anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 16. November 2019
Das Regal mit den kleinen Schrauben
Im Rahmen der Sortier-, Umräum- und Ausbauarbeiten im Schlafzimmer fiel mir auch ein kleines Wandregal in die Hände, was ich schon vor längerem gekauft hatte, weil ich es gerne neben dem Bett als Ablagefach angebracht haben wollte.
Wir haben bei uns eine sehr klassische Mann-Frau-Arbeitsaufteilung: K macht alle handwerklichen Arbeiten und ich meckere nachher, wenn es nicht so wurde, wie ich mir das dachte.

Ich überreichte ihm also das Regal und bat um Anbringung, was er auch tat.

Als ich es beim Einräumen aber ein wenig bewegte, (weil ich noch ein Kabel dahinter entlangführen wollte) hatte ich es plötzlich mitsamt Schrauben und Dübeln aus der Wand gerissen.

K sagte, das läge an den Dübeln, die wären so klein, dass sie in dem Loch nicht hielten.
Ich fragte, weshalb er dann nicht einfach ein kleineres Loch bohrt.
K sagte, dass dann die Dübel nicht mehr in das Loch passen, weil dann die Dübel zu groß für das Loch seien..
Ich war ob dieser offensichtlich ernstgemeinten Antwort so verdutzt, dass ich erst mal gar nichts mehr sagte, weil ich ahnte, das gibt Streit, wenn ich die von ihm ernstgemeinte Antwort als Blödsinn bezeichnen würde.
Deshalb haben wir jetzt mehrere Löcher in der Wand und ein Regal was davor auf dem Boden steht.



Eine Woche später versuchte ich es erneut und fragte, weshalb das Regal nicht an der Wand hält, diesmal sagte K, das läge an den Schrauben, weil die so klein sein müssten, sonst passten sie nicht in die Halterung des Regals. Ich fragte, weshalb er dann nicht auch passende kleine Dübel nehmen würde, er sagte, er hätte schon die kleinsten genommen, die wir haben. Ich fragte, ob wir dann nicht mal in einem Geschäft nach noch kleineren Dübeln suchen sollten, er meinte, das nützt nichts, weil er schon 5er Dübel genommen hätte.
Ich fragte, warum er dann nicht einfach ein 5er Loch bohrt, er sagte, weil dann der Dübel nicht reinpasst.
Ich stehe staunend vor einer für mich völlig unerklärlichen Logik und klappe den Mund wieder zu, weil ich erneut den Eindruck habe, mein Westfalenmann ist wirklich von der Unmöglichkeit meines Ersuchens überzeugt.
Weil das Regal kleine Schrauben braucht, für die man wiederum kleine Dübel braucht, für die es dann aber keine passend kleinen Löcher gibt, weil die Schrauben zu klein sind.
Deshalb lässt sich das Regal nicht so fest an der Wand anbringen, dass es auch wirklich hält.
Ich begreife es einfach nicht.
Für mich sind die Variablen Schraube, Dübel und Lochgröße direkt proportional und innerhalb von handelsüblich erhältlichen Größen frei skalierbar, wenn das mit den 8er Schrauben und Dübeln funktioniert, warum nicht mit 5er Schrauben und Dübeln???

Heute Vormittag habe ich einen erneuten Vorstoß unternommen, um dieses Thema zu klären.
Diesmal erklärte mir K, es läge an der Kopfgröße der Schrauben. Weil die Öffnungen in der Halterung des Regals so klein sind, dürften die Schrauben nur ganz kleine Köpfe haben.
Die einzigen Schrauben, die wir haben, die dazu passen, sind dann aber wiederum nicht dick genug, um die 5er Dübel ausreichend aufzuspreizen, damit die selbstständig in der Wand halten. K meint jetzt, er bräuchte dickere Schrauben mit einem schmalen Kopf.
Das ist der aktuelle Zwischenstand, das Regal ist immer noch nicht aufgehangen, die Wand sieht immer noch recht lädiert aus - und ich weiß jetzt auch nicht mehr weiter.
Ich denke, das beste wird sein, ich gehe am Montag mal in einen Baumarkt, nehme das Regal mit und lasse mir von einem freundlichen Baumarktmenschen genau erklären, welche Zutaten mit welcher Lochgröße es braucht um dieses Regal aufzuhängen.
Ich kann einfach nicht glauben, dass diese Regal unaufhängbar sein soll
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Mittwoch, 18. September 2019
Schlüssel
Ich gebe es zu, es kann sein, dass ich unter Umständen eine leicht übertriebene Schlüsselhysterie habe, aber auch wenn ich mir viel Mühe gebe und versuche, den Umgang mit Schlüsseln so locker wie möglich zu sehen, so stehe ich doch immer wieder ratlos vor der fröhlichen Unbekümmertheit, die insbesondere ein mir persönlich bekannter, westfälischer Mann kultiviert, wenn es um Schlüssel geht.
"Der Schlüssel ist ja nicht weg. Er ist nur grade woanders." pflegt er regelmäßig zu antworten, wenn er mal wieder irgendwo nicht rein kommt, weil er seinen eigenen Schlüssel grade nicht zur Hand hat.
Weil er theoretisch :-) Zugang zu sehr vielen verschiedenen Gebäuden, Räumen und/oder Fahrzeugen hat, besitzt er natürlich auch sehr viele Schlüssel. Ich kann verstehen, dass man nicht immer alle Schlüssel, die man besitzt, an einem großen Schlüsselbund mit sich rum schleppt, denn erstens wird dadurch die Gefahr größer, auf einen Schlag ganz viele Schlüssel zu verlieren - "nie alle Eier in einen Korb legen" halte ich auch für einen klugen Ratschlag, und zweitens ist so ein Riesenschlüsselbund natürlich auch viel zu lästig.
Mein Westfalenmann hat aber fast nur Einzelschlüssel, was ich als solches mindestens so lästig fände, wie ein zu großes Schlüsselbund, er schleppt zudem aber auch viele dieser Einzelschlüssel oft an völlig überflüssigen Orten mit sich rum, einfach deshalb, weil er vergessen hat, sie wieder aus der Tasche zu räumen, wenn er sie nicht mehr braucht, weil er tatsächlich überhaupt gar keine, also NULL Disziplin bzw. Standardroutinen hat, was das Aufbewahren von Schlüsseln angeht.
Deshalb passiert es ihm ja auch sehr häufig, dass ein Schlüssel dann, wenn er ihn benutzen möchte, grade nicht da ist, wo er ihn sucht. Es gibt natürlich einen mehrere Plätze, wo er seine Schlüssel theoretisch ausbewahrt, praktisch sind sie, wenn er sie dort sucht, aber entweder noch in irgendeiner Hosen- oder Jackentasche (das ist der einfache Fall) oder aus eben dieser Hosen- oder Jackentasche irgendwann rausgefallen und dann sind sie gar nicht mehr spontan lokalisierbar, weil er ja nicht weiß, wann das passiert ist und wo er sich seitdem überall aufgehalten hat.

