurf, was mich dann tatsächlich jedes Mal einigermaßen sprachlos macht.

Was dieses Blog betrifft, so habe ich hierzu eine sehr lange überlegte und inzwischen fast abgeschlossene, persönliche Meinung:
Ich finde, ich darf mich über Dinge, die ich irgendwo beobachtet habe, hier an dieser Stelle so oft und solange lustig machen, wie ich das will. Und genausogut darf ich mich auch über Dinge/Menschen/Sachverhalte oder Umstände aufregen und auch das so oft und so lange wie ich das will.
Denn das hier ist mein Blog und ich verweigere jede Sorte Zensur, die sich auf hinterhältig leisen Pfoten durch die Hintertür versucht einzuschleichen.

Ich weiß, dass es Leute gibt, die lesen hier nur mit, um sich über mich aufzuregen.
Ich finde das grundsätzlich sehr praktisch, denn so gelingt es mir, Leuten etwas mitzuteilen, die ansonsten nicht mit mir reden wollen.
Worte machen Dinge wahr - und genau deshalb sage und schreibe ich Sachen, über die sich andere Leute aufregen, denn ich glaube an die Macht des Faktischen, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, ich muss dafür ein Einhorn bluten lassen.
Ich gehe bewusst das Risiko ein, dass mein Leben dadurch verflucht ist, aber vielleicht auch nur deshalb, weil ich denke, ich habe doch sowieso nichts zu verlieren. Denn hey, was kann im schlimmsten Fall passieren? Dass mich Leute, die sich über mich aufregen, nicht leiden können? Und dass diese Leute dann zu anderen Leuten gehen und denen intensiv versuchen klarzumachen, was ich für ein schlechter Mensch bin? Was ich für schlechte Meinungen habe, was ich für böse Dinge schreibe und dass eshalb jeder.... - ja, was eigentlich? Nicht mehr mit reden sollte?
Hmmm, ganz ehrlich? Dann soll das so sein. Wer nicht mit mir reden will, der muss das nicht.
Das Risiko, dass ich am Ende aller Tage komplett vereinsamt, frierend und depressiv in einer Mansarde mit Loch im Dach sitze und auf den trommelnden Regen lausche, weil sich mir sonst niemand anderes mehr zuwendet - dieses Risiko gehe ich dann eben sehr bewusst ein

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Dienstag, 12. Juli 2016
Heute wird's spät,
ich sitze immer noch im Büro, der Fluch der nichterledigten Wochenendfristen holt mich grade ein.
Aber immerhin sind das Dinge, für die bin ich komplett alleine zuständig und muss mich nicht über Fehler von Mitarbeitern ärgern, was ich nämlich den überwiegenden Teil des bisherigen Tages getan habe.
Erst habe ich mich geärgert, dann war ich damit beschäftigt, meine akuten Frustattacken, die in einer bockigen "ich-kontrollier-den-Kram-nicht-mehr,-dann-geht-es-eben-mit-Fehlern-raus" Verweigerung mündeten, wieder in Griff zu kriegen, denn leider ist das auch keine Lösung, schließlich trage ich die Verantwortung dafür, dass die Arbeit vernünftig gemacht wird.
Es ist aber auch zu und zu ärgerlich, dass es immer dieselben Mitarbeiter sind, die sich einen ausgesprochen schlanken Fuss machen und sich einen feuchten Kehrricht um sorgfältiges Arbeiten scheren. Von Arbeiten mit einem Mindesteinsatz an Hirn mal ganz zu schweigen.
Die Hälfte des Tages habe ich heute Berichte kontrolliert, die ein Mitarbeiter in diversen Word-Dokument zusammengestellt bzw. aktualisiert hatte und dabei zu 98% eigentlich nur Copy&Paste nutzen musste, aber auch diese komplexe Tätigkeit verlangt natürlich dass man a) die richtigen Stellen/Vorlagen zum Kopieren findet und b) die alten Stellen auch komplett rauslöscht. Beides ist ihm leider nicht komplett gelungen und ich habe Gift und Galle geschimpft, als ich diese Berichte in stundenlanger Kleinarbeit kontrolliert habe, denn da es ja so gut wie keinen eigenen Textbeitrag gab, ist das Kontrollieren exakt genauso aufwändig wie das Selbermachen, nur leider ist dieser tiefgeschätzte Monsterkollege auch nach 27 ausführlichen Personalgesprächen nicht dazu in der Lage, fehlerfrei zu arbeiten. Getoppt wird das Ganze noch dadurch, dass er an einigen Stellen auf Copy&Paste verzichtet und eigenen Text einfügt, wobei er diese Stellen genauso willkürlich auswählt wie den Text, denn er dann ersatzweise schreibt. Der hat nämlich mit dem Text, der da eigentlich stehen müsste, nichts mehr zu tun und ist einfach nur falsch.
Ich habe echt keinen Dunst, wie man dieses Dauerproblem in Griff kriegen könnte
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Donnerstag, 7. Juli 2016
Noch mehr Jobkram
Manche Dinge werde ich wohl nie verstehen.
Ein ewiges Rätsel bleiben wird mir zum Beispiel diese Vorschriftshörigkeit, mit der sogar halbwegs intelligente Menschen oft ausgestattet sind und die dazu führt, dass Menschen ohne mit der Wimper zu zucken ihr eigenes Hirn sofort und komplett abschalten, wenn es für irgendeinen Vorgang eine Dienstanweisung oder einen Befehl des Chefs gibt.
"Das muss so gemacht werden, das ist Vorschrift." oder "Der Chef will das so." sind dabei die absoluten Totschlagargumente.
Ob ein im Einzelfall individuell abweichender Sachverhalt tatsächlich von der Dienstvorschrift betroffen ist, ist dabei genauso egal, wie die Frage, warum der Chef das denn so will bzw. ob er das wirklich so will, oder ob man ihn vielleicht falsch verstanden hat - oder der Chef selber den Sachverhalt falsch beurteilt hat - denn auch das kann vorkommen, Chefs sind nicht grundsätzlich allwissend klüger und auch nicht vor Fehlentscheidungen gefeit.