Was mich dabei regelmäßig komplett strubbelig macht, ist die Sorglosigkeit, mit der er jede zügige und vor allem konsequente Schlüsselsuche verwirft. "Der taucht schon wieder auf." ist sein Credo, denn schließlich ist der Schlüssel ja nicht weg, sondern nur grade nicht da…..

Ich verlange ja gar nicht, dass er meine Hysterie übernimmt und jedesmal sofort komplett panisch wird, wenn ein Schlüssel nicht da ist, wo er sein sollte. Wenn ich einen Schlüssel nicht sauber lokalisieren kann, starte ich jedesmal SOFORT eine großangelegte Gefahrensuche und bin zu keiner anderen Aktivität bereit, bevor der vermisste Schlüssel nicht wieder aufgetaucht ist. Und ja, ich gebe zu, dass ich es damit ab und zu auch übertreibe, wenn ich mitten auf dem Prinzipalmarkt in Münster plötzlich panisch meine Handtasche komplett ausleere, weil ich meinen Schlüssel nicht spontan in der Tasche orten konnte. Da ich nicht zu kleinen Handtaschen neige (K sagt immer, meine Handtaschen sind unterkellert), sind so übergroße Handtaschen ein doppeltes Problem: Erstens ist halt viel drin und dann ist es nicht sehr leicht, ein Schlüsselbund sofort zu finden und zweitens ist halt viel drin und das kann schon mal skurril wirken, wenn man das alles auf den Prinzipalmarkt entleert. Aber hey - besser sofort zu bemerken, dass man den Schlüssel im letzten Geschäft verloren hat, wo man ihn mit Glück noch sofort wiederfinden kann, als das erst drei Stunden später zuhause vor der verschlossenen Haustür zu merken, oder?

Weil ich ständig Sorge habe, dass mir ein Schlüssel wegkommt, achte ich auch ständig darauf, dass alle an ihrem FESTEN Platz sind. Ich habe in jedem Haus neben der Eingangstür ein Schlüsselbrett und das erste, was ich beim Betreten des Hauses mache, ist, meinen Schlüssel dort aufzuhängen. Wenn ich nämlich sonst an diesem Brett vorbeigehe und bemerke, dass mein Schlüssel nicht da ist, werde ich sofort panisch und das versuche ich soweit es geht zu vermeiden.

Außer der Sorge, einen Schlüssel zu verlieren, habe ich auch eine Dauerangst, mich selber auszusperren.
Zum Glück verlasse ich das Haus in Greven fast immer durch die Kellertür - und die muss ich abschließen, die kann also nicht einfach so ins Schloss fallen oder zugezogen werden. Wenn ich wirklich mal oben durch die offizielle Haustür rausgehe, kontrolliere ich jedesmal mindestens fünfmal, ob ich auch wirklich einen Schlüssel dabei habe. Zur Sicherheit habe ich aber im Keller noch einen Schlüssel versteckt und mit Hilfe der Nachbar käme ich zur Not immer in den Keller.
Auf Borkum gehen wir fast immer durch eine normale Haustür, die halt zu ist, wenn man sie zuzieht, deshalb habe ich dort einen Schlüssel bei den Nachbarn und einen Schlüssel beim Onkel und einen Schlüssel gut versteckt im Fahrradschuppen. Ich wünsche mir sehr, dass wir bald eine neue Haustür bekommen, es gibt jetzt welche mit Fingerprintsensor. Fände ich prima.

Ansonsten habe ich ein Schlüsselbund zum An- und Abklipsen einzelner Schlüssel und finde das extrem praktisch.


Das zusätzliche Gebömmel an meinem Schlüsselbund habe ich zur besseren Auffindbarkeit in meiner Handtasche und höchstpraktisch finde ich den rausziehbaren Einkaufswagenchiplöser. Damit kann ich einen Einkaufswagen freischalten, ohne einen Euro oder einen Chip als Pfand drin zu lassen, sondern ich ziehe das ganze Teil einfach wieder raus, wenn der Wagen frei ist. Ich bringe den Wagen nach dem Einkauf trotzdem wieder zurück, dazu ist man mittlerweile viel zu gut konditioniert, um das nicht zu tun, ich erspare mir aber das mühsame wieder zurückfummeln loser Einkaufswagenchips. Zur Not habe ich auch lose Chips an meinem Schlüsselbund, denn nicht alle Einkaufswägen akzeptieren die Rein- raussteckvariante, was für mich aber sogar ein Grund ist, bestimmte Supermärkte zu meiden, wenn ich weiß, dass die bloß die blöden Einkaufswägen haben.

Wenn ich das Haus verlasse, gibt es genau drei Möglichkeiten: Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto - deshalb habe ich drei Haustürschlüssel, einen einzelnen, einen zusammen mit dem Fahrradschlüssel und einen zusammen mit dem Autoschlüssel.

Das da oben ist mein Autoschlüssel, an dem ist ein Haustürschlüssel (der für alle meine Haustüren passt) und mein Büroschlüssel. Dass ich ohne Auto ins Büro fahre ist so gut wie ausgeschlossen, deshalb ist der Büroschlüssel als Anhängsel am Autoschlüssel. Wenn ich aber weiß, dass ich längere Zeit nicht ins Büro gehe, dann mache ich den Büroschlüssel ab und hänge ihn einzeln ans Schlüsselbrett, weil ich ungern Schlüssel mit mir rumschleppe, die ich nicht brauche.

Wenn ich zuhause bin, hängen alle drei Schlüssel am Schlüsselbrett (bzw. steckt der Einzelschlüssel von innen in der Tür), wenn ich das Haus verlasse, nehme ich genau den Schlüssel mit, der zur Fortbewegungsart gehört, und weil ich ohne Auto- oder Fahrradschlüssel ja nicht mehr zurückkomme, ist sichergestellt, dass ich meinen Haustürschlüssel nicht irgendwo weit weg liegen lasse und vergesse zu suchen.

Jetzt ist es manchmal so, dass wir gemeinsam mit meinem Auto fahren und dass K mein Auto fährt. Der steigt dann zuhause aus, zieht den Schlüssel ab und steckt ihn in die Hosentasche oder wirft ihn drinnen irgendwohin. Er hat ja schließlich keine feste Routine. Ich kriege dann jedesmal einen Herzanfall, wenn ich am Schlüsselbrett vorbeilaufe und bemerke, dass mein Autoschlüssel fehlt.

Außer diesen Standardschlüsseln gibt es natürlich noch Einzelschlüssel, die werden aber nur dann mitgenommen, wenn sie unbedingt nötig sind und bei Rückkehr zuhause SOFORT wieder zurückgelegt. Sagte ich schon, dass ich eine leichte Schlüsselhysterie habe? Ich habe zB einen Schlüssel zum Vaterhaus, einen zum Onkelhaus und einen Generalschlüssel für das Mietshaus, die liegen in der Schreibtischschublade, weil ich sie viel zu selten brauche, um sie jederzeit griffbereit ans Schlüsselbrett zu hängen. Am Schlüsselbrett hängt noch der Briefkastenschlüssel - und es macht mich sehr nervös, wenn er da nicht hängt…..

Weshalb ich jetzt grade so ausführlich über Schlüssel schreibe? Nun, weil mein Westfalenmann in der letzten Woche gleich zwei Haustürschlüssel verkramt hat. Jaja, sie sind nicht weg, aber im Moment hat er grade keinen mehr zur Hand um zuhause ins Haus zu kommen und mich macht das so wuschig, dass ich ihm leider auch nicht suchen helfen kann, weil, er sucht ja nicht…
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Sonntag, 27. Januar 2019
Wie die Liebe gelingt
Von Siria hatte ich den Link zu einer Sendung bekommen, die heute morgen im ZDF lief (und jetzt auch noch in der Mediathek verfügbar ist) und in der es um die Frage ging, wie Liebe gelingt.

Ich finde einerseits das Thema ausgesprochen spannend, weil es so viele verschiedene Ansätze gibt, da etwas zu erklären, letztlich aber jeder für sich selber sein eigenes Geheimrezept finden muss, wie es für ihn grade richtig und stimmig funktioniert und weil ich gleichzeitig über eine sehr ähnliche Fragestellung häufig nachdenke, nämlich "weshalb fühlt sich meine Beziehung zu meinem Westfalenmann so richtig und so endgültig an?".

Bei der Beantwortung meiner eigenen Frage hat mich der Beitrag heute morgen einen großen Schritt weiter gebracht, es war Sirias Mann, der sagte, die Beziehung hätte vor allem deshalb alle Krisen überdauert, weil sie alternativlos war.

Ich weiß nicht, wie er es gemeint hat, aber ich hatte plötzlich für mich das Gefühl, dass es genau dieses Wort ist, was meine eigene Beziehung ganz wunderbar beschreibt.
Ich denke, mein Westfalenmann ist für mich auch alternativlos - was ich aber vor allem deshalb weiß, weil ich verschiedene Alternativen vorher schon durchprobiert habe und bei dieser Beziehung jetzt ziemlich sicher bin: es gibt keinen anderen Menschen, der so viele Bedürfnisse in meinem Leben so gut abdeckt, wie das bei meinem Westfalenmann gelingt.

Klar hat er Macken und natürlich ärgere ich mich ab und zu oder auch regelmäßig über dieses oder jenes und manchmal ärgere ich mich auch gewaltig, aber um fair zu sein, sollte ich daneben auch vergleichen, was ich als Ausgleich für den Ärger bekomme. Und das ist eine ganze Menge.
Das wichtigste, was ich wohl gar nicht hoch genug bewerten kann, ist die Tatsache, dass er mich mag, und zwar ziemlich vorbehaltlos. Und weil er mich mag, erträgt er umgekehrt auch alle meine Macken (und so schwer es mir fällt, es zuzugeben, aber weniger als er habe ich sicher nicht zu bieten, so mackenmäßig, ziemlich sicher eher im Gegenteil).