Mein Problem ist jetzt, dass ich selber Chef bin und von Mitarbeitern gesagt bekomme "Aber das haben Sie doch so gesagt.", wenn ich sie frage, wie um alles in der Welt diese horrende Blödsinn passieren konnte. Es mag dann sogar sein, dass ich das so gesagt habe,aber ich habe es dann ganz bestimmt nicht so gemeint. Oder ich wusste einfach nur halb Bescheid und fühlte mich trotzdem genötigt, schon mal was zu entscheiden. Kommt auch regelmäßig vor, von Chefs wird eigentlich hauptsächlich erwartet, dass sie Dinge entscheiden, für die anderen Leuten der Mut fehlt.
CW sagte immer, er bräuchte sich selber in jung als Assistenten. Ich verstehe immer besser, was er damit meinte. Ich würde mich selber auch sofort als Assistentin einstellen. Irgendsoein junges, rotzfreches Gör, was keinen Respekt vor Hierachien hat und deshalb einfach selber weiter denkt. Würde ich sofort einstellen.
Warum,
Warum bloß verdammt nochmal, hören die allermeisten Leute einfach auf zu denken, wenn der Chef was sagt?
Werd ich wohl nie verstehen
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Sonntag, 12. Juni 2016
Nachwehen
Totgeschwiegen
Eingefroren
Versteinert
Kaputt

Es mag Menschen geben, die mit ihrem Leben zufrieden sind, wenn die äußere Hülle, also das Bild nach außen, eine heile Welt darstellt. Was dadrunter steckt, wie die Welt wirklich ist, das interessiert dann nicht.
Die schweigt man tot. Die friert man ein. Die negiert man.
"Darüber möchte ich nicht reden."
Klar, ist ja auch entschieden einfacher.
Probleme sind nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. Nachher kommt noch jemand und macht die ganze, wunderbar rosa gepinselte Scheinrealität einfach kaputt, in dem er Sachen sagt wie "Das finde ich nicht in Ordnung."
oder noch schlimmer: "Du bist kein guter Mensch, du machst dir dein Leben einfach - auf Kosten anderer. Dich interessiert nicht, wie es den anderen geht, wenn du deine Welt nur rosa anpinseln kannst."

Ich habe diesen Satz im Ohr: "Wir sind auf der Welt, um anderen Menschen eine Freude zu machen." So oft gehört - und nie bedacht, wie der andere das lebt. Denn was eine Freude ist für mich, entscheidet natürlich derjenige, der mir diese Freude macht, und das ist grundsätzlich das, was er selber gut findet. Und ich habe mich dann selbstverständlich zu revanchieren, am liebsten auf die gleiche Art.

Mein Vater kaufte mir Sahnetorte. Er wollte mir eine Freude machen.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie Sahnetorten gemocht. Genau genommen finde ich Sahnetorten sogar ziemlich eklig, ich mag einfach kein süßes Zeug.
Mein Vater dagegen liebt Sahnetorten, und er reißt sie sich vom Herzen, um mir eine Freude zu machen.

Ich kann dabei nur verlieren. Entweder würge ich mir diese widerliche Sahnetorte irgendwie rein und versuche, nicht sofort auf den Tisch zu kotzen - oder ich habe den schwarzen Peter, weil ich mich mal wieder anstelle.
"Ich wollte dir doch nur eine Freude machen."
Ja, schon klar, und ich bin diejenige, die sich mal wieder schlecht benimmt. Jeder liebt Sahnetorte, nur ich muss aus der Reihe scheren.
Wenn ich dann tatsächlich sage, ich möchte keine Sahnetorte, wird geseufzt.

Was für ein unfaires und ungleich gewichtetes Spiel das ist, merkt man erst, wenn man feststellt, dass man selber kaputt gegangen ist dabei.
Mir macht Sahnetorte Magengeschwüre.
Ich kann davon nicht schlafen und heule tagelang vor mich hin, weil mir so schlecht ist.

Es ist so entsetzlich verlogen.

Aber warum lasse ich mich immer wieder darauf ein und warum verdammt noch mal, fressen alle Leute ständig Sahnetorte?

Und noch was: Wenn ich diesen völlig schwachsinnigen Text "Wir haben überlebt" über die heldenhafte Kindheit der 60er/70er Jahrgänge noch einmal irgendwo vorgelegt bekomme, kotze ich mindestens fünf ganze Sahnetorten auf einen Schlag auf das Manuskript und stecke anschließend noch die Bude in Brand.
Ernsthaft.
Punkt
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