Außerdem profitiere ich ungemein von seiner Ausgeglichenheit. Ich nenne es Westfale, aber tatsächlich ist seine schon fast stoische Ausgeglichenheit und Ruhe eine echte Besonderheit und macht ihn damit zu einem ganz besonderen Menschen. Als Gegenpart zu meiner eher flippigen Spleenigkeit, die durchaus auch schon mal in hysterischen Anstellereien gipfeln kann, ist seine Ruhe einfach Gold wert.
Fasziniert bin ich von seinem fast unverrückbaren Selbstvertrauen, dass sich in Sätzen äußert wie: "Ach, das ist doch einfach." - egal wie komplex das Problem ist und von seiner Ruhe, wenn es hektisch wird. "Da wollen wir mal sehen, ist doch bestimmt ganz einfach." Ich drehe grade 17fach am Rad und er macht einfach.
Dabei setzt er seine Methoden oder Lösungen nicht mit aller Macht durch, sondern bietet sie nur an, und das immer wieder, geduldig, ausdauernd und ohne schlechte Laune. Wenn ich eine eigene Lösung gefunden habe, akzeptiert er die gleichzeitig ohne Probleme, meinen Standardspruch: "Ich kann das alles alleine." lässt er meist unkommentiert im Raum stehen und wartet geduldig ab, wie alleine ich es wirklich schaffe.
Diese Offenheit, meine Lösungen dabei komplett auf Augenhöhe zu akzeptieren, ja sogar regelmäßig nachzufragen, ob mir noch etwas einfällt, was besser funktioniert, macht ihn damit zu einem Traumpartner für eine Frau, die sich ungern etwas sagen lässt und empfindlich auf Bevormundung reagiert.

Kurz: er ist alternativlos. Und zwar deshalb, weil er das perfekte Gegenstück zu mir und meinen Macken ist.
Ich glaube nicht an Kompromisse, schon gar nicht in einer Beziehung. Vielleicht bin auch nur ich kein Typ für Kompromisse, das weiß ich nicht, aber aus meiner Sicht ist ein Kompromiss immer ein Verlust für beide Seiten - und viele kleine Kompromisse in einer Beziehung addieren sich eben irgendwann auch zu einem großen Verlust auf.
Ich lehne Kompromisse deshalb ab - entweder es geht, oder es geht nicht, wie so Legoklötze: Sie passen, oder sie passen nicht. Mit einem Seil zusammenbinden, weil das ein Kompromiss ist, wenn die Klötzchen nicht von alleine einklinken - ne, müssen wir gar nicht erst drüber reden.
Mit meinem Westfalenmann muss ich keine Kompromisse machen, kein anderer Mann, kein anderes Bierkeine andere Lösung. Alternativlos eben.

Dazu kommen natürlich noch seine weiteren positiven Eigenschaften, die dazu führen, dass es keinen Menschen auf der Welt gibt, mit dem ich lieber zusammen bin, weil ich mit ihm all die Dinge tun kann, die mir besonders viel Spaß machen.
Er ist für jeden Blödsinn offen, er macht wirklich jede noch so verrückte Idee mit und findet es auch noch lustig.
Er ist aber auch für jedes Thema offen, über das ich gerne reden möchte und findet es interessant, wenn ich Themen anschneide, über die er noch nie nachgedacht hat, statt sich entnervt in eine ruhige Ecke zu flüchten.
Er ist überhaupt für alle neuen Dinge offen, er probiert einfach alles aus und findet das meiste gut, was ich vorschlage.
Wir haben einen sehr ähnlichen Humor, ich glaube, ich habe noch mit keinem Menschen schon so viel gekichert wie mit ihm.
Wir haben in wichtigen Dingen dieselben Werte - er mag auch keinen Sport, interessiert sich nicht für Religion und seine Musik hört er klaglos mit Kopfhörer.
Er macht mein Pendelleben mit und behauptet, es gefällt ihm genau so.
Er unterstützt alle Menschen, um die ich mich kümmere, als wären es seine eigenen Menschen.
Er mag fast alles, was ich koche und gibt sich viel Mühe, aktiv im Haushalt mitanzupacken. (Das mag sich jetzt selbstverständlich anhören - aber man muss bedenken: Ich kann immer alles alleine und es handelt sich schließlich an beiden Orten rein formal um meine Haushalte.)
Ich kann mich absolut blind und bedingungslos auf ihn verlassen.

All diese zusätzlichen Eigenschaften machen ihn natürlich zusätzlich zu genau dem Menschen, mit dem ich bis ans Ende meiner Tage zusammen sein möchte und auch deswegen ist alternativlos für mich genau das richtige Wort: Ich halte es für völlig ausgeschlossen, dass es jemanden geben könnte, mit dem ich auf Dauer zufriedener und glücklicher leben könnte als mit genau diesem Westfalenmann, mit dem ich inzwischen seit so vielen Jahren mein Leben teile und von dieser Zeit nicht eine einzige Minute bereue oder auch nur einen einzigen Wimpernschlag anders machen würde.
Ich würde alles wieder exakt genau so machen.
Yes, I did it again.

Wir hatten aber auch Glück, denn es haben sich ein paar Dinge nur durch Zufall so ergeben und wenn das Leben da anders verlaufen wäre, dann wäre unser gemeinsames Leben heute ein komplett anderes, oder anders ausgedrückt: ich glaube nicht, dass wir noch ein gemeinsames Leben hätten.
Denn wir haben uns die ersten zwanzig Jahre gemeinsam erspart.
Wir haben uns erst kennengelernt, als wir beide schon reichlich Federn gelassen hatten in der komplizierten Lebenszeit zwischen 25-45.
Wir mussten uns deshalb nie wegen der Kinder arrangieren, wir mussten keine gemeinsame Organisation aufbauen und vor allem mussten wir uns nie gegenseitig böse sein, weil das Leben so viel Einsatz von einem verlangte, dass man es kaum schaffte, selber klarzukommen und deshalb keine Kapazitäten mehr hatte, den anderen auch noch zu unterstützen - in meinen Augen der Klassiker, der viele Beziehungen zermürbt.

Als wir uns kennenlernten, waren wir von all diesen Lebensproblemen schon längst geerdet worden, unsere Erwartungen an den anderen waren quasi nicht vorhanden (außer: gemeinsam Spaß haben, das ist prima), die Verantwortungsbereiche waren klar abgegrenzt und alles, was man für den anderen tat, tat man freiwillig und als "add on".
Es ist halt etwas anderes, wenn sich der neue Partner um die Kinder kümmert als wenn der Kindsvater das tut. Das Ergebnis mag das gleich sein - aber das Selbstverständlichkeitsgefühl ist ein anderes. Und so geht es mit vielen Dingen, die man "für den anderen" macht, sie werden einfach bewusster wahrgenommen.

In dem Film heute morgen ging es um die Frage, wie die Liebe auf Dauer gelingt und ich habe mir dieses eine Wort rausgepickt: "Alternativlos".
Ich finde es eine gute Beschreibung, denn alternativlos meint ja auch, dass man sich gar nicht erst um Alternativen bemüht, weil man innen drin ganz sicher weiß, dass es keine gibt. Nicht auf Dauer.
Eine Affäre mag für den einen eine Abwechslung sein, für den anderen ein Affront, aber in den seltensten Fällen ist sie eine Alternative.
Eine Affäre kann eine Beziehung zerstören, aber dann gab es auch eine Alternative, nämlich das gegenseitige Singleleben.

In meinem früheren Leben habe ich gewissermaßen immer auf dem Sprung gelebt, ich wusste, dass es noch eine bessere Alternative geben muss und habe nur geduldig gewartet, bis die Zeit reif war. Ich musste ja auch erst die Grundlagen vorbereiten. Und damit war ich erst mit Mitte vierzig fertig. Deshalb kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich eine zufriedene Beziehung über jeden Abschnitt meines Lebens hätte durchhalten können, zu sehr war ich auch zwischendurch mit mir selbst nicht einverstanden.

Aber wenn dann einmal alles bereitet ist und dann kommt er, der Richtige, dann ist er auch alternativlos.
Der oder keiner
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Montag, 6. August 2018
Wattwanderung
Es sind ja erst 10 Jahre, seit dem mein Westfalenmann regelmäßig mit mir auf Borkum ist, das ist ja noch nicht so lange, als dass man schon Gelegenheit gehabt hätte, alle Touristenattraktionen mitzumachen.

Ich kümmere mich allerdings auch nicht um seine regionale Bildung, weil ich finde, dafür bin ich nicht zuständig. Ich gebe zu, ich bin da familiär vorbelastet, mein Lehrervater fühlte sich grundsätzlich zuständig für die flächendeckende Fortbildung aller Kurgäste zu sorgen, deshalb halte ich mich genauso aktiv zurück, wie sich mein Vater aktiv vordrängelte.

Wenn also mein Westfalenmann gerne etwas wissen will oder etwas machen möchte, ist es sein Part, danach zu fragen bzw. die entsprechende Aktion zu organisieren.

Eine Wattwanderung steht deshalb seit 10 Jahren auf seiner bucketlist, und jetzt endlich, heute, hat es geklappt. Es ist ja nun auch nicht wirklich schwierig zu organisieren, aber man muss immerhin im Internet nachgucken, zu welchen Zeiten die Wattwanderungen beginnen (da tideabhängig, ist das jeden Tag anders) und dann muss man sich einen Wattführer aussuchen und sich dort einen Platz reservieren.
All das hat mein Wetsfalenmann also gestern getan, heute musste er dann nur noch den Wecker stellen, damit wir pünktlich um 10.30h am Treffpunkt draußen vorm Hafen sind.
Das Wetter war natürlich perfekt für so eine Unternehmung und es hat auch sehr viel Spaß gemacht.



Ich selber bin in meinem Leben schon reichlich wattgewandert. Mein Vater hatte den Ehrgeiz, jede west-, ost- und nordfriesische Insel und Hallig, die man zu Fuß anlaufen kann, auch wirklich zu Fuß anzulaufen und da er Dinge ungern alleine tat., war ich meistens dabei. Borkum ist eine der wenigen Inseln, die man vom Festland aus nicht zu Fuß erreichen kann, da Borkum genau zwischen Wester- und Osterems liegt und diese Flußausläufer einfach viel zu tief sind, hier kann man auch bei niedrigstem Niedrigwasser nie zu Fuß durchlaufen.
Aber alle anderen Insel habe ich mir schon watterwandert und natürlich bin ich schon ausführlich im Borkumer Watt rumgekommen. Als wir früher noch selber Gäste hatten, fühlte sich mein Vater regelmäßig bemüßigt, deren regionale Bildung durch mindestens eine ausführliche Wattwanderung zu festigen. Und natürlich musste ich immer mit, er brauchte ja jemanden, den er als erstes in den Schlick schicken konnte.

Ich gebe aber zu, meine letzte Wattwanderung liegt gut 30 Jahre zurück, deshalb fand ich es auch ganz interessant, dort mal wieder rumzulaufen.

K hat sich in dem Schlickloch dann gleich den großen Zeh aufgeschnitten, für ihn war damit der Tag gelaufen, aber immerhin ist ein Punkt auf der noch immer recht langen Liste „Borkumentdecken“ nun abgehakt
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Samstag, 7. Juli 2018
Die guten alten Zeiten sind jetzt
Mittlerweile hat sich dieser Blog zu einem festen Bestandteil unseres Lebens entwickelt.
Es ist natürlich nur mein Blog, aber mein Westfalenmann denkt auch längst in „blogcontent“ und schlägt mir regelmäßig Motive vor, die „doch gut auf den Blog passen.“
Dieses Plakat hat er mir heute extra gezeigt

und ich finde, er hat recht, es ist wirklich ein toller Satz.
Die guten alten Zeiten sind jetzt - ja, logisch, wann sonst, deshalb sollten wir sie auch ausgiebig genießen und aufhören, uns nach dem zu sehnen, was einmal war. Denn das war ganz bestimmt nicht besser, wer das meint, der glaubt auch, dass die Erde eine Scheibe ist
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Mittwoch, 14. März 2018
Die Hähnchenschenkelkasserolle
Am Sonntag gab es bei uns Hähnchenschenkel. Wir hatten ein großes Paket frische Hähnchenschenkel gekauft und ich habe sie in einer teflonbeschichteten, rechteckigen Kasserolle aus Metall erst mariniert und anschließend in den Ofen geschoben, um sie unter einer Heißluft+Grill Einstellung im Backofen knusprig zu garen.
Zum Schluss habe ich noch ein zusätzliches Stück Butter zu den Hähnchenschenkel gegeben, so dass auch reichlich Soße produziert wurde. Dazu gab es einen großen Topf Salzkartoffeln und Rotkohl.

Ich beschreibe das so genau, damit es sich genau so liest wie es sich für mich auch darstellte, nämlich absolut normal, Alltag, schon oft gemacht, Routine, nichts Besonderes.Es gibt bei uns häufiger mal Hähnchenschenkel.

Diese rechteckige Metall-Kasserolle benutze ich grundsätzlich für Hähnchenschenkel, weil ich sie dafür einfach praktisch finde, durch die Teflonbeschichtung lässt sich auch unterm Grill eingebranntes Fett wunderbar wieder abwischen und sie ist natürlich absolut ofenfest.
Außerdem hat sie eine witzige Geschichte, denn ich habe sie 1995 irgendwann gegen Mitternacht in einem amerikanischen Supermarkt erworben. Wir machten damals Urlaub in Florida und wohnten in einer küchentechnisch schlecht ausgestatteten Ferienwohnung. In Deutschland gab es damals noch das sehr strenge Ladenschlussgesetz, weshalb mich die amerikanischen Supermärkte vor allem zu den für mich ungewöhnlichen nächtlichen Einkaufszeiten magisch anzogen.
Weil ich also deshalb um Mitternacht unbedingt in diesem Supermarkt gehen wollte, musste ich auch irgendetwas kaufen und diese teflonbeschichtete Metall-Kasserolle erschien mir eine sinnvolle Anschaffung, vor allem, weil wir auch gleich Hähnchenschenkel dazu erwarben und ich anschließend sofort und vor Ort, nachts um eins in einer amerikanischen Ferienhausküche feststellte, wie perfekt diese Metall-Kasserolle gerade für Hähnchenschenkel geeignet ist.
Seitdem begleitet mich diese Kasserolle durch mein Leben, denn natürlich nahm ich sie mit nach Hause und bin in den letzten 23 Jahren auch schon mehrfach mit ihr umgezogen, sie hat jede „jetztmusshiermalgründlichausgemistetwerden-Aktion“ überstanden und auch als ich vor 10 Jahren den gemeinsamen Haushalt mit CW verließ, habe ich sie mitgenommen, und mich dabei erfolgreich gegen CW behauptet, der der festen Überzeugung war, es sei seine Kasserolle. Nach einer längeren Diskussion, in der wir beide den gemeinsamen Supermarktausflug im Jahr 1995 noch mal rekonstruierten, musste er dann zugeben, dass tatsächlich ich diejenige war, die damals unbedingt diese Kasserolle haben wollte.
Bei solchen Wertgegenständen finde ich es immer sehr wichtig, die genauen Eigentumsverhältnisse zu erforschen, denn immerhin hat das gute Stück damals 3,99 $ gekostet und da lohnt es sich natürlich, sich dafür einzusetzen.

Es war aber auch wirklich eine gute Investitionen, denn selbst nach 23 Jahren sah die Kasserolle immer noch aus wie neu und das, obwohl ich wirklich oft Hähnchenschenkel damit unterm Grill zubereitet habe.
Aber vielleicht ist dieser fehlende Alterungsprozess jetzt auch der Grund gewesen, der das endgültige Aus für Kasserolle einläutete, denn seit gestern ist sie endgültig für immer aus meinem Haushalt verschwunden.

Von den Hähnchenschenkeln am Sonntag blieb noch die Hälfte übrig, so dass wir am Montagabend das Essen nur kurz warm machen mussten. Das kam mir sehr entgegen, denn am Montagabend wurde ich ja krank. Ich habe also noch etwas gegessen und bin dann direkt im Bett verschwunden, ohne mich in irgendeiner Weise um das Tischabdecken oder das Aufräumen der Küche zu kümmern.
Das machte mein Westfalenmann, ganz allein und ganz selbstständig, so konnte er mir gleich beweisen, dass er selbstverständlich ein moderner und emanzipierter Mann ist und auch solche Tätigkeiten beherrscht.
Er hat die Küche auch wunderbar sauber gemacht, ich war am nächsten Tag sehr beeindruckt. Bis ich meine Kasserolle suchte und nirgendwo finden konnte. Die Küche war wirklich sehr sauber und aufgeräumt, allerdings stand die Kasserolle nicht an dem Platz, wo sie hingehört, nämlich bei den Töpfen, und deshalb habe ich ihn gestern Abend gefragt, wo er die denn hingeräumt habe. Noch ist die Erinnerung frisch, da muss dann später nicht lange suchen.
Er wusste erst gar nicht, was ich meine, weil er mit dem Begriff Kasserolle nichts anfangen konnte, als ich ihm aber die Metallschale beschrieb, in der ich doch immer die Hähnchenschenkel grille, wurde er leicht rot und gab dann zu, dass er die mitsamt den abgenagten Knochen einfach in die Mülltonne geschmissen habe - und die wurde gestern früh dann auch passend geleert.
So räumt es sich natürlich nach dem Essen am allereinfachsten auf, wenn noch Platz in der Mülltonne ist.
Tja nun, das war also die Geschichte meiner Hähnchenschenkelkasserolle - sie hat mir 23 Jahre treu gedient
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Sonntag, 17. Dezember 2017
Warme Füße
Wegen der Vorstellungsgespräch am Freitag, konnte ich die Fähre am Freitagabend nicht bekommen und da das Wetter für Fliegen gestern auch überhaupt nicht taugte, sind wir dieses Wochenende eben wieder im Münsterland geblieben.
Trotz anders lautender Vorhersagen war das Wetter dann aber heute durchaus akzeptabel, vor allem war es trocken, und als gegen Mittag die Sonne rauskam, haben wir ich spontan entschieden, auf einen Flohmarkt nach Ibbenbüren zu fahren.
Ich bin gefühlt schon seit Monaten nicht mehr auf irgendeinem Flohmarkt gewesen und dieser Markt ist die letzte Chance vor Weihnachten und damit auch der letzte für dieses Jahr überhaupt, ich fand die Idee also prächtig.

Seitdem ich letztes Jahr meine Eitelkeit begraben und mir dafür diese wunderbaren UGG Boots gekauft habe, gehören kalte Füße für mich zur Vergangenheit.
K. war darauf insgeheim gründlich neidisch und hatte nach zwei-drei Winter-Erlebnissen letztes Jahr wenig Lust, mich weiter auf Winter-(Flohmarkt)-Ausflüge zu begleiten, denn plötzlich waren seine Füße kälter als meine.
Das passte weder in sein Westfalenmann-Weltbild noch ihm überhaupt in den Kram.
Früher, als ich noch kalte Füße hatte, war sein Leben einfach, da konnte er großzügig auf mich Rücksicht nehmen und wir waren insgesamt ja auch nie so lange draußen, dass er seine eigenen kalten Füße irgendwie hätte zum Thema machen müssen, denn offiziell haben Westfalenmänner keine kalten Füße.
Aber seitdem ich diese Fellschuhe habe, halte ich es auch bei Minustemperaturen locker stundenlang draußen aus und plötzlich wurden Winter-Flohmärkte für ihn zu einem noch größeren Problem als sie es vorher schon waren. Denn ganz grundsätzlich ist er ja sowieso schon kein begeisterter Flohmarktgänger, aber im Winter war es bisher nie ganz soo schlimm, eben weil ich da wegen meiner eigenen kalten Füße nie eine besondere Ausdauer gezeigt habe.
Aber nun, mit meinen dauerhaft warmen Füßen, da wurde ein Flohmarktbesuch im Winter für den armen K. zu einer echten Tortur.

Ich habe dann entdeckt, dass es auch gefütterte Männerboots von Ugg gibt (die übrigens längst nicht so hässlich sind, wie diese Frauen-Puschel-Dinger) und ihm deshalb neulich ein Paar zum Geburtstag geschenkt. K. hat sich auch wirklich sehr darüber gefreut, weil er in seiner Einfalt annahm, dass er die nur für lange Strandspaziergänge im Winter einsetzen müsse.
Aber gleichzeitig hatte er damit auch keine Ausrede mehr, sich gegen Flohmarkt im Winter zu wehren.

Und so kam es, dass wir heute gemeinsam auf diesen Flohmarkt fuhren und K. nach anderthalb Flohmarkt-Stunden zugeben musste, dass seine Füße tatsächlich wunderbar warm sind.
Seinen schlappen Versuch, sich trotzdem eine vorzeitige Heimkehr zu erjammern, weil er doch leider, leider seine Handschuhe vergessen habe, habe ich einfach durch einen sofortigen Kauf von einem neuen Paar Handschuhe erschlagen (und er hat durch Zufall jetzt auch noch wirklich schöne und warme Handschuhe bekommen), so dass es insgesamt ein sehr langer und ausführlicher Flohmarktausflug heute wurde.
Ich habe noch ein paar add on Geschenke gefunden, ein bisschen Krims und etwas Krams, wie sich das gehört auf dem Flohmarkt, ich fand, es war ein wundervoller Tag und selbst mein Westfalenmann musste zugeben, dass sich so ein Draußen-Ausflug mit warmen Füßen (und Händen) durchaus ertragen lässt
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Donnerstag, 30. November 2017
MWM#12
Es gibt Tage, da wacht mein Westfalenmann morgens auf und hat gute Laune.
Heute war die so ausgeprägt, dass er sogar um 8h freiwillig ans Telefon ging, ohne vorher irgendeine Bemerkung à la "Unverschämtheit um diese Uhrzeit anzurufen." zu murmeln oder den Anrufer einfach nur wegzudrücken (was er sonst standardmäßig um diese Uhrzeit macht).
Nach dem (auch noch längeren) Telefonat stand er auf und war dann pfeifend und fröhlich hintereinanderweg damit beschäftigt, mich zu ärgern.
Zugegeben, es ist leicht, mich zu ärgern, weil ich so ein paar besonders dämliche Macken habe, bei denen die Trefferquote bei nahezu 90% liegt, dass man mich damit ärgern kann. Erstens bin ich derart schreckhaft, dass es schon wirklich lächerlich ist, aber für meinen Westfalenmann ist es bis heute die allergrößte Freude, mich zu erschrecken in dem er z.B. unerwartet mit der Hand wedelt und ich dann spontan verstört losquietsche.
Für ihn ist es jedesmal aufs Neue ein ganz erfüllender Glücksmoment, wenn ich zitternd zusammenbreche und versuche, den drohenden Herzinfarkt durch bewusstes Atmen noch einmal zu verdrängen.
Eine zweite Macke ist meine Bauchnabelphobie. Die ist so akut, dass ich schon beim Tippen des Wortes eine Gänsehaut bekomme. So wie manche Leute nicht über den Tod nachdenken (geschweige denn tatsächlich damit umgehen) können, verursacht mir schon der Gedanke an Bauchnabel ein unbehagliches Gefühl und angucken oder gar mit Horrorszenarien konfrontiert zu sein (ich sag nur Flusen oder drin rumporkeln, uuuuhhhhhuuuuuu, schüttel) geht gar nicht. Logisch, dass mein Westfalenmann diese Macke ausführlich benutzt, um immer wieder zu versuchen, mich im Rahmen von psychologisch wertvoller Konfrontationstherapie davon zu heilen. Zu seiner großen Freude gelingt das nie, sondern ich schüttel mich immer nur mit einer dicken Gänsehaut und brauche Minuten, bis sich alle Härchen am Arm wieder gelegt haben, während er sich zufrieden grinsend versucht in Sicherheit zu bringen, denn wenn der akute Schock verdaut ist, wehre ich mich natürlich.

Ich glaube, wenn er ganz ehrlich beantworten müsste, was er am meisten an mir liebt, dann ist es die Tatsache, dass man mich so wunderbar einfach ärgern kann
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Samstag, 28. Oktober 2017
MWM #11
Dass mein Westfalenmann über stellenweise sehr ungewöhnliches und vor allem unerwartetes Spezialwissen verfügt, hat mich ja schon öfter erstaunt.
So kennt er beispielsweise die Frequenzen aller wichtigen Musiksender im Radio, (nicht nur HR3, was ich mittlerweile durch gezieltes Bohren herausgefunden habe.)

Er kennt aber auch von fast allen Musikstücken, die so zwischen den 50er bis 80er Jahren herausgebracht wurden, nicht nur den Titel, sondern auch den Sänger/die Gruppe und das Erschenungsjahr. Bei Musik so ab Mitte der 90er schwächelt er manchmal, aber in den früheren Jahren ist er meistens auch noch extrem textsicher, was dann zu folgenden Szenen führt:
Im Radio läuft American Pie und ich singe fröhlich mit.
AnJe: „Bye, bye Miss American Pie,
Drive my Chevy to the levee but the levee is dry“
MWM korrigiert :“was“
AnJe:“?“
MWM: „was dry. Da geht es doch um Buddy Holly, der mit einem Flugzeug abgestürzt ist. Deshalb muss das was dry heißen.“

Aha! Ich hatte bis dahin angenommen, es handelt sich um einen ähnlich sinnfreien Text wie „Twist in my sobriety“ von Tanita Tikaram und weil ich auf so einen textlichen Dadablödsinn stehe, habe ich das Lied immer besonders gut gefunden. Aber MWM hat sich selbstverständlich gründlich mit dem Lied beschäftigt und kennt alle Hintergründe
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Samstag, 7. Oktober 2017
MWM#10
Heute ist Putz- und Waschtag und auch das Bett wird frisch bezogen. K., den ich verdonnert habe, mir dabei zu helfen, stopft rundrum das Laken fest und macht zweideutige Bemerkungen über saubere Laken, die man doch eigentlich möglichst schnell vollkleckern sollte.

Ich stopfe die Wäsche in die Maschine, räume im Schlafzimmer die verstreuten Klamotten auf, putze das Bad und lege mich anschließend (komplett bekleidet) aufs Bett, um kurz Pause zu machen und ein wenig Internet zu lesen.
K. läuft mit einer Tasse Kaffee in der Hand an der offenen Schlafzimmertür vorbei Richtung Büro, sieht mich auf dem Bett liegen, biegt ab, stellt die Kaffeetasse auf die Kommode und beginnt sich ausziehen. In westfälisch-erotischer Nahkampfkleidung (Unterhose und Socken) legt er sich neben mich aufs Bett und murmelt irgendetwas neckisches à la "Bettlaken müssen eingesaut werden". Ich ignoriere ihn tapfer, weil mich diese Restbekleidung (vor allem die Socken) sonst nur zu spitzen Bemerkungen provozieren würde und lese weiter in meinem Handy rum. Er steht wieder auf, holt sich seinen Kaffeepott von der Kommode, legt sich erneut aufs Bett, angelt nach seiner Brille, rutscht dabei irgendwie ab und schüttet reichlich Kaffee auf das frisch bezogen Bett.
Damit ist auch das Bettlaken gründlich eingesaut, mission accomplished, endlich können wir ohne störende Zweitvorhaben in Ruhe im Bett weiter Internet lesen
